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Shintaro Koi Farm – Wir machen Träume wahr!

Shintaro Koi Farm

Die Shintaro Koi Farm ist ohne Zweifel die am häufigsten beschriebene und best promotete Koi Farm der letzten 20 jahre in Niigata. Vielleicht eine der ersten Koifarmen, die Europa und dann die ganze Welt im Sturm eroberte. Der Slogan “Wir machen Träume war” wurde schnell zur etablierten und erinnerungsstarken Marke der Shintaro Koi Farm.

Wir machen Träume wahr!

Aber wie konnte dieser ruhige, bescheidene und freundliche Koi Züchter die Welt im Sturm erobern? Die Shintaro Koi Farm gehört und wird betrieben von Masaru Saito (heute 63 Jahre alt) Ihm zur Seite steht seine Frau Hiromei. Die Firma wurde von seinem Vater, Shosuke Saito (jetzt 88 Jahre alt) im Jahr 1955 gegründet. Wie bei vielen Familien zu der Zeit üblich, war sein Vater ein kleiner Reisbauer, der zum Gelderwerb im Winter nach Tokyo fuhr, um in einer Fabrik zu arbeiten.

Koi als Hobby

Shosuke hielt einige Koi als Hobby in seinem Haus in Yamakoshi. Er konnte aber in seiner Nachbarschaft bei Matsunosuke und Hoshiyone, die ihr Geschäft schon professionell betrieben, beobachten, dass im Koigeschäft mehr Geld zu verdienen war als beim Reisanbau. So fing Shosuke an, Koi von Freunden und von anderen Koi-Züchtern in der Nachbarschaft zu kaufen. Er hielt sie in den Wasserreservoiren, die für die Reisfelder bestimmt waren und einige auch in den Reisfeldern selbst.

Er kaufte die Fische im Frühjahr, liess sie über den Sommer wachsen und verkaufte sie im Herbst an Japaner in der Nähe. Die nicht verkauften Koi kamen wieder zurück in die Teiche in den Bergen. Durch die starken Schneefälle im Winter bedingt, starben die meisten Fische und er musste im Frühjahr wieder neu einkaufen. Shosuke blieb bei diesem System für über 9 Jahre, bis zu den Olympischen Spielen in Tokyo 1964. Es war die Zeit des ersten japanischen Wirtschaftsbooms und das hatte für die Koizüchter in Niigata einen grossen positiven Einfluss.

Shintaro Koi Farm – Wir machen Träume wahr!

Einstieg in die Koi Zucht

Shosuke hatte bis zu dieser Zeit in drei verschiedenen Jobs gearbeitet. 1965 entschied er sich, den nächsten Schritt zu tun und voll in das Koigeschäft einzusteigen. Von nun an züchtete er seine eigenen Koi.

Er fing mit Kohaku an. Das erste Elternpaar bekam er von einer Person namens Isendo, der schon für seine Kohaku bekannt war und auch noch gleich in der Nähe hier in Yamakoshi wohnte. Die Saito Familie lebt hier schon seit über 200 Jahren und Masaru ist die siebente Generation. So begann Shosuke Koi zu züchten und über die folgenden Jahre lernte er viel über Aufzucht und Selektion von Koi. Von 1965 bis 1980 arbeitete Shosuke nebenbei beim örtlichen Nishikigoi Verein. Hier half er, kleine Shows und Auktionen zu organisieren und lernte dabei viel über Koi.

Als Masaru Saito geboren wurde, hatte er sehr früh Kontakt mit Koi und mit 5 oder 6 Jahren faszinierten ihn besonders die Ogon bei Matsunosuke. Als Jugendlicher half er seinem Vater nicht bei den Koi, sondern verbrachte seine Zeit lieber in Tokyo. Erst im Alter von 20 Jahren entschied er sich, doch mit Koi zu arbeiten und ab 1980, zurück in Yamakoshi, wurde es sein Hauptberuf.

