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Koi Medizin – Untersuchungsmöglichkeiten beim Koi

Einzelner Koi Karpfen im Gartenteich
Nippon Direct – Koi Medizin | Untersuchungsmöglichkeiten beim Koi

Viele Koihalter rufen ihren Tierarzt regelmässig, häufig nur für einen Routinecheck oder die Untersuchung neuer Kois.

Es treten wie bei jedem anderen Tier aber immer wieder einmal Krankheiten auf, die eine Behandlung erforderlich machen.

Spektrum der Erkrankungen bei Koi ist weit gefächert

Das Spektrum der Erkrankungen bei Koi Fischen ist unheimlich weit gefächert, von Parasitenproblemen bis Tumoren, von Vergiftungen bis Verletzungen. Daher ist eine gründliche Diagnoseerhebung wichtig, um den Patienten gezielt therapieren zu können. Manchmal reicht zur Benennung des Problems eine einfache Grunduntersuchung, manchmal sind weitergehende Untersuchungsverfahren nötig – das ist abhängig von der Art der Erkrankung. Die Grunduntersuchung ist jedoch immer Bestandteil der Koi-Untersuchung.

Koi Karpfen im Gartenteich
Nippon Direct – Spektrum der Erkrankungen bei Koi ist weit gefächert.

Besonders Wichtig – Der Vorbericht zum Koi

Um dem Tierarzt einen guten Überblick über die Situation zu geben, ist das Vorgespräch – der Vorbericht – besonders wichtig. Hier müssen vor allem Probleme mit den Koi Fischen angesprochen werden, aber auch alles, was sich in letzter Zeit geändert hat. Besonders der Zukauf neuer Kois, Änderungen in der Technik, Koiverluste. Manchmal ist es hilfreich, sich vor dem Termin eine kleine Liste zu schreiben, damit nichts übersehen wird.

Erstmal in aller Ruhe den Koi im Koiteich beobachten

Bei der Untersuchung eines einzelnen Koi wird der Tierarzt diesen nicht sofort herausfangen, sondern ihn erst einmal im Koiteich beobachten um festzustellen, wie er sich in Ruhe in seiner gewohnten Umgebung verhält, ob er ungestört schwimmt, gut orientiert wirkt, normales Verhalten zeigt, ob die Futteraufnahme problemlos ist. Hier lässt sich in der Aufsicht auch schon die Körperform von oben beurteilen und damit auch der Ernährungszustand und mögliche Veränderungen wie Achsenverkrümmungen der Wirbelsäule oder Umfangsvermehrungen des Koi diagnostizieren.

Koi Karpfen
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Kurze Narkose um eine ungestörte Untersuchung des Koi zu ermöglichen

Nach dem Herausfangen bekommt der Koi je nach Untersuchungsaufwand eine kurze Narkose, um Stress zu vermeiden und eine ungestörte Untersuchung zu ermöglichen. Nun lässt sich der gesamte Koi-Körper aus der Nähe begutachten. Es werden die Haut, die Schuppen, die Flossen, die Augen, das Maul, der After beurteilt. Der Kiemendeckel wird leicht angehoben, um die Farbe und den Zustand der Kiemen aufzunehmen.

Blick auf die Kiemen beim Koi
Nippon Direct – Blick auf die Kiemen beim Koi.

Abstrich von Haut und Kiemen des Koi

Bei dieser Gelegenheit erfolgt auch gleich ein Abstrich von Haut und Kiemen, um einen Befall mit Parasiten oder andere Auffälligkeiten, die sich alleine von der Adspektion nicht genau zuordnen lassen festzustellen. Dazu werden die Objektträger direkt nach der Probennahme unter dem Mikroskop befundet. Besonders häufig kommen hier Ichthyophthirius multifiliis, Costia (= Ichthyobodo), Trichodinen sowie Haut- und Kiemenhakensaugwürmer vor. Diese Abstriche empfehlen sich in regelmäßigen Abständen auch ohne Krankheitsanzeichen, um mögliche Probleme frühzeitig zu erkennen und nicht erst, wenn der Parasitenbefall offensichtlich wird und die Fische beeinträchtigt.

