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Koi im Klimawandel – Teil 2 – Mistwetter

Zwei Koi Fische unter Wasser
Koi im Klimawandel – Teil 2 – Mistwetter

Beim letzten Mal stand das Thema Hitze, siehe Koi im Klimawandel – Teil 1 – Hitze, im Vordergrund, aber auch mit anderen Extremen werden wir in Zukunft immer mehr zu kämpfen haben.

Schon vor Jahren sagten Klimaprognosen Veränderungen in den Wettersystemen voraus, die bereits heute regelmäßig auftreten. So werden beispielsweise Wetterwechsel seltener, was zu länger andauernden Hitzeperioden führen kann, aber eben auch zum Gegenteil.

Selbst die Gewitterfronten wandern nicht mehr so schnell und laden dann ihren ganzen Regen sehr kleinräumig in der Landschaft ab. Der Eine versinkt, während der Andere vertrocknet. Im letzten Jahr gab es ein paar Beispiele für diese Szenarien.

Dass die Winter milder werden, ist auch nicht nur Einbildung. Natürlich hat die Wärme auch Vorteile, aber milde Winter sind bei uns in Mitteleuropa mit westlichen Windströmungen verbunden, die oft Sturmtiefs im Gepäck haben. Wenigstens friert man dann nicht so, wenn einem der Sturm das Dach über dem Kopf wegpustet.

Diesmal geht’s also um Sturm, Starkregen, Hagel und Co.

Koi im Klimawandel – Sturm

Mit Stürmen muss man zu jeder Jahreszeit rechnen. Im Herbst, Winter und Frühjahr sind sie fast schon normal, im Sommer räumen dann oft Gewitterfronten ordentlich in der Landschaft auf. Anderen Tierhaltern haben wir Koifritzen voraus, dass, egal wie so ein Teich ausgeführt wurde, er in den meisten Fällen im Erdboden verschwunden ist. Das macht das eigentliche Bauwerk gegenüber Stürmen recht unempfindlich.

Sturmsichere Anbauten und Abdeckungen

Mit Anbauten und Überdachungen sieht die Sache anders aus. Hier kann man nur raten, nicht am falschen Ende zu sparen. Robuste sturmsichere Ausführungen rechnen sich irgendwann. Wer mehrmals hintereinander zerfetzte Schattierungsnetze austauschen musste, wird sich ärgern, nicht gleich die stabilere Ausführung gekauft zu haben. Auch winterliche Abdeckungen sollten sturmsicher sein. Sie haben sicher keine Lust, nach jedem Sturm ihre Polycarbonat- oder Polystyrolplatten beim Nachbarn einzusammeln

Höhere Investitionskosten in Abdeckungen lohnen sich nur, wenn sie regelmäßig längere Zeit im Einsatz sind. Hier wurde nur provisorisch ein Aufzuchtteich gegen starken Spätfrost geschützt.
Höhere Investitionskosten in Abdeckungen lohnen sich nur, wenn sie regelmäßig längere Zeit im Einsatz sind. Hier wurde nur provisorisch ein Aufzuchtteich gegen starken Spätfrost geschützt.

Vorsicht bei Grünzeug, Laub & Co

Ärger kann auch das Grünzeug im Rest des Gartens verursachen – es muss noch nicht einmal der eigene Garten sein. Schon in den Teich gewehtes Laub ist problematisch. Natürlich haben die meisten Koiteiche heute einen Skimmer, aber bei größeren Mengen stößt auch der an seine Grenzen. Älteres Herbstlaub ist oft mit Wasser vollgesogen und sinkt im Teich sofort ab. In so einem Fall hilft dann nur noch die mühsame Handarbeit des Teichbesitzers.

