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Koi Gesundheit – Wenn es juckt und kratzt!

Koi Karpfen im Teich
Nippon Direct – Koi Gesundheit – Wenn es juckt und kratzt!

Nach dem langen Winter haben die Koi-Teiche nun endlich akzeptable Temperaturen für die Koi Fische erreicht. Die meisten Probleme beim Start ins Frühjahr sind überwunden.

Alerdings ist jetzt, im Frühjahr, die typische Jahreszeit in der sich bei einem Befall mit Ektoparasiten Symptome zeigen.

Koi Parasiten vermehren sich schneller bei höheren Wassertemperaturen

Nicht nur für die Koi sind die Wassertemperaturen nun besser, bei höheren Wassertemperaturen vermehren sich auch Parasiten schneller und werden dann zum Problem für die Kois. Ein parasitenfreier Koibestand ist nahezu nicht zu erreichen.

In natürlichen Gewässern haben die Koi auch Parasiten, im Gartenteich leben jedoch mehr Koi auf engerem Raum und eine Verdünnung durch beispielsweise Bäche als Zu- und Ablauf fehlt,  so kann es zu massiven Befallsstärken kommen.

Regelmäßige Kontrollen des Koi-Parasitenstatus

Es sollte daher durch regelmäßige Kontrollen der Parasitenstatus im Auge behalten werden. So kann bei Bedarf frühzeitig behandelt werden und Folgeschäden wie Hautwunden können vermieden werden.

Untersuchung eines Koi
Nippon Direct – Regelmäßige Kontrollen des Koi-Parasitenstatus.

Vermehrtes Springen und Scheuern der Koi Karpfen

Wenn der Parasitenbefall ein für die Koi störendes Maß erreicht hat, sind Anzeichen wie vermehrtes Springen und Scheuern an Teichgrund, Steinen, Wasserzuläufen oder Ähnlichem zu beobachten. Die Tiere haben Juckreiz und versuchen diesen zu beseitigen. Allerdings zeigen nicht alle Koi diese Anzeichen.

Flossenklemmen und eingefallene Augen bei Koi

Weitere Anzeichen für Parasitenbefall, aber auch für andere Erkrankungen, sind das so genannte Flossenklemmen und eingefallene Augen. Der Koi zeigt einfach, dass es ihm nicht gut geht.

Koi mit Flossenklemmen
Nippon Direct – Koi mit Flossenklemmen

Vermehrte Schleimbildung der Haut bei Koi

Beim beobachten der Koi sollte auf vermehrte Schleimbildung der Haut geachtet werden. Die Koi sehen wie mit einem weißlichen oder grauen Schleier belegt aus oder es zeigen sich an einzelnen Stellen Schleimansammlungen. Auch schnellere oder heftigere Kiemendeckelbewegungen beim Atmen sind zu beobachten, da die Kiemen verschleimt oder das Kiemenepithel geschädigt sind und den Koi das Atmen schwerer fällt. Viele Parasiten schädigen die Haut und so kommt es zur sekundären Infektion mit Bakterien und Pilzen. Tauchen in einem Teich bei mehreren Fischen kleine Hautwunden auf, sollte auch immer an einen Befall mit Ektoparasiten gedacht werden.

Um Parasiten nach zu weisen, kann ein Abstrich von Haut und Kiemen gemacht werden. Dieser Ausstrich kann nativ, das heißt ohne spezielle Färbeverfahren, direkt vor Ort mit dem Mikroskop beurteilt werden. Wichtig ist, dass der Ausstrich möglichst frisch ist, da einige sehr kleine Parasiten nur am Bewegungsmuster eindeutig erkannt werden können.

Vermehrte Schleimbildung beim Koi
Nippon Direct – Vermehrte Schleimbildung beim Koi.

