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Augen auf beim Koi-Kauf! Was gilt es zu beachten?

Koi Karpfen im Gartenteich
Nippon Direct – Augen auf beim Koi-Kauf! Was gilt es zu beachten?

Nach einem mässigen Winter kommt nun endlich das Frühjahr. Die Vögel singen, die ersten Schmetterlinge sind zu sehen und die Frühjahrsblüher erfreuen uns. Auch das Leben am Koiteich erwacht und die neue Koi-Saison beginnt. Bei vielen erwächst beim Blick auf die Schützlinge der Wunsch, die Kollektion der Koi-Juwelen im Gartenteich zu erweitern.

Aber vorsicht! Auch das Zusetzen von neuen Koi Karpfen will wohl überlegt und genau geplant sein ✔

Größe und Technik der Koiteiches ausreichend für Anschaffung weiterer Kois?

Zu allererst sollte einmal beurteilt werden, ob die Größe des Teiches und die vorhandene Technik mit dem bestehenden Koibesatz überhaupt die Anschaffung weiterer Koi Fische zulässt, oder ob dieser dann zu viele Kois beherbergt, was das Gleichgewicht im Ökosystem Koi-Teich in Gefahr bringen und zu anhaltenden Problemen führen kann. Hier gibt es keine Faustregel, die angewandt werden kann. Nicht nur die gesamte Koi-Masse auf die Literzahl des Teiches ist entscheidend, sondern auch die Filterleistung, der Sauerstoffeintrag, Fütterungsgewohnheiten des Teichbesitzers und vieles mehr.

Koi Karpfen im Gartenteich
Nippon Direct – Größe und Technik der Koiteiches ausreichend für Anschaffung weiterer Kois?

Der richtige Zeitpunkt für den Koi-Kauf?

Als nächstes sollte der geeignete Zeitpunkt für den Koi-Kauf abgepasst werden. Bei einer Innenhälterung mit konstanten Temperaturen ist dies kein Problem, bei unbeheizten oder teilweise beheizten Außenteichen muss genau auf die Wassertemperatur geachtet werden, da die im Koihandel zu kaufenden Fische meist warm überwintert werden. Große Temperaturdifferenzen belasten den Neuzugang sehr und machen die Eingewöhnung für das Tier umso schwerer. Der Temperaturunterschied sollte idealerweise nicht mehr als 2 ° C betragen.

Mai bis Juli für den Koi Kauf gewöhnlich am optimalsten!

Daher sind die Monate Mai bis Juli für gewöhnlich am günstigsten. Auch wenn früher im Jahr die Temperaturen bereits höher sind, so muss trotzdem bedacht werden, dass die Filterleistung eventuell noch nicht optimal ist. Ein durchgeführter Nitrittest kann schnell über den aktuellen Status des Filters Auskunft geben – er zeigt, ob die Filterbakterien schon in ausreichender Zahl vorhanden sind und effektiv arbeiten.

Unbedingt! Test auf KHV – Koi Herpes Virus!

Der Erwerb neuer Koi sollte sich auch nach den eigenen Quarantänemöglichkeiten richten. Normalerweise sind bei guten Koihändlern die Kois auf KHV getestet. Darauf sollte man auch unbedingt Wert legen. Dies ist bei Privatverkäufen natürlich häufig nicht der Fall, hier sollte besprochen werden, ob ein Test zur Absicherung des eigenen Altbestandes nicht noch durchgeführt werden kann. Erfahrungen der vergangenen Jahre haben gezeigt, dass mittlerweile von aktuell importierten Koi ein sehr geringes Risiko ausgeht, sich KHV in den Bestand zu holen. Durch die Erfahrungen der letzten Jahre wird auch regelmäßig getestet. Dennoch sollte man sich die Testergebnisse ansehen. Bei bereits seit Jahren in Deutschland schwimmenden Koi ist das Risiko deutlich höher, denn Koibestände sind oft eine bunt zusammen gewürfelte Gruppe unterschiedlichster Herkunft und mit unterschiedlichster Geschichte, sie können stille Träger sein!