Shintaro Koi Farm – Einstieg in die Koi Zucht

Yamatonishiki, Kikusui und Kohaku

Damals züchtete sein Vater Yamatonishiki (viele Leute aus der Gegend züchteten diese Varietät), Kikusui und einige Kohaku. Da sie noch kein Koi-Haus hatten, verloren sie weiterhin während des Winters viele Koi, was natürlich nicht gut für das Geschäft war. Zu der Zeit wurde Masaru von Toshiyuki Sakai (Matsunosuke) seinem Bruder, Toshio Sakai, in Isawa vorgestellt. Nach diesem Gespräch mietete sich Masaru ein Becken von Toshio in Isawa. Jedes Jahr, bevor der Winter begann, fuhr er mit 1000 seiner besten Tosai zu dem Becken in Isawa. Hier gab es keinen Schnee und es war wärmer. Er musste zwar die Miete bezahlen, dafür wurden die Koi Fische aber über den Winter von Toshio Sakai betreut und Masaru hatte im nächsten Frühjahr fertige Koi.

Er arbeitete auf diese Weise von 1980 bis 1993. Während dieser Zeit gab es natürlich auch einige Probleme. Die Yamatonishiki veränderten sich, sie verloren das Sumi oder das Hi und sie wurden Platinum oder Gin Shiro. Das war natürlich nicht gut für ihn und so beschloss er, Sanke zu züchten. Zuerst nahm er einen weiblichen Sanke von Matsunosuke und einen seiner eigenen männlichen Kohaku und von da an sollte sich all die harte Arbeit auszahlen.

Das neuste Koi Haus der Shintaro Koi Farm

1994 – Das ist unser Jahr!

Es war das Jahr 1994, als Masaru und Hiromei mir bei einem Interwiev sagten: „Das ist unser Jahr!“ Aber was war an dem Jahr 1994 so besonders? Es war das Jahr, in dem ihr erster Sohn, Kensuke, geboren wurde. Ausserdem hatte er einige grandiose Tosai produziert, die im neu errichteten Koi-Haus gehalten wurden. Es war das Jahr, in dem Michel Capot und ich als „Koi Ichi Ban“ auftraten und vereinbarten, nach der Selektion seiner Tategoi alle Tosai aufzukaufen.

Und dann, vielleicht am wichtigsten, kam Peter Waddington und wollte seine hochklassigen Koi selektieren und kaufen. Ja, das Jahr 1994 verlief für die Familie Saito und für das Geschäft der Shintaro Koi Farm wirklich sehr gut.

1994 – Das ist unser Jahr!

Shintaro Koi – Koi höchster Qualität

Masaru meinte, dass es hifreich sei, mit Ausländern Geschäfte zu machen. Er sah, dass man die meisten der Tosai an Leute wie mich und Michel Capot verkaufen konnte und die qualitativ hochwertigeren Koi an japanische Hobbyisten und Leute wie Peter Waddington. Zu der Zeit sprach Masaru noch kein Englisch, jedoch lernte er schnell von Peter und den Kunden, die er brachte. Ohne jeden Zweifel konnte Peter das Potential und die Qualität der Koi von Masaru erkennen. Jetzt setzte sich der PR-Zug erst richtig in Bewegung. Unzählige Artikel und Fotos von Shintaro-Koi fluteten die Magazine in aller Welt. Rückblickend sieht es so aus, als ob jeder einen Shintaro-Koi haben wollte; mit gutem Grund: Er produzierte kontinuierlich Koi höchster Qualität – und tut es heute noch.

Shintaro Koi – Koi höchster Qualität

Wir machen Träume wahr!

Der Slogan „Wir machen Träume wahr“ war geboren. Er machte Masarus Koi Fisch noch einzigartiger und spezieller. Peter erklärte Masaru, dass durch das kennenlernen der vielen Kunden von Peter ein enges Band zwischen ihnen geknüpft wird. Zur Erinnerung: Zu der Zeit war es sehr befremdlich für die Leute von Yamakoshi, denn es gab kein Internet, dass so viele Ausländer die Gegend besuchten. Natürlich war dies eine aufregende Zeit für Masaru, da sein Beliebtheitsgrad bei den Kunden immer größer wurde.

Persönlich für Masaru waren die Jahre zwischen 1994 und 2004 die Jahre, die am deutlichsten in seinem Gedächtnis verankert sind. 1997 baute er sein zweites Koi-Haus und 2003 wurde sein Tosai Koi-Haus fertiggestellt. Wärend dieser Zeit fing er auch an, Kohaku und Showa zu züchten. Sein Geschäft wurde immer erfolgreicher. Der Shintaro Firmenname war berühmt in der ganzen Welt und die Qualität der Koi erreichte seinen Höhepunkt. Das änderte sich alles am Tag des Erdbebens …

Shintaro Koi Farm – Wir machen Träume wahr!