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Im Folgenden sollen nun kurz die beim Koi häufig vorkommenden Parasiten dargestellt werden

1. Einzellige Parasiten bei Koi

1.1. Trichodina spp., Größe ca. 60 μ

Trichodina verursacht eine leichte Hauttrübung und teilweise eine geringgradige Kiemenschwellung. Einzelne Trichodina kann man sehr häufig im Haut- und auch im Kiemenabstrich finden. Dies stellt kein Problem dar und mus, wenn keine Symptome vorhanden sind, nicht behandelt werden. Viele Trichodina in einem Ausstrich sind oft ein Zeichen für zum Beispiel durch Futterreste belastetes Wasser. Auch hier muss nicht immer medikamentös behandelt, sondern hauptsächlich die Ursache beseitigt werden.

Koi Parasiten Trichodina
Nippon Direct – Koi Parasiten Trichodina

1.2. Costia Ichtyobodo necator, Größe ca. 10 μm

Dieser einzellige Parasit wurde von den Japanern als Koi-Killer Nummer eins bezeichnet. Besonders bei der Koibrut kann er zu massiven Ausfällen führen. Er kann die Tiere vor allem in der Winterruhe stark schwächen. Wenn man rechtzeitig behandelt, also nur Trübung der Haut zu sehen ist aber noch keine eingefallenen Augen fest zu stellen sind, kann mit formalinhaltigen Medikamenten relativ erfolgreich therapiert werden. Auch hier ist immer die Wasserqualität und Teichhygiene zu überprüfen.

1.3. Chilodonella spp., Größe ca. 50 μm

Wegen der massiven Schleimbildung die bei Befall mit diesem Parasiten ausgelöst wird, wird dieser Parasit Hauttrüber genannt. Aufgrund seiner Herzform auch oft herzförmiger Hauttrüber. Auch er gilt als Schwächeparasit. Oft wird er mit Nutzfischen (zum Beispiel Karpfen, Schleien) in den Teich eingeschleppt. Eine Besonderheit dieses Parasiten ist, dass er sich auch bei tiefen Temperaturen gut vermehren kann.

Koi Parasiten Chilodonella
Nippon Direct – Koi Parasiten Chilodonella

1.4. Ichtyophthirius multifiliis, Größe ca. 700 μm (erwachsener Parasit)

Ist der Erreger der sogenannten Weißpünktchenkrankheit. Die Koi zeigen am gesamten Körper ca. stecknadelkopfgroße weißliche Punkte auf der Haut und, je nach Befallsstärke durch die Schädigung der Kiemen, Atemnot. Die Tiere haben starken Juckreiz. Dieser Parasit lebt je nach Entwicklungsstadium am Fisch, freischwimmend oder am Teichgrund. Bei der Behandlung ist eine ausreichende Behandlungsdauer für den Erfolg entscheidend.

2. Mehrzellige Parasiten bei Koi

2.1. Fischegel Pisciola geometra, Größe ca. 2-4 cm

Kommen im Koiteich selten vor. Sie können über Pflanzen und Enten eingeschleppt werden. Bei starkem Befall kann es durch das Blutsaugen zu Blutarmut bei den Koi kommen. Die Egel können auch Blutparasiten übertragen. Die Wunden, die durch das Ansaugen der Egel entstehen, infizieren sich nicht selten sekundär mit Bakterien oder Pilzen.

2.2. Ankerwürmer Lernea spp., Größe bis zu 2 cm lang

Werden hauptsächlich bei frisch importierten Fischen gefunden und schon von den Händlern entfernt. Daher haben Teichbesitzer nur sehr selten mit diesen Parasiten zu tun. Die adulten Weibchen leben parasitär und bohren sich in die Muskulatur der Fische. Ein Larvenstadium dieser Parasiten die Kopepoden befallen Kiemen, Haut und Flossen. Durch die sich die Haut bohrenden Weibchen entstehen Hautverletzungen; Blutungen, Entzündungen bis hin zu Muskelnekrosen und es kommt auch hier zu Sekundärinfektionen.

