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Columnaris bei Koi: Nachweis, Symptome & Behandlung

Vielzahl an Koi Fischen im Gartenteich
Nippon Direct – Columnaris bei Koi: Nachweis, Symptome & Behandlung.

Manche Krankheiten wie Koi Herpesvirus (KHV) oder Karpfenpocken sind jedem Koihalter ein Begriff.

Die Columnaris-Erkrankung bei Koi dagegen ist unbekannter. Doch sollte man dieses Problem durchaus im Hinterkopf behalten.

Beim Verursacher der Columnaris-Erkrankung handelt es sich um ein gram-negatives, aerobes, stäbchenförmiges Schleimbakterium.

Columnaris bei Koi: Flavobacterium Columnare und Flexibacter columnaris

Durch die Änderung der Taxonomie findet man beide Begriffe, Flavobacterium Columnare und Flexibacter columnaris. Andere verwendete Begriffe sind Häufchenbakterien, Chondrococcus. Es ist schlank und kann sich gleitend fortbewegen sowie sich zu Säulen zusammenlagern. Das Bakterium wurde 1922 zum ersten Mal beschrieben und 1944 zum ersten Mal nachgewiesen.

Vermeiden Sie Überfütterung der Koi

Der Keim ernährt sich vorwiegend von Eiweißen aus Schleim und Kot. Aufgrund dieser Ernährung begünstigt ein starker Eiweißeintrag ins Wasser zum Beispiel durch eine besonders üppige Fütterung der Koi (vorwiegend im Frühjahr) ebenso wie das Ablaichen das Bakterienwachstum. Dieses Bakterium kommt ubiquitär im Wasser vor und besitzt ein pathogenes Potential.

Stark geschädigte Kiemen beim Koi
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Columnaris-Erkrankung bei Koi: Krankheitsbild

Die Erkrankung kann sowohl akut als auch chronisch verlaufen. Bei schwachvirulenten Erregern tritt der chronische Verlauf ein, auch in diesem Fall kommen Todesfälle vor, allerdings fast ausschließlich im Zusammenhang mit ausgedehnten Hautläsionen. Akut verläuft die Erkrankung bei der Infektion mit hochvirulenten Erregerstämmen, es kommt dabei häufig zu generalisierten Infektionen und Todesfällen.

Optisch können die Symptome einer Pilzinfektion ähneln

Das Krankheitsbild stellt sich nicht immer gleich dar. Optisch können die Symptome einer Pilzinfektion ähneln. Ein Begriff, der das gut ausdrückt, ist daher die Bezeichnung Cotton Wool Disease. Es treten grau-weiße Flaumflecken besonders in der Maulgegend (Maulschimmel) oder am Kopf auf, ebenso wie kleine weiße Nekroseherde, Flossenschäden und Entzündungen, die sich zu flachen Geschwüren entwickeln können. Diese hellen Punkte sind häufig am Übergang vom Kopf zum Rücken zu sehen – dazu passt eine Bezeichnung für dieses Krankheitsbild, der Begriff Sattelrückenkrankheit (Saddleback Disease).

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Kiemenschwellungen und Nekrosen

Histologisch zeigen sich Kiemenschwellungen, Epithelproliferationen, Ulzerationen und Nekrosen. In einigen Fällen kommt es zu einer generalisierten bakteriellen Erkrankung. Immer wieder zeigen erkrankte Koi Fische Flossenklemmen oder schaukelnde Schwimmbewegungen oder sondern sich ab. Die Bakterien zeigen eine Affinität zu den Kiemen, die von den Wasserwerten beeinflusst werden kann. Hier zeigen sich helle Kiemenspitzen und streifige Kiemen, im Endstadium treten Kiemennekrosen auf, die an KHV (Koi Herpesvirus) erinnern.

Häufig im Zusammenhang mit KHV oder CEV

Die Columnaris-Erkrankung bei Koi wird auch häufiger im Zusammenhang mit KHV (Koi Herpes Virus) oder CEV (Carp Edema Virus) nachgewiesen. Auch wenn häufig nur Einzeltiere betroffen sind, kann diese Krankheit hochansteckend sein und einen Großteil des Koi-Bestandes befallen. Die Übertragung kann von Koi zu Koi erfolgen, ebenso wie übers Wasser oder über Geräte.