Beim Thema Laub denkt man meist nur an die bei der Zersetzung einsetzende Sauerstoffzehrung. Kaum jemand hat aber auf dem Schirm, dass Laub auch Giftstoffe beinhalten kann. Besonders in kleineren Wasserkörpern, beispielsweise in Goldfisch- oder flachen Aufzuchtteichen, können schnell gefährliche Konzentrationen erreicht werden. Und mal ehrlich – wie viel Wasser tauschen Sie pro Woche in ihrem Koiteich aus?

Als giftig gelten vor allem Goldregen (Gattung Laburnum), Rhododendren, Stechpalmen (Ilex, auch Ilex crenata ist giftig) und Eibe. Bei Eiben landet leicht mal etwas beim Heckenschnitt im Teich, was man aber dann auch schnell wieder rausholt. Die anderen Arten sollte man besser nicht zu nah ans heimische Kleingewässer pflanzen. Bei vielen Gewächsen sind nicht nur die Blätter giftig, sondern auch alle anderen Teile, von den Blüten bis zur Saat. Bei manchen Rhododendronarten kann schon die Giftmenge eines einzelnen Blattes oder einer einzelnen Blüte beim Menschen starke Wirkungen hervorrufen, vorausgesetzt man ist so blöd und isst das Zeug.

Aber wenn größere Mengen davon im Teich landen, kann es für die Koi wohl nicht gesund sein. Da die exakte Giftmenge der einzelnen Arten oft unbekannt ist und ohnehin meistens Hybriden im Handel sind, lässt sich ihre Wirkung auf Koi Fische kaum vorhersagen. Zudem kommt es nicht immer auf die akute Giftwirkung an, selbst geringere Dosen können über lange Zeiträume hinweg den Fischen zusetzen und sie möglicherweise für Krankheiten und Parasiten empfänglicher machen. Wenn die Fische also aus unerklärlichen Gründen immer wieder gesundheitliche Probleme haben – gucken Sie sich mal im Garten um.

Größere Bäume nicht in der Nähe des Koiteich

Aber zurück zum Sturm. Schäden an der Teich-Infrastruktur verursachen nicht unbedingt die kleinen Pflanzenteile. Viel größer sind die Schäden, wenn am in den Teich gewehten Blatt noch der Baum hängt. In den letzten Jahren gab es immer wieder Stürme, die in den Sommermonaten auf voll belaubte Bäume trafen. Hier lassen sich direkte Schäden nur vermeiden, wenn man größere Bäume nicht in der Nähe des Koiteich pflanzt. Oft werden Bäume gekauft, über deren spätere Dimensionen sich niemand Gedanken macht. Die verstümmelten Überreste vieler Nadelbäume sind stumme Zeugen dieser Problematik. Es ist besser, einen großen Baum, der Probleme machen könnte, rechtzeitig zu beseitigen.

Wenn Bäume nach Stürmen so aussehen, besteht Gefahr und es hilft nur noch die Kettensäge.
Wenn Bäume nach Stürmen so aussehen, besteht Gefahr und es hilft nur noch die Kettensäge.

Noch besser wäre es, wenn sich der Käufer ein paar Jahre vorher ordentlich informiert hätte. Mittlerweile gibt es für jeden Bedarf die passende Pflanzenart bzw. Sorte zu kaufen und man sollte sich unbedingt vorher beraten lassen, ob die örtlichen Bodenverhältnisse zum Baum und die Wuchsleistung der Pflanze zum Garten passen. Mit Bodenverhältnissen ist besonders die Bodenart gemeint. Es gibt große Unterschiede in der Stabilität bei Sturm.