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Koi vor dem Zusetzen grundsätzlich auf Parasiten untersuchen

Ein zwar wesentlich besser zu behandelndes aber dennoch nicht zu unterschätzendes Problem ist der Befall mit Parasiten. Idealerweise sollten die Kois vor dem Zusetzen auf Parasiten untersucht und gegebenenfalls behandelt werden. Dies wird mittels eines Haut- und Kiemenabstriches durchgeführt und ist kein großer Aufwand, kann aber massive Erkrankungen verhindern. Eine Quarantäne ist, wenn die Möglichkeit besteht, natürlich immer sinnvoll. Vier Wochen wären hier das Minimum.

Aufgemerkt bei Hautwunden und vermehrten Scheuern und Springen!

Ganz entscheidend ist es, im Vorfeld des Kaufes den Bestand, die Filtertechnik und die Sauerstoffzufuhr der Hälterung der gewünschten Koi zu betrachten. Auch wenn die ausgewählten Tiere selber makellos aussehen, muss man doch sehr misstrauisch werden, wenn andere Kois im gleichen Becken auffällig sind, zum Beispiel Hautwunden haben, die Schleimschutzschicht verdickt ist, sich diese unnormal verhalten, vermehrt Scheuern und Springen oder Verletzungen aufweisen. Im Zweifelsfall sollte man dann von der Anschaffung Abstand nehmen. Die Eingewöhnung kann durch unterschiedliche Filtertechnik und Sauerstoffzufuhr schwieriger werden.

Herausforderung für das ungeübte Immunsystem des Koi

Kommen Koi aus einer nahezu sterilen Haltung in einen sehr naturbelassenen Teich, so ist das erst mal eine Herausforderung für das ungeübte Immunsystem des Neuen und erhöht damit das Risiko für Erkrankungen. Auch wenn der Altbestand über mehrere Jahre keinen Kontakt zu anderen Koi hatte, kann für diese Koi die Konfrontation mit neuen Keimen belastend sein. Es gibt auch Koi, die in mit reinem Sauerstoff angereicherten Wasser leben. Der Körper hat sich daran gewöhnt und die plötzliche Umstellung auf die Anreicherung mit Umgebungsluft kann zu vermehrter Atmung oder einer Belastung des Tieres führen. Hier dürfte eine vorübergehende Erhöhung des Sauerstoffgehaltes im Wasser zumindest etwas Unterstützung bei der Eingewöhnung bieten.

Kois mit hohem Weißanteil neigen deutlich stärker zum Sonnenbrand

Nicht jeder Farbschlag passt in jeden Teich! Manche Farbvarianten haben Eigenheiten, die mit eingeplant werden müssen. Tiere mit hohem Weißanteil zum Beispiel neigen deutlich stärker zum Sonnenbrand, eigenen sich also weniger für sehr klare Teiche oder Teiche mit flachen Uferzonen mit starker Sonneneinstrahlung ohne ausreichend Schatten.

Nehmen Sie sich Zeit für die Beurteilung des gewünschten Koi

Sind alle diese Punkte abgeklärt, bleibt letztendlich noch die Beurteilung des gewünschten Koi selber. Dazu sollte man sich Zeit nehmen und auch die Fütterung beobachten.

Achten Sie auf folgende Veränderungen beim Koi Kauf

Flossenschäden bei Koi

Ein Kriterium ist, ob die Flossen des Koi symmetrisch sind, wie es normalerweise der Fall ist. Asymmetrien können die Ursache in Missbildungen, Verletzungen oder Entzündungen haben. Möglicherweise wurden diese dann geschnitten. Des Weiteren kann eine Ungleichmäßigkeit der Flossenstrahlen durch Brüche oder Kallusbildung nach alten Brüchen zu Stande kommen. Auch Rötungen oder Löcher in den Flossen sollten misstrauisch machen.

Koi mit Loch in der Rückenflosse
Nippon Direct – Koi mit Loch in der Rückenflosse.

Auffälligkeiten der Haut bei Koi

Zubildungen an den Flossen oder an anderen Körperbereichen des Koi, besonders häufig im Maulbereich, die oft flankiert werden von weißen festsitzenden Belägen, legen der Verdacht auf sogenannte Koipocken (Cyprines Herpesvirus 1) nahe. Diese sind nicht hochgradig ansteckend, können aber dennoch andere Koi infizieren und sind behandel, aber nicht heilbar.