Zu hohe Besatzdichte, schlechte Wasserqualität & schnelle Temperaturwechsel

Begünstigende Faktoren sind eine zu hohe Besatzdichte, schlechte Wasserqualität, steigende Temperaturen oder schnelle Temperaturwechsel. Ab Temperaturen über 15 °C vermehren sich Columnarisbakterien stark auf den Kiemen. Die Behandlung wird besonders dadurch erschwert, dass die Bakterien gegen viele Antibiotika und Chemotherapeutika resistent sind. Daher muss unbedingt ein Antibiogramm mit Resistenztest angefordert werden, um unnötige und zeitraubende Fehlversuche in der Therapie zu verhindern. Bis die Laborbefunde vorliegen, sollte aber bereits mit einer Therapie begonnen werden, da es sich häufig um eine schwere Erkrankung handelt, die keinen Aufschub duldet.

Hautveränderungen beim Koi
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Columnaris-Erkrankung bei Koi: Behandlung

Reduzierung der Fütterung

Die Behandlung setzt an verschiedenen Punkten an. Zum einen muss der Eiweißeintrag vermindert werden. Je nach Grundursache kann das eine Reduzierung der Fütterung bedeuten oder das Verwenden eiweißärmeren Futters. Eine gute Belüftung ist wichtig, um den Koi Fischen mit Kiemenveränderungen die Sauerstoffaufnahme zu erleichtern ebenso wie eine Optimierung der Wasserqualität.

Keimreduktion durch Desinfektion

Neben einer Keimreduktion durch lokale Desinfektion am Koi Karpfen ist eine Wasserdesinfektion zum Beispiel durch Salz- und Chloramin-T essentiell. Eine Antibiose kann notwendig sein, je nachdem, wie gravierend das Krankheitsbild ist.

Behandlung gleich zu Beginn der Erkrankung

Entscheidend ist eine Behandlung gleich zu Beginn der Erkrankung, da bei stark erkrankten Tieren die Prognose nicht gut ist. Im Idealfall wird die Krankheit erkannt, wenn erst ein kleiner lokaler Herd vorhanden ist. Dann kann die Ausbreitung gut verhindert werden.

Helle Kiemenspitzen beim Koi
Nippon Direct – Helle Kiemenspitzen beim Koi.

Columnaris-Erkrankung bei Koi: Nachweis

Nachweis via DNA-Test

Im Labor (z.B. bei Tauros-Diagnostik GbR) kann ein Nachweis über einen DNA-Test innerhalb von ca. 2 Tagen erbracht werden. Als Probenmaterial reicht eine reiskorngroße Kiemenprobe aus, welche in 100%-iger Isopropanollösung konserviert und verschickt werden muss. Entsprechende Probengefäße, die bereits Isopropanol enthalten, sind in der Apotheke oder über das jeweilige Labor erhältlich.

Columnaris wird bei der üblichen Bakteriologie nicht nachgewiesen!

Der Erreger ist nur schwer anzüchtbar. Die Kultivierung gelingt auf Spezialnährböden. Wichtig ist auch, dass hier nicht die übliche Säugetiertemperatur zum Bebrüten verwendet wird, sondern die Temperatur des Gewässers. Die Anzucht dauert vier Tage. Aufgrund dieser Besonderheiten wird Columnaris nicht bei der üblichen Bakteriologie nachgewiesen. Besteht aufgrund der Krankheitssymptome der Verdacht auf diese Erkrankung, so muss das dem Labor gegenüber direkt geäußert werden. Eine Direktanfärbung der Erreger mit Methylenblau ist möglich.

Optimale Koi-Haltung senkt das Risiko für eine Erkrankung

Wichtig ist, die Haltungsbedingungen für die Koi so optimal wie möglich zu gestalten und so das Risiko für eine Erkrankung zu senken. Im Rahmen unserer tierärztlichen Tätigkeit stellen wir Columnaris-Erkrankungen nicht selten fest, bei Kiemenveränderungen sollten wir also nicht nur an schlechte Wasserwerte, Parasiten und Viruserkrankungen denken.

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Sie erhalten bei uns nur gesunde Kois. Unsere Anlage wird fachtieräztlich betreut und in regelmäßigen Abständen finden klinische Bestandsuntersuchungen, pathologisch-anatomische und mikrobiologische Untersuchungen statt. Die Wasser- und Hygieneverhältnisse werden ebenso regelmäßig kontrolliert und dokumentiert. Weitere Informationen finden sie unter Koi Gesundheitscheck

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Quelle: Koi Kurier Ausgabe 99 – Columnaris Erkrankung | Text & Bilder: Dr. med. vet. Werner Hoedt, Dr. med. vet. Friederike Weinzierl, Tierärztin Maite Schneider;
Bildnachweis: Kelly Sikkema | Victor Deweerdt | Lizensiert via Unsplash

Koi Karpfen im Teich
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