Ein Beispiel: In der Forstwirtschaft werden momentan Douglasien als neue „Superbäume“ angesehen, die mit dem Klimawandel und auch mit Stürmen gut zurechtkommen sollen. Ich habe andere Erfahrungen gemacht. Auf unseren Sandböden, hier im eiszeitlich geformten Osten Deutschlands, kippen größere Douglasien bei Sturm einfach um. Ihre langen dünnen oberflächlich ausgebildeten Wurzeln bieten keinen Halt. In einem Fall hatten sich Wurzeln auf einer Länge von bis zu 15 Metern komplett aus dem Erdboden gezogen, was den betroffenen Baum in Schieflage brachte. Dabei stand dieser Baum nicht frei, sondern im Bestand zwischen Kiefern. Da half dann nur noch die Kettensäge. Auf schwereren Lehmböden wäre die Standsicherheit vielleicht höher, aber das sind Erfahrungswerte, die nur vor Ort gewonnen werden können. Sich bei Sturm bewegende Bäume erzeugen enorme Kräfte und können auch zu Schäden im Boden führen. Rohre und elektrische Versorgungsleitungen werden gern im Erdreich versteckt und schnell vom Wurzelsystem umwachsen. Gerät das in Bewegung, sind Schäden vorprogrammiert, gleiches gilt für die Bausubstanz des Teiches.

Koi im Klimawandel – Starkregen

Glaubt man den Wetterberichten, gibt’s normalen Regen gar nicht mehr, oft ist sogar von Starkregen die Rede. Allerdings häufen sich tatsächlich Ereignisse, bei denen auf relativ begrenztem Raum viel Niederschlag in kurzer Zeit runterkommt.

Regen in großen Mengen kann zur Last werden.
Regen in großen Mengen kann zur Last werden.

Gewitterregen und Wassermanagement

Früher dauerten Gewitter nur kurz und nach einer halben Stunde war wieder Ruhe, heute ziehen sie sich manchmal über Stunden hin oder es folgen mehrere Gewitterfronten kurz hintereinander. Das bringt natürlich viel Wind, das Thema hatten wir gerade, aber auch enorme Regenmengen mit sich. Mit diesen Mengen müssen wir Teichbesitzer umgehen können, damit uns die Kois nicht wegschwimmen.

Richtige Koiteiche haben ein an die Gegebenheiten angepasstes Wassermanagement. Der Wasserstand des Teiches wird beispielsweise durch einen sogenannten „Mönch“ geregelt und kommt deutlich zu viel Wasser an, werden die überschüssigen Wassermengen mit einem „Umflutkanal“ abgeführt.

In Karpfenteiche werden diverse Bauwerke zur Wasserstandsregulierung eingesetzt, hier ein sogenannter "Mönch".
In Karpfenteiche werden diverse Bauwerke zur Wasserstandsregulierung eingesetzt, hier ein sogenannter “Mönch”.

Bei Gartenteichen sind eher individuelle Lösungen gefragt. Wenn’s wie aus Eimern schüttet, kommt das Wasser bald von allen Seiten. Viel gefährlicher für die Teichbewohner als das Wasser von oben, ist das feuchte Nass aus der Tiefe.

Oft ist der Kanalisationsanschluss ein Schwachpunkt

Der Schwachpunkt ist der Kanalisationsanschluss. Koiteiche sind heute oft direkt ans Kanalnetz angeschlossen, weil das in modernen Filtersystemen anfallende Abwasser auf diese Weise besonders leicht zu entsorgen ist. Häufig sind die Kanalnetze noch nicht für große Wassermengen ausgelegt, weshalb viele Kommunen mittlerweile auf getrennte Abwasser und Regenwassernetze setzen. Wenn Versickerungs- und Überflutungsräume fehlen, kann es in urbaneren Gegenden schnell eng werden.

Der Koiteich-Kanalanschluss muss, wie beim Haus auch, gut abgesichert sein. Rückschlagklappen – es gibt verschiedene Varianten – verhindern den direkten Rückstau von Abwasser. Auch hier sollte eher in hochwertige robuste Technik investiert werden. Eine doppelte Sicherung wäre noch besser. Außerdem wird oft behauptet, die Systeme würden keine Wartung benötigen. Da sollte man vorsichtig sein. Überall sind bewegliche Teile verbaut, deren Funktion schon durch kleinere Dreckansammlungen, vielleicht vermischt mit Stöckchen, Blättern, kleinen Kieseln, gemindert sein kann.