Koi mit sogenannten Karpfenpocken
Nippon Direct – Koi mit sogenannten Karpfenpocken.

Wirbelsäulenveränderungen bei Koi

Bei der Beobachtung lassen sich auch Wirbelsäulenveränderungen bei Koi erkennen. In der Aufsicht sieht man Abweichungen von der Achse nach rechts oder links, bei der Beurteilung von der Seite nach oben oder unten. Neben Verkrümmungen kann die Wirbelsäule auch unphysiologisch unbeweglich sein. In den meisten Fällen ist eine Verwachsung von Wirbeln die Ursache. Diese Probleme können zur Beeinträchtigung der Schwimmfähigkeit führen und sich eventuell auch noch verschlimmern, wenn die zu Grunde liegende Verletzung noch nicht lange her ist.

Koi mit Verkrümmung der Wirbelsäule
Nippon Direct – Koi mit Verkrümmung der Wirbelsäule.

Schwimmblasenprobleme bei Koi

Neben Wirbelsäulenveränderungen des Koi können auch Schwimmblasenveränderungen das Schwimmvermögen beeinträchtigen. Verdächtig sind hier Mühe beim Schwimmen, starkes Rudern, übermäßige Schwanzflossenbewegungen, Probleme beim Ab- oder Auftauchen, eine schiefe Wasserlage, Ausbeulungen am Körper oder gar das Liegen am Boden. Es können die verschiedensten Schwimmblasenveränderungen vorkommen. Sie kann von Geburt an zu klein oder nur teilweise angelegt sein, sie kann beispielsweise im Zuge einer Entzündung Flüssigkeit enthalten oder der Druckausgleich kann behindert sein, so dass eine Anpassung nicht mehr möglich ist. Erfahrungsgemäß sind Kumonryu-Linien anfällig für Schwimmblasenprobleme.

Verletzungen des Koi

Bei der Beurteilung des Koikörpers von allen Seiten fallen alte oder auch neue Verletzungen auf. Neue Verletzungen bergen immer das Risiko, dass sich diese infizieren können. Alte Verletzungen oder Narben können sich zeigen in Form von fehlenden Schuppen, offensichtlich nicht der natürlichen Farbgebung entsprechenden, anders pigmentierten Hautarealen oder Verdickungen der Haut.

Koi mit teilweise schon abheilende Wunde
Nippon Direct – Koi mit teilweise schon abheilende Wunde.

Ernährungszustand des Koi

Der Ernährungszustand lässt einerseits Rückschlüsse auf den Gesundheitszustand des Koi zu und andererseits auch auf mögliche Gesundheitsrisiken. Ein Koi mit optimalem Ernährungszustand sieht stromlinienförmig aus mit torpedoartiger Körperform. Abgemagerte Tiere hingegen wirken eingefallen und in der Aufsicht zu dünn (Messerrücken). Der Vergleich mit anderen Koi kann hier bei der Beurteilung helfen. Ein besonders dicker Koi ist mitnichten ein Zeichen von besonders guter Vitalität und Gesundheit. Ein verfetteter Koi hat ein erhöhtes Risiko, an Organproblemen oder Laichverhalten zu erkranken.

Tumore bei Koi

Stellt sich eine Umfangsvermehrung nicht symmetrisch und gleichmäßig dar, wie bei einem verfetteten Koi oder einem Koi mit Laichansatz, so besteht die Gefahr, dass ein Tumor dahinter steckt. Häufig wird hier im Vorbericht erzählt, dass der Fisch plötzlich stark zugenommen hat, ohne entsprechend mehr Futter oder sogar weniger Futter aufzunehmen.

Koi mit von der Keimdrüse ausgehendem Tumor
Nippon Direct – Koi mit von der Keimdrüse ausgehendem Tumor.

Fütterung der Koi

Als weiteren Schritt sollte man einer Fütterung der Koi beiwohnen: Hier ergeben sich möglicherweise weitere Anhaltspunkte auf Erkrankungen oder Veränderungen, die beim bloßen Beobachten nicht unbedingt aufgefallen wären.

