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Koda Koi Farm

Koda Koi Farm – Ginrin Goshiki

Viele Leute, die zum ersten mal nach Niigata kommen oder erst in den letzten Jahren angefangen haben, Koi zu kaufen, werden ohne Frage auf die nächste Generation der Koi-Züchter treffen. Das sind die jungen Söhne, die das Geschäft der Väter übernommen haben. Sie sind mit dem Bewusstsein aufgewachsen, das Werk ihrer Väter fortzusetzen. Viele von ihnen hatten das Glück, für einige Jahre auf anderen Koi-Farmen in Japan zu arbeiten, um zu lernen und das Wissen über Koi zu vergrössern. Zurück, arbeiteten sie wieder in den Betrieben ihrer Väter um dann später die volle Verantwortung der Koi-Farm zu übernehmen.

Zurück auf der elternlichen Koi Farmen hatten die Söhne natürlich viele neue Ideen und ein gestärktes Selbstbewusstsein. Dies führte manchmal auch zu Konflikten, was aber in jedem Vater/Sohn-Betrieb vorkommt. Ob die neuen Arbeitsweisen und Ideen zum Erfolg führen, wird sowieso erst die Zeit zeigen.

Die Historie der Koda Koi Farm

Eine Farm, wo man dies deutlich beobachten kann, ist die Koda Koi Farm, die jetzt von dem 33jährigen Masato Hoshino betrieben wird. Dieser liebenswerte junge Mann hat seinen eigenen Stil und Charakter in das eingesessene Familienunternehmen gebracht und er liebt es, ein wenig anders und „farbiger“ zu sein, als die anderen Koi-Züchter in der Gegend.

Koda Koi Farm Niigata Japan

Die Koda Koi Farm wurde schnell für die ausgezeichnete Qualität ihrer Kohaku bekannt.

Die Koda Koi Farm befindet sich in einem Gebiet, welches Ushigakubi genannt wird, übersetzt etwa „Stiernacken“, und liegt im Distrikt Kawaguchi. Vor vielen Jahren hiess der Bezirk noch Kodaguchi. Aus diesem Grund heisst der Betrieb heute Koda Koi Farm, die eine lange Tradition in der Gegend vorweisen kann. Masatos Urgrossvater Toshiro Hoshino fing als Koi-Hobbyist vor mehr als 80 Jahren an. Sein Beruf war Kuhzüchter und deshalb vielleicht der Name der Gegend „Ushigakubi“.

Es war sein Grossvater, genannt Shousaka Hoshino, der die Entscheidung traf, das Hobby zum Beruf zu machen. Er fing an, Kohaku zu züchten. Schnell wurden sie für die ausgezeichnete Qualität ihrer Kohaku sehr bekannt. Daneben züchteten sie auch Asagi, Kujaku, Goshiki und Sanke und aus ganz Japan kamen die Leute, um ihre Koi zu kaufen.

Koi Haus der Koda Koi Farm

Vielmehr war Masatos Vater ein sehr guter Skifahrer und Skilehrer – so gut, dass er an grossen Weltcup Rennen in Europa teilnahm.

Folgt man Masatos Erzählungen, wird schnell klar, dass sein Grossvater darauf versessen war, das Geschäft schnell wachsen zu lassen. Er war es auch, der vor mehr als 43 Jahren das erste Koihaus baute. Zu der Zeit war Masatos Vater (heute 61 Jahre) noch auf dem Gymnasium. Um ehrlich zu sein, er kann sich erinnern, dass sein Vater zu der Zeit nicht unbedingt Koi-Züchter werden wollte. Vielmehr war Masaharu ein sehr guter Skifahrer und Skilehrer – so gut, dass er an grossen Weltcup-Rennen in Europa in den Disziplinen Abfahrt und Slalom teilnahm. Masato wollte seinem Vater nacheifern und auch in den Skizirkus einsteigen. Doch der hielt ihn davon ab, weil seiner Meinung nach damit nicht genug Geld zu verdienen sei. Masatos Vater fuhr noch aktiv bis 2004 und ist heute noch als Skilehrer tätig.