Der Tag des Erdbebens …

Peter Waddington war am frühen Morgen bei sich zu Hause, fuhr dann aber zurück nach Nagaoka. Peter wollte die Nacht in Masarus Haus verbringen, zumal am nächsten Tag die Yamakoshi Koi Show beginnen sollte. An dem Abend suchte ein verheerendes Erdbeben die Gegend heim und änderte alles für die nächsten Jahre. Masaru sagte, dass es 20 Jahre gebraucht hat, um sein Geschäft aufzubauen, aber nur 20 Sekunden, um es zu zerstören. Während der nächsten Tage stellte er fest, dass er all seine Tosai verloren hatte, nur ein paar Tategoi Nisai hatten überlebt. Aber am erstaunlichsten: Nahezu 80 % der Elterntiere lebten. Nach 10 Tagen brachte er einige seiner Koi zu dem in Japan sehr bekannten Hobbyisten Kato san, um sie von ihm betreuen zu lassen.

Die Koi-Häuser waren nur wenig beschädigt, aber alle Teiche waren zerstört und mussten repariert werden. Sie mussten ihr Haus verlassen und zogen in einen Wohnwagen in der Nähe von Nagaoka. Es sollte zweieinhalb Jahre dauern, bis sie wieder zurück konnten.

Masaru Saitos erstes Koihaus

Neuaufbau der Koi Farm

Masaru war der Meinung, dass er einen Neubeginn schaffen konnte. Er richtete im folgenden Jahr 10 neue Becken in Nagaoka ein und reparierte seine Teiche. Er pachtete neues Land in Kawaguchi und baute noch neue Teiche. Es vergingen weitere 5 Jahre, bis wieder sein alter Produktionslevel erreicht war. Heute hat er 21 Tosai-Becken, 6 Nisai-Becken, 1 Sansai-Becken und 2 Becken für Jumbo-Koi.

Als Elternkoi hatte er jeweils 20 weibliche und 20 männliche Fische. Für die Zucht wurden 7 Paare eingesetzt. Am Ende der Saison hatte er ca. 5000 Tosai, davon werden ca. 2000 Tategoi, davon wieder 150 Nisai, 40 Sansai und schliesslich 50 Jumbo-Koi. Er versuchte, seine eigenen Koi zur Zucht einzusetzen, doch hin und wieder müssen es neue Fische sein. Wegen der KHV-Gefahr (Koi Herpesvirus) werden sie äusserst vorsichtig eingesetzt. Er sagt, dass jeder sehr verantwortlich mit der KHV-Gefahr umgehen sollte und jede notwendige Vorsicht walten sollte, wenn neue Koi integriert werden.

Shintaro Koi Farm – Wir machen Träume wahr!

Koi Qualität besser als je zuvor!

Masaru meint, dass seine Farm jetzt wieder den gleichen Produktionsstand hat, wie vor dem Erdbeben. Die Qualität der Koi sei jedoch besser als je zuvor. Sein Geschäft ist zur Zeit 90 % Export und 10 % bleibt in Japan. Es erlaubt ihm auch, durch die Welt zu reisen und Länder wie England, USA, Holland, Belgien und Indonesien zu besuchen.

Über die Jahre hat er viele Preise in Japan und anderen Teilen der Welt erhalten und das beflügelt ihn, weiterhin immer bessere Koi zu produzieren. Masaru und Hiromei haben 2 Söhne, Kensuke (21), der an der Universität studiert und Kosuke (20), der in Tokyo lebt. Das Tagesgeschäft wird weiterhin von Masaru und Hiromei betrieben. Sie sind jetzt sei 24 Jahren verheiratet und arbeiten weiter hart daran, wunderschöne Koi zu züchten. Der PR-Zug rollt weiter und Masaru Saito von der Shintaro Koi Farm bleibt der, der Träume wahr werden lässt.

 

 

In unseren Nippon Direct Koi Shop finden Sie eine grosse Auswahl an qualitativ hochwertigen Kois aus Japan.

Quelle: Koi Kurier Ausgabe 86 – Shintaro Koi Farm | Text & Bilder Martin Symonds

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