Augenveränderungen bei Koi

Augenveränderungen kommen bei Koi Karpfen relativ häufig vor. Natürlich orientieren sich die Tiere nicht nur mit den Augen sondern auch anderen Sinnen (Seitenlinienorgan, Tastsinn, Geschmackssinn), aber dennoch ist die Rolle des Sehsinns bedeutend. Gerade beim Zusammenleben mit anderen Fischen ist es für jeden einzelnen erforderlich, zum Beispiel das Futter auch mit den Augen wahrzunehmen, da die anderen hungrigen Artgenossen sonst schneller sind. Bei der Betrachtung der Augen sollte man beide Augen beurteilen, da Veränderungen auch nur ein Auge betreffen können. Beläge, Einwachsungen von pigmentierter Haut, Zubildungen, das Fehlen eines Auges oder ein deutlich hervorstehendes oder zu kleines Auge oder Glotzaugen sollten hellhörig machen. Fällt im Rahmen der Fütterung auf, dass der Koi das Futter nicht findet trotz wiederholter Versuche, sollte dem auch nachgegangen werden.

Koi mit beginnender Veränderung am Auge
Nippon Direct – Koi mit beginnender Veränderung am Auge.

Saugmaul – /  Zahnprobleme bei Koi

Die Fütterung kann auch Rückschlüsse auf funktionelle Probleme des Maules oder Zahnprobleme geben. Typisch ist hier, dass der Koi Karpfen zum Futter hingeht, also Hunger hat. Allerdings kann der Koi dann das Futter nicht aufnehmen, oder er nimmt das Futter, kaut dann vielleicht lange darauf herum oder spuckt es wieder aus. Die betroffenen Koi weisen nicht selten einen reduzierten Ernährungszustand auf. Während Probleme mit den Schlundzähnen äußerlich nicht erkennbar sind, fallen Asymmetrien oder andere Veränderungen des Maules häufig schon auf. Dabei ist es hilfreich darauf zu achten ob beide Barteln zu sehen sind und ob der Koi das Futter mühelos einsaugen kann.

Koi mit verformten Kieferknochen
Nippon Direct – Koi mit verformten Kieferknochen.

Soll ich den Koi in meinen Bestand aufnehmen?

Wenn nun ein Koi eine Krankheit hatte welche komplett ausgeheilt ist, wie zum Beispiel eine verheilte Hautwunde, so ist dies kein Grund, den Koi nicht in den Bestand auf zu nehmen, man sollte sich dessen nur bewusst sein, insbesondere wenn sich für den Koi Einschränkungen ergeben oder besondere Bedingungen geschaffen werden müssen.

Koi mit Fadenzügel zur Kieferregulierung
Nippon Direct – Koi mit Fadenzügel zur Kieferregulierung.

Koi Kauf – Lassen Sie sich Zeit und überstürzen Sie nichts!

Beim Aussuchen eines neuen Teichbewohners sollte man sich viel Zeit lassen und nichts überstürzen, um zu verhindern, dass aus der anfänglichen Freude Ernüchterung wird. Auch kann man sich hier nicht wie bei einem technischen Gerät auf eine Garantie oder Umtauschmöglichkeit verlassen. Ist der Koi Fisch einmal im neuen Bestand gewesen, und sei es auch nur für eine Stunde, gibt es kaum noch Möglichkeiten, den Koi Kauf rückgängig zu machen, da es nur noch schwer möglich ist zu beweisen, dass der Schaden bereits beim Erwerb bestanden hat.

Im Zweifel sollte man besser auf den Kauf des Koi verzichten!

Fallen beim Koi Kauf  Veränderungen auf, so sollte man das mit dem Verkäufer besprechen um abzuschätzen, ob daraus weitergehende Probleme für den Koi selbst oder den Altbestand entstehen können. Im Zweifel sollte man auf den Koi Kauf verzichten, oder den Schaden, wenn der Koi dennoch gekauft wird, vertraglich festhalten.

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Quelle: Koi Kurier Ausgabe 79 – Augen auf beim Fischkauf | Text & Bilder: Dr. med. vet. Werner Hoedt, Dr. med. vet. Friederike Weinzierl, Tierärztin Maite Schneider;
Bildnachweis: Julia Stepper | Lizensiert via Unsplash

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