Wärend dieser ganzen Zeit beschäftigte er sich mit den Koi nur, wenn kein Schnee lag. Um 1990, als Masato noch in der Grundschule war, übernahm sein Vater das Koi-Geschäft, war aber mit seinem Herzen immer mehr beim Skifahren als beim Koi züchten. Da er aber viel gereist war und dadurch recht gut Englisch sprach, ging er in die USA, um einige potentielle Kunden zu treffen und gleichzeitig sein Englisch zu verbessern. Dies war offensichtlich sehr erfolgreich, da nach seiner Rückkehr 80-90 % der Koi-Produktion in die USA gingen.

Koi Zucht auf der Koda Koi Farm

Die Koda Koi Farm hat jetzt insgesamt 5 Koi-Häuser

Es war auch sein Vater, der über die letzten 25 Jahre alle Koi Häuser gebaut hat. Zwei direkt am alten Koi-Haus, in der Nähe des Wohnhauses und zwei weitere, die man gut von da aus sehen kann. Insgesamt haben sie jetzt fünf Koi-Häuser. Im Alter von 15 Jahren begann Masato, seinem Vater auf der Koda Koi Farm zu helfen. Er mochte es nicht richtig, da sein Vater sehr streng mit ihm und die Arbeit sehr anstrengend war. Nach Abschluss des Gymnasiums schickte ihn sein Vater auf die Ogata Koi Farm, um sein Wissen über Koi zu vervollständigen. Er meinte, dass er erst da anfing, die Namen der verschiedenen Koi-Varietäten zu lernen.

Er verbrachte drei Jahre bei der Ogata Koi Farm (von 2001 bis 2003) und fuhr nur ein bis zwei Mal im Jahr nach Hause. In dieser Zeit dachte er viel über seine Zukunft im Koi-Geschäft nach. Doch nach den drei Jahren, als er alles über die Koizucht gelernt hatte, beschloss er, das Geschäft der Eltern fortzusetzen. Nach seiner Rückkehr im Jahr 2003 bewirtschaftete er alleine mit seinem Vater und gelegentlicher Hilfe seines Grossvaters die Koda Koi Farm.

Koi Selektion der Koda Koi Farm

Das Chuetsu Erdbeben

Wie auch bei vielen anderen Koi-Züchtern änderte sich so viel nach dem Erdbeben von 2004. Ich war gerade in meinem Appartement in Ojiya, als es passierte, und so bekam ich aus erster Hand das Ausmass der Zerstörung mit. Seitdem habe ich mit so vielen Leuten über ihre Erfahrungen gesprochen, aber Masatos Geschichte war die erste, die über die ungeheure Wucht der Zerstörung erzählte. Masato war mit einem Kunden aus den USA zu Hause, als das Erdbeben begann. Alles begann extrem zu schwanken, schliesslich brach plötzlich die Stromversorgung komplett zusammen. Als er nach draussen rannte, konnte er nur noch sehen, wie sich seine Tosai über die komplette Strasse verteilten. Sofort versuchte er, sie zu retten. Glücklicherweise überlebten seine zweijährigen Koi und die Elterntiere, da sie sich noch in den Mudponds befanden. Die Teiche waren zwar stark beschädigt, hatten aber noch soviel Wasser, dass die Koi dort überlebten.

Das örtliche Krankenhaus war so überfüllt, das man sich seinen Fuss nur kurz anschaute.

Für Masato selbst lief es nicht so gut. Während er seine Tosai rettete, hantierte er mit einer grossen Sauerstoffflasche. Sie entglitt ihm und fiel auf seinen linken Fuss. Er merkte sofort, dass er sich schwer verletzt hatte. Es dauerte jedoch noch bis zum nächsten Morgen, das er ins Krankenhaus geflogen werden konnte. Das örtliche Krankenhaus war so überfüllt, das man sich seinen Fuss nur kurz anschaute, etwas Alkohol einrieb und ihn wieder nach Hause schickte. Nach drei Tagen wurden die Schmerzen so stark, dass er wieder ins Krankenhaus ging, um erneut seinen Fuss behandeln zu lassen. Doch jetzt wurde er sofort ins Krankenhaus in Niigata City gebracht, wo er zwei Monate verbrachte, da ihm, aufgrund der Schwere der Verletzung, der linke grosse Zeh amputiert werden musste.