Rückschlagklappen regelmäßig überprüfen

Der Dreck muss aber nicht unbedingt nur von der Teichseite kommen. Wenn beispielsweise Ratten im Kanalnetz heimisch sind, schleppen die viel Nistmaterial durch die Rohre. Manche Klappensysteme sind speziell gegen Ratten ausgelegt. Auch wenn öfter Wasser von der Netzseite ansteht, sammelt sich auch so einiges an. Die Funktion der Rückschlagklappen sollte man also regelmäßig überprüfen können. Wenn sie nicht direkt am Filtersystem installiert sind, was durchaus ein Vorteil sein kann, ist also ein Revisionsschacht mit einzuplanen. Ist der Abwasseranfall nur gering, wäre ab und zu eine kräftige Spülung ganz gut, um sämtliche Rohrleitungen ordentlich “durchzupusten”.

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Regenmenge mit 90 Litern pro Stunde

Das Wasser von oben, also der Regen, scheint kein so großes Problem zu sein, aber in meiner Region lag der Spitzenwert in einem Jahr bei 90 Litern pro Stunde. Während in den umliegenden Städten die Straßen unter Wasser standen und Gullideckel in die Luft flogen, machte es auf unserem Sandboden kurz “Blubb” und das Wasser war weg.

Allerdings kann Wasser, was auf eine Teichfläche fällt, nicht versickern und Koiteiche sind stets ordentlich bis zum Rand gefüllt. Es können sich also erhebliche Wassermengen ansammeln. Hat man einen Teich von 8 mal 5 Metern, ergibt das 40 Quadratmeter Teichfläche. Nimmt man wieder das eben genannte Beispiel von 90 Litern pro Quadratmeter als Ausgangsbasis, würden je Stunde 3600 Liter Regenwasser im Teich landen. Regnet es nun zwei Stunden in dieser Intensität weiter, muss man plötzlich 7200 Liter Wasser loswerden!

Wie wird man möglichst schnell 7 Kubikmeter Wasser los? Ich glaube nicht, dass Ihr Nachbar Platz hat?

Viele Koiteiche werden heute mit einem über dem Gartenniveau erhöhten Rand gebaut. Im Notfall könnte man also das überschüssige Wasser über den gesamten Teichrand ablaufen lassen. Ein mit Gittern gesicherter Überlauf, damit die Koi nicht im Garten landen, ist natürlich besser, aber die übliche Geröllhalde am Ufer hält vor allem größere Fische auch schon zuverlässig zurück.

Aufgepasst bei ebenerdig gebauten Koiteichen!

Ebenerdig gebaute Teiche haben nicht nur dieses Problem. Strömen größere Wassermengen in den Teich, bringen sie alles mit, was der heimische Garten so hergibt: Erde, Blätter, Unkrautvernichter, Dünger, den Moosentferner von der Terrasse, die vergessenen Ostereier vom Vorjahr, etc, etc. Man hat also schnell einen gefährlichen Giftcocktail im Teich und müsste nun, da gerade jeder Grundstücksbesitzer der Gegend Wasser loswerden will, eigentlich das Teichwasser wechseln.

Ein erhöht gebauter Teichrand ist von Vorteil

Ein erhöht gebauter Teichrand ist eben wirklich eine gute Idee. Da dessen Nachrüstung schwierig und nicht immer möglich ist, hilft, wenn man nicht einen Neubau plant, nur eine Anpassung des den Teich umgebenden Geländes. Ein kleiner Graben oder ein kleiner Wall an der richtigen Stelle reichen oft schon aus, um selbst größere Wassermengen in die richtigen Bahnen zu lenken (nicht zum Nachbarn!).

Bei Starkregen Wasserwerte kontrollieren

Sind größere Mengen von Regenwasser in den Teich gelangt, kann es nicht schaden, die Wasserwerte zu kontrollieren. Man muss mit stärkeren Schwankungen des pH-Wertes rechnen, weil sich die stabilisierende Karbonathärte reduziert. Das bedeutet Stress für die Koi Karpfen und kann den Ausbruch von Krankheiten begünstigen. Hier hilft dann ein entsprechendes Präparat aus dem Fachhandel oder ein Wasserwechsel mit Leitungswasser.