Koi Karpfen Starker Befall mit Hauthakensaugwürmern Gyrodactylus
Nippon Direct – Koi Karpfen Starker Befall mit Hauthakensaugwürmern (Gyrodactylus).
Koi Parasit Ichthyophthirius Multifiliis
Nippon Direct – Koi Parasit Ichthyophthirius Multifiliis

Wasserwerte sind Bestandteil der Grunduntersuchung von Koi Karpfen

Da der Fisch von seinem Lebensraum, dem Wasser, abhängig ist und sehr stark beeinflusst wird, sind die Wasserwerte Bestandteil der Grunduntersuchung. Diese können entweder vom Besitzer erfragt werden, oder, wenn die letzte Messung schon lange zurück lag oder das nötige Equipment nicht vorhanden ist, vom Tierarzt selber bestimmt werden. Ein besonderes Augenmerk liegt hier auf Nitrit, Nitrat und Ammoniak. Nitrit und Ammoniak sind in entsprechender Konzentration sehr gefährlich für Koi.

Auch die Wassertemperatur gehört hier mit dazu, denn diese entscheidet über die Aktivität der Koi, die Effektivität deren Immunsystems, das Auftreten von Parasitosen, das Ausbrechen einiger Krankheiten und deren Verlauf sowie den Behandlungserfolg. Auch können nicht alle Medikamente bei jeder Wassertemperatur verabreicht werden. Es ist sinnvoll, diese Werte ganzjährig zu beobachten, um auch mögliche Schwankungen zu kennen, da hier die Aussagekraft wesentlich höher ist, als bei einem einzelnen Wert.

Koiteich - Messung des Chlorwertes
Nippon Direct – Koiteich – Messung des Chlorwertes.

Weiterführende Untersuchungen bei Koi Fischen

Leidet der Koi Karpfen unter einer Krankheit, oder wurden im Rahmen der Grunduntersuchungen Veränderungen festgestellt, so kann es erforderlich sein, weiterführende Untersuchungen durchzuführen, um eine genaue Diagnose stellen zu können. Nur so lässt sich dann eine genaue Aussage treffen über die Schwere der Erkrankung, die Prognose für den Koi, das Risiko für die anderen Teichbewohner und natürlich über die geeignete Therapie.

Koi Parasit Chilodonella
Nippon Direct – Koi Parasit Chilodonella.

Im Folgenden wird auf die gängigsten Verfahren eingegangen.

Röntgenuntersuchung bei Koi

Die Erstellung eines Röntgenbildes bei Koi Fischen kann für gewöhnlich nicht am Koi-Teich durchgeführt werden, sondern erfordert den Transport des Patienten in eine entsprechend ausgestattete und vorbereitete Tierarztpraxis oder Klinik. Die Anfertigung des Röntgenbildes findet am narkotisierten Koi statt, da dieser dazu aus dem Wasser gehoben werden muss und durch Bewegungen des Tieres Unschärfen auf den Röntgenbild entstehen, die eine Beurteilung unmöglich machen. Die häufigsten Indikationen sind der Verdacht auf Schwimmblasenerkrankungen, Knochenbrüche vor allem der Wirbelsäule, unklare Umfangsvermehrungen des Koi, Probleme des Darm-Traktes, die Beurteilung von Schlundzähnen und Laichanbildung.

Koi Fisch Röntgenbild
Nippon Direct – Koi Röntgenbild.

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Ultraschalluntersuchung bei Koi

Auch bei dieser Untersuchung ist es je nach Dauer und Aufwand nötig, den Koi in Narkose zu legen. Der Ultraschall kann im Wasser erfolgen, da dieses die Schallwellen gut leitet. Es muss dazu aber frei von Schwebstoffen sein, da diese den Schall auslöschen und somit die Bildqualität sehr negativ beeinträchtigen. Die häufigsten Indikationen sind Schwimmblasenveränderungen, Tumorerkrankungen, Probleme, die im Darm-Trakt lokalisiert sind, der Verdacht auf Laichanbildung, die Kontrolle bei Punktionen. Darüber hinaus kann sie zur Geschlechtsbestimmung, der Beurteilung der Herztätigkeit und als Monitoring bei Langzeitnarkosen herangezogen werden.

Koi Fisch während Ultraschalluntersuchung
Nippon Direct – Koi während Ultraschalluntersuchung.

Endoskopie bei Koi

Für eine Endoskopie muss der Koi-Patient meist in eine entsprechend ausgerüstete Klinik oder Praxis gebracht werden. Die Untersuchung kann nur in Narkose erfolgen, da der Koi-Patient hier absolut ruhig sein muss, um einerseits eine Verletzung des Fisches als auch eine Beschädigung des Endoskop zum Beispiel durch Schlundzähne zu verhindern. Der Einsatz bei der Beurteilung von Schlundzähnen, Verlegungen oder Zubildungen im Schlundbereich sind bisherige Indikationen. Weitere sogenannte bildgebende Verfahren wären zum Beispiel das CT und das MRT, welche bisher aber kaum Anwendung finden.