2.3. Hauthakensaugwürmer Gyrodacytlus spp., Größe 0,8 mm und Kiemenhakensaugwürmer Dactylogyrus spp., Größe ca. 1-2 mm

Die Würmer haken sich mit ihrem Hakenapparat in den Kiemen und der Haut der Koi ein und hinterlassen auch kleine Verletzungen. Die Koi scheueren sich aufgrund des Juckreizes, den diese Erkrankung verursacht. Gegen diese Parasiten kann man mit den entsprechenden Wurmmitteln behandeln. Dabei muss darauf geachtet werden, dass für die jeweilige Fischart das verträgliche Medikament gewählt wird. Für Goldfische ist beispielsweise ein Mittel unverträglich, das für den Koi kein Problem darstellt.

Koi Parasiten Hakensaugwürmer in der Vergrößerung
Nippon Direct – Koi Parasiten Hakensaugwürmer in der Vergrößerung

2.4. Karpfenläuse

Bei Teichen, die aus natürlichen Gewässern gespeist werden oder im Überschwemmungsgebiet liegen, kommt es nicht selten zu einem Befall mit Karpfenläusen. Das oft beschriebene Absammeln der Karpfenläuse kann nicht zum Erfolg führen, da die Parasiten nicht nur am Fisch sondern auch im Bodengrund sind. Wirksame Medikamente haben eine sehr lange Halbwertszeit und belasten die Umwelt. Daher ist eine umweltschonende jedoch aufwändige Methode die Fische umzusetzen und den Teich komplett zu reinigen.

Auch wenn die Symptome während der Behandlung der Koi schon verschwinden, muss auf jeden Fall zu Ende behandelt werden

Ist nun eine Diagnose gestellt, kann, wenn notwendig, gezielt behandelt werden. Hierbei ist eine genaue Dosierung pro Liter Wasser notwendig. Auch wenn die Symptome während der Behandlung schon verschwinden, muss auf jeden Fall zu Ende behandelt werden. Ist die Erkrankung nicht weit fortgeschritten ist die Prognose gut. Während der Therapie kann zum Beispiel mit einer zusätzlichen Belüftung unterstützt werden.

Die meisten der Parasiten schädigen Kiemen und Haut der Koi

Diese kurze Zusammenstellung an Parasiten soll zeigen, dass das Spektrum an Ektoparasiten groß ist. Das Thema sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden, da die meisten der Parasiten Kiemen und Haut schädigen, zwei lebenswichtige Organe für die Fische. Wenn der Koi Probleme hat zu atmen oder die Barrierefunktion der Haut zerstört ist, kann dies schnell lebensbedrohlich werden. Daher ist es wichtig, seine Tiere zu beobachten und bei den ersten Anzeichen wie Verhaltensänderung oder Schleimbildung schnellstmöglich eine genaue Diagnose stellen zu lassen.

Koi mit verschleimten Kiemen
Nippon Direct – Koi mit verschleimten Kiemen

Gezielte Behandlung der Koi

So kann gezielt behandelt werden und die Koi und die Umwelt werden nicht unnötig mit Medikamenten belastet, die auf Verdacht eingesetzt werden und eventuell gegen die vorhandenen Parasiten gar nicht wirksam sind.

Koi Parasiten werden bei Zukäufen eingeschleppt

Meist werden Parasiten bei Zukäufen eingeschleppt. Daher ist eine Untersuchung vor dem Zusetzen sinnvoll. Wie in vielen Fällen kann auch hier ein gutes Management helfen, Probleme zu vermeiden und den Koi Leid zu ersparen.

Koi mit Schleimbelag
Nippon Direct – Koi mit Schleimbelag

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Quelle: Koi Kurier Ausgabe 76 – Wenn es juckt und kratzt! | Text & Bilder: Dr. med. vet. Werner Hoedt, Dr. med. vet. Friederike Weinzierl, Tierärztin Maite Schneider;

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