Eine Aufkalkung mit kohlensaurem Kalk (z. B. Kalksteinmehl) kann die Werte ebenfalls stabilisieren. Bei diesem Kalk wird der pHWert nicht sprunghaft erhöht, sondern es geht nur die benötigte Menge in Lösung. Das entspricht vom Sinn her der Filterung über Muschelkalk, jedoch wirkt das fein zermahlene Material deutlich schneller.

Positiver Nebeneffekt: An die vielen kleinen Kalkpartikel binden sich Schwebeteilchen aller Art, die man so besser aus dem Teich bekommt. Allerdings muss dann das Filtersystem auf maximaler Leistung laufen, da sich sonst der Kalkschlamm auf allen Oberflächen im Teich festsetzt. Die Koi wirbeln das Zeug dann immer wieder auf und es kann viele Tage dauern, bis wieder “Klarheit” herrscht. Im Notfall sind aber stabile Wasserwerte wichtiger.

Koi im Klimawandel – Hochwasser

Das mit dem Teichrand gilt natürlich auch für Hochwasser. In regelmäßig überfluteten Gebieten haben leider schon viele Leute ihre Gartenteiche aufgegeben.

In Überflutungsgebieten hat es unser Koi-Hobby schwer.
In Überflutungsgebieten hat es unser Koi-Hobby schwer.

Die rettende Lösung: Ein hoch gebauter Koiteich

Es kommt natürlich auf die örtlichen Gegebenheiten an, aber ein entsprechend hoch gebauter Teich kann durchaus die das Koi-Hobby rettende Lösung sein. Allerdings ist ein enormer Aufwand nötig, einen Koiteich in einem unsicheren Hochwassergebiet betreiben zu wollen. Technik und Filteranlage müssen in sicherer Höhe untergebracht und alle im Boden verbauten Behälter und Anlagenteile auftriebssicher befestigt sein.

Ich habe 2002 während einer Hochwasserevakuierung meinen Bestand abgefischt und notdürftig in höher liegenden Gebäuden untergebracht. Wenn Teichbesitzer solche Aktionen regelmäßig durchführen müssen oder immer wieder Verluste zu beklagen sind, ist klar, dass irgendwann die Lust auf’s Hobby verloren geht. Man kann ja die Maschen der Gartenzäune so eng wählen, dass die Fische nicht mehr abhauen.

Biotopfische oder Aquarienfische als Alternative

Aber im Ernst: Bevor man ganz der Zierfischhaltung abschwört, gibt es immer noch Alternativen. Bevölkern Speisefische oder heimische Biotopfische den Teich, dann halten sich die finanziellen Verluste bei Hochwasser in Grenzen.

Wenn Sie Ihre Koi Karpfen so sehen, ist wahrscheinlich gerade Hochwasser – oder Sie sind in den Teich gefallen.
Wenn Sie Ihre Koi Karpfen so sehen, ist wahrscheinlich gerade Hochwasser – oder Sie sind in den Teich gefallen.

Die freien Ressourcen lassen sich auch einige Monate im Jahr für Aquarienfische nutzen. Viele Arten (man sollte sich hier vorher beraten lassen) können während der Sommermonate sehr gut in Gartenteichen gehalten werden und auch Urlaube wären damit kein Problem mehr. Da die ausgewählten Fischchen viel besser wachsen und schönere Farben entwickeln als ihre im Aquarium aufgezogenen Artgenossen, hat man wenigstens so noch Freude am Teich.