Das Erdbeben zerstörte auch sein Wohnhaus und so mussten sie für sechs Monate in eine Notunterkunft, bis ihr neues Haus in der Kawaguchi-Gegend fertig war. Sie konnten ca. 2000 Tosai retten, die sie im Frühjahr 2005 in Mudponds brachten, doch aufgrund der Stresssituation überlebten nur ca. 400 Fische. Es dauerte noch drei Jahre, bis die Folgen des Erdbebens überstanden waren.

Die Zukunft der Koda Koi Farm

Im Alter von 30 Jahren übernahm Masato das Geschäft von seinem Vater (der immer noch als Skilehrer tätig ist). Die Idee, die sein Geschäft vergrössern sollte, war recht einfach: Er züchtet mehr Koi Varietäten – so auch Gin Rin Showa. Während seiner Zeit bei der Ogata Koi Farm hatte er sie lieben gelernt, und so kaufte er einige Elterntiere und begann mit der Zucht. Dies hat sich wirklich ausgezahlt, da seine Ginrin Showa in Niigata einige Koishows gewinnen konnten. Masato sagt, dass seine absoluten Lieblingskoi die Ginrin Showa sind.

Die Koda Koi Farm besitzt 68 Mudponds, die wie folgt bestückt sind:

  • 6 Ponds für Elterntiere (30 Weibchen und 50 Männchen)
  • 45 Tosai Ponds
  • 7 Nisai Ponds
  • 10 Jumbo Ponds

Ende September werden ca 20000 Tosai entnommen, die in die Fischhäuser gebracht werden, ausserdem 2000 Nisai und 300 drei-jährige Koi. Nahezu alle Koi werden ins Ausland exportiert, jedoch nur noch 40 % in die USA. 50 % gehen nach Europa und 10 % in den Rest der Welt. Auch auf den Koishows in Japan sind Masatos Fische sehr erfolgreich. Vor 10 Jahren hatten sie einen 88 cm grossen Kujaku, der Best of Variety bei der AJKS (All Japan Koi Show) wurde – ebenso vor 8 Jahren ein dreijähriger 55 cm Sanke.

Masato Hoshino zählt zu der neuen Generation der Koi-Züchter hier in Niigata, weil er bestrebt ist, sich von anderen abzuheben. Fast alle Koi-Züchter hier in den Bergen haben für ihr Geschäft weisse Lieferwagen, Masato jedoch fährt schwarze. Er liebt auch die Farbe „Pink“, so dass er sein Firmenlogo in Pink umgefärbt hat. Am liebsten würde er eine Koi-Varietät in Pink züchten. Desweiteren mag er auch gern mit seinen Freunden und Kunden ausgehen und man findet ihn häufig beim Dart spielen in Ojiya.

Masato Hoshino zählt zu der neuen Generation der Koi Züchter hier in Niigata, weil er bestrebt ist sich von anderen abzuheben.

Im November 2015 wurde er Mitglied unserer Koi Masterclass Kurse. Er leitete einen sehr interessanten Kurs, in dem sich die Teilnehmer ein Bild über die neue Generation der Koizüchter und deren Zukunftspläne machen konnten. Natürlich bleibt sein Hauptgeschäft das Züchten von Qualitätskoi, damit die Koda Koi Farm als Marke weltweit noch bekannter wird. Er freut sich immer wieder über seine Entscheidung, das Koigeschäft zu seinem Beruf gemacht zu haben. Es erlaubt ihm, durch die Welt zu reisen und so ist er schon in den USA gewesen, in Malaysia, den Philippinen und Singapur. Er hat eine Tochter von 11 und einen Sohn von 8 Jahren, die natürlich noch nicht wissen, ob sie dem Vater ins Koigeschäft folgen wollen.

Ich frage jeden Koizüchter, mit dem ich spreche, nach einem kleinen Rat für die Hobbyisten. Masatos Rat ist: „Wenn du einen Koi suchst, dann schau auf einen, den du magst und nicht auf einen, von dem gesagt wird, das er toll ist und dann lass ihn langsam und natürlich wachsen.“ Weise Worte von diesem jungen, freundlichen und liebenswerten Koizüchter.

In unseren Online Shop auf Nippon Direct finden Sie eine grosse Auswahl an japanischen Kois, wie z.B. Asagi, Kujaku, Goshiki und Sanke und Ginrin Showa.

Quelle: Koi Kurier Ausgabe 89 – Koda Koi Farm | Text & Bilder Martin Symonds

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