Koi Fisch während Endoskopie
Nippon Direct – Koi während Endoskopie.

Euthanasie des Koi in aussichtslosen Fällen

Falls die oben genannten Untersuchungsmöglichkeiten nicht ausreichend sind, um beispielsweise eine Umfangsvermehrung des Koi in der Leibeshöhle zu beurteilen, diese aber unbedingt erfolgen muss, da das Leben des Koi davon abhängig ist, kann eine Laparotomie, also eine Eröffnung der Leibeshöhle mit einer gegebenenfalls anschließenden OP, einer Probenentnahme oder auch Euthanasie in aussichtslosen Fällen erfolgen.

Koi Fisch mit eröffneter Leibeshöhle
Nippon Direct – Eröffnete Leibeshöhle eines Koi.

Infektionen und Resitenzen bei Koi

Bei infizierten Wunden oder anderen Infektionen, die eine Probennahme erlauben, wird normalerweise eine Tupferprobe für eine bakterielle Untersuchung mit Resistenztest genommen. Da es auch in der Fischmedizin, wie in der Humanmedizin unterschiedliche Resistenzlagen für die einzelnen Medikamente gibt, bis hin zur Multiresistenz, ist dies meist effektiver, als direkt ein Antibiotikum auf Verdacht zu geben. Gerade im Koibereich kommen häufig Resistenzen vor.

Bakterielle Untersuchung – Schon nach wenigen Tagen eine klare Aussage!

So erhält man nach wenigen Tagen eine klare Aussage, um welche Bakterien es sich handelt und welche Wirkstoffe eingesetzt werden können. Wird dies nicht abgeklärt, verliert man teilweise unnütz Zeit, da eine Resistenz gegen das verwendete Antibiotikum besteht, es also gar nicht wirken kann. Häufig wird vom Labor auch mehr als ein Bakterienstamm ermittelt, die auf unterschiedliche Präparate reagieren. Hier muss dann abgewogen werden, ob gegen alle Keime behandelt werden muss, oder ob manche zu vernachlässigen sind oder ob flankierende Maßnahmen gegen diese ausreichen.

Koi mit Wunde
Nippon Direct – Koi mit Wunde.

Verdacht auf Koi Herpesvirus KHV?

Immer wieder gibt es Krankheitsausbrüche, die eine Viruserkrankung als Hintergrund haben könnten. In diesem Fall muss eine virologische Untersuchung angestrebt werden. Dafür sind bei schweren Krankheitsverläufen tote Tiere gut geeignet, aber auch Organproben, die je nach Virusverdacht unterschiedlich sein können. Bei Koiherpesvirus-Verdacht (KHV) empfehlen sich Kiemenbiopsien oder Organmaterial von toten Koi. Die Untersuchung wird mittels PCR (Polymerase chain reaction) durchgeführt und ist bei einem akuten Geschehen mit Virusverdacht unerlässlich. Darüber hinaus wird dieser Nachweis mittlerweile auch oft vom Handel durchgeführt, um sicherzustellen, dass die zu verkaufenden Fische frei von KHV – Koi Herpesvirus sind.

Bei Nippon Direct werden in regelmäßigen Abständen Untersuchung auf das Koiherpesvirus (KHV) mittels PCR Methode durchgeführt

Koi mit Kiemenschaden
Nippon Direct – Koi mit Kiemenschaden.

Risiko für die anderen Kois minimieren!

Immer wieder gibt es Fälle, in welchen nur eine genaue Untersuchung der Organstruktur im Rahmen einer histologischen Untersuchung Aufschluss über die genaue Diagnose geben kann. Gerade bei Koibeständen kann dies erforderlich sein, um eine Aussage über das Risiko für die anderen Tiere zu treffen. Für diese Untersuchung werden kleine Gewebeproben benötigt, die sich entweder am lebenden Tier im Rahmen zum Beispiel der Biopsie einer Umfangsvermehrung auf der Körperoberfläche, oder bei veränderten Kiemen nehmen lässt, oder aber während einer Laparotomie, wenn diese Veränderungen in der Leibeshöhle zu finden sind. Natürlich besteht diese Möglichkeit auch am frisch toten Tier. Wird ein Koi Fisch zur Sektion in eine entsprechende Einrichtung geschickt, so werden routinemäßig von allen Organen Proben für eine histologische Untersuchung genommen.