Koi im Klimawandel – Hagel

Sonnenschutznetze als Schutz gegen Hagel

Hagel tritt zwar meist in Gewittern auf, aber er soll hier als separates Phänomen betrachtet werden. Es liegt nahe anzunehmen, dass Hagel kein Problem sein dürfte, da Koi gut geschützt im Wasser schwimmen. Das kommt aber auf die Größe der Hagelkörner an. Bei extremen Wetterverhältnissen können golfballgroße Hagel-Körner auftreten und knapp unter der Wasseroberfläche schwimmende Fische tödlich verletzen. Hier helfen die Sonnenschutznetze, die man im Sommer – da hagelt es meistens – ohnehin im Einsatz hat. Die sind vielleicht danach nur noch in Fetzen vorhanden, aber ein wenig Schutz haben sie sicher noch bieten können.

Wasserpflanzen oder Bäume bieten wenig Schutz

Wasserpflanzen oder Bäume helfen jedoch wenig, so bieten Seerosen nach Hagelschauern einen jämmerlichen Anblick. Die Blätter liegen auf dem Wasser auf und geben der Energie des Hagelkorns eine ideale Angriffsfläche.

Seerosen sind extrem empfindlich gegen Hagel. Hier ein Beispielbild, weil ein Hagelopfer nicht mehr als Seerose zu erkennen ist.
Seerosen sind extrem empfindlich gegen Hagel. Hier ein Beispielbild, weil ein Hagelopfer nicht mehr als Seerose zu erkennen ist.

Man hat dann die Ehre, die zerschossenen Blattreste aus dem Teich zu fischen, bevor sie in Fäulnis übergehen. Auch größere Bäume in Teichnähe sind wieder ein Problem. Besonders bei Laubbäumen landen eventuell große Mengen organischen Materials im Wasser. Nach Hagelschauern ist es also unbedingt erforderlich, den Teich und den Koibestand zu kontrollieren. Das zerfetzte Grünzeug muss so schnell wie möglich raus und die Koi Fische sind auf eventuelle Verletzungen zu überprüfen.

Koi im Klimawandel – Gewitter

Hier wird´s schwierig. Die Auswirkungen von Gewittern reichen vom direkten Blitzeinschlag bis zum Sauerstoffmangel.

Gewitter - Wenn man so etwas kommen sieht, kriegt der Koi-Hobbyist flaue Gefühle im Magen.
Gewitter – Wenn man so etwas kommen sieht, kriegt der Koi-Hobbyist flaue Gefühle im Magen.

Blitzeinschläge in Koiteichen

Blitzeinschläge in Koiteichen sind eher selten, häufiger schlägt der Blitz in nebenstehende Bäume ein und nur kleinere Teilströme landen im Teich. Aber auch die können gefährlich sein. Stromstöße von der Stärke des Haushaltsstroms soll ein Schwimmer, der in Wasser mit durchschnittlichen Süßwasserwerten herumpaddelt, noch in 20 Metern Entfernung von der Eintrittsstelle spüren. Bei direktem Blitzeinschlag ins Wasser ist man angeblich in einer Entfernung von 50 bis 100 Metern sicher. Gartenteiche sind allerdings selten so groß und einen direkten Treffer dürfte kein Fisch überleben.

Im Wasser breitet sich der Strom in alle Richtungen gleichmäßig aus – Wasser ist schließlich ein dreidimensionales Medium. Dabei nimmt die Stromstärke allerdings mit der Entfernung zur Eintrittsstelle stark ab. Geraten Koi Karpfen in ein für sie zu starkes elektrisches Feld, verkrampfen sich die Muskeln, was zu Lähmungen der Atem- und Herzmuskulatur führen kann. Das betreffende Tier ist also hinüber.

Wirbelsäulenschäden als Resultat eines Elektroschocks

Sollten die Fische bei geringeren Dosen den Schock überleben, können trotzdem bleibende Schäden auftreten. Typisches Resultat eines Elektroschocks sind Wirbelsäulenschäden. Siehe Beitrag: Stromunfälle am Koiteich und Wirbelsäulenschäden bei Koi.