Sektion des Koi wenn keine glasklare Erklärung zu finden ist

Eine Sektion des Koi kann erforderlich sein, wenn sich die Todesfälle in einem Bestand häufen und mit anderen Methoden keine klare Erklärung zu finden ist. Dann ist dies das Mittel der Wahl, um den verbliebenen Bestand zu retten. Zur Diagnosefindung durch den Pathologen gehört nicht nur die Probennahme selbst, sondern auch die genaue Begutachtung des Tierkörpers, das Aufnehmen jeder einzelnen Veränderung sowohl auf der Körperoberfläche als auch im Inneren des Koi Fisches. Dadurch lassen sich schon Hinweise finden auf Krankheiten, Zusammenhänge erstellen zwischen den einzelnen Veränderungen – es ergibt sich ein komplettes Bild.

Daher ist es wesentlich besser, einen kompletten Koi-Körper zu schicken, als nur Organproben, da hier viele wertvolle Hinweise für den Pathologen fehlen. Neben der oben erwähnten Adspektion umfasst die Sektion auch noch eine histologische Beurteilung der Organe und eine Bakteriologie. Die genannten Bereiche sind aber auch davon abhängig, wie gut der Zustand des Tierkörpers ist. Daher müssen tote Fische, die zur Sektion vorgesehen sind, umgehend aus dem Wasser entnommen werden und gekühlt werden. Auch der Versand muss umgehend unter Kühlung erfolgen.

Koi Karpfen Sektion
Nippon Direct – Sektion eines Koi

Kotuntersuchungen von Koi weniger erforderlich

Weniger häufig sind Kotuntersuchungen erforderlich, da Koi erfahrungsgemäß seltener als andere Fische unter Endoparasiten leiden. Der Verdacht auf eine solche Problemstellung ergibt sich anhand von verändertem Kot und zum Beispiel Abmagerung bei guter Futteraufnahme. Hierzu muss eine frische Kotprobe gewonnen werden, die umgehend unter dem Mikroskop untersucht wird. Spezielle Wasseruntersuchungen sind möglich, wenn es einen klaren Verdacht auf ein Krankheitsgeschehen gibt, welches vom Wasser ausgelöst wird. Da das Wasser alle Fische gleichermaßen beeinflusst handelt es sich hier für gewöhnlich um ein Bestandsproblem, das jedoch nicht bei allen Koi gleich stark ausgeprägt sein muss.

Gasübersättigung in Koiteichen

Häufiger ist die Bestimmung der Gassättigung im Koiteich oder eine Keimzahlbestimmung nötig. Besteht der Verdacht auf eine Vergiftung, so ist es erforderlich, den verdächtigen Wirkstoff ganz klar dem Labor gegenüber zu benennen, da es hier kein allgemeines Screening gibt, sondern nur gezielt auf einzelne Wirkstoffe untersucht werden kann.

Finale Gedanken zur Koi-Medizin und Untersuchungsmöglichkeiten beim Koi

Die Koi-Medizin hat sich in den letzten Jahren und Jahrzehnten immer weiter entwickelt und profitiert auch von den Untersuchungsmöglichkeiten, die sich beim Menschen und beim Säugetier etabliert haben. So ist es möglich, Krankheiten heute sehr oft klar zu benennen und dementsprechend gezielt zu handeln. Eine Behandlung ins Blaue, wie das in der Aquaristik früher oft praktiziert wurde ist nicht mehr nötig. Dadurch wird viel Zeit gespart, die Tiere werden nicht verschiedenen Behandlungsversuchen auf Verdacht hin unterzogen, die Stress und Belastungen verursachen. Dies schont nicht nur die Koi selber, sondern auch die Umwelt, denn ein Koiteich ist kein autarker Bereich!

Der Tierarzt und der Koihalter haben gleichermaßen auch die Verantwortung nicht ausschließlich zum Wohle der Koi zu handeln, sondern auch die Medikation so zu wählen, dass so gezielt wie möglich nur die betroffenen Tiere behandelt werden, weitere gesunde Teichbewohner geschont werden und die Wasserbelastung so gering wie möglich ist, denn dieses Wasser wird beim Wasserwechsel dem allgemeinen Wasserkreislauf wieder zugeführt!

Koi Karpfen
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Quelle: Koi Kurier Ausgabe 80 – Untersuchungsmöglichkeiten beim Koi | Text & Bilder: Dr. med. vet. Werner Hoedt, Dr. med. vet. Friederike Weinzierl, Tierärztin Maite Schneider;
Bildnachweis: luiisrtz | Lizensiert via Pexels

Koi Karpfen
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