Die sich verkrampfenden Muskeln brechen dem Koi regelrecht die Wirbelknochen oder es kommt zu Ausrenkungen einzelner Wirbelkörper. Da man den Fisch nicht wieder einrenken und in ein Gipsbett legen kann, wurschtelt sich die Sehnen-Muskel- Knochen-Konstruktion irgendwie wieder halbwegs funktionstüchtig zusammen, wobei aber meistens die Symmetrie auf der Strecke bleibt.

Eine Schwachstelle ist immer die Mitte der Wirbelsäule. Entsteht dort ein „Knick“, versucht der Fischkörper diese Asymmetrie durch einen weiteren „Knick“ im Schwanzstiel auszugleichen – die typische S-Kurve von wirbelsäulengeschädigten Fischen entsteht.

Wenn die Nervenbahnen des Rückenmarks beschädigt sind, treten auch Lähmungen auf. Während “schiefe” Koi Fische durchaus noch lebensfähig sind, werden gelähmte Fische aufgrund ihrer eingeschränkten Beweglichkeit irgendwann ein Opfer von Unterernährung und bakteriellen Infektionen. Meine Erfahrungen besagen, dass sich betroffene Fische nicht erholen. Man sollte Sie also rechtzeitig von ihren Qualen erlösen.

Teilweise kann es auch eine Frage der Ernährung sein, ob bleibende Schäden entstehen. Die Stabilität des Knochenbaus leidet bei unzureichender Ernährung sehr schnell. Ursachen liegen dann meistens in der Vitaminzufuhr, aber auch im Phosphat-Calzium- Gleichgewicht. Bei einer instabilen Wirbelsäule reicht schon der Krach eines Gewitters bzw. die damit verbundenen Schreckreaktionen aus, um einem Koi die Wirbelsäule zu brechen.

Da Strom für Wasserlebewesen so gefährlich ist, dürfen nur ausgebildete Fachleute Geräte für das Elektrofischen einsetzen. Es sieht immer harmlos aus, weil sich die Fische nach der kurzen Betäubung wieder gut erholen, aber dafür sind viel Erfahrung und eine präzise abgestimmte Ausrüstung nötig.

Nippon Direct - Koiteich in Japan
Nippon Direct – Koiteich in Japan

Gewitter & Sauerstoffmangel

Kommen wir nun zum Sauerstoffmangel. Oft wird angenommen, dass der sich beim Aufziehen eines Gewitters stark verringernde Luftdruck den Sauerstoff regelrecht aus dem Wasser “ziehen” würde. Wissenschaftliche Untersuchungen fanden aber keinen direkten Zusammenhang zwischen Gewitterwetter und Sauerstoffmangel in Gewässern. Die geringen Druckunterschiede reichen demnach nicht aus, um den Gasgehalt des Wassers signifikant zu beeinflussen.

Dagegen sprechen die Erfahrungen vieler Praktiker. Laut ihrer Meinung tritt besonders bei Gewitterneigung Sauerstoffmangel auf. Was ist nun richtig? Die Praktiker haben recht, aber eher die, die mit unbelüfteten Naturteichen arbeiten. Warum?

Nehmen wir einmal den typischen Fall eines Sommergewitters als Beispiel. So ein Gewitter tritt meist Nachmittags und bei extremer Hitze auf. Das warme Wasser enthält ohnehin schon wenig Sauerstoff und da sich bei aufziehenden Gewittern die Sonneneinstrahlung durch die dichte Wolkendecke stark verringert, produzieren die Unterwasserpflanzen, in Wirtschaftsteichen sind das meistens die Planktonalgen, kaum noch Nachschub.

Nachmittags wird es also plötzlich dunkel und wenn das Gewitter am späten Nachmittag bzw. am frühen Abend durchgezogen ist, können die wenigen Minuten Licht der tief stehenden Sonne das Defizit nicht mehr ausgleichen. Der Teich steht nun bereits kurz vor dem Kollaps.

Wird es Nacht, verbrauchen auch noch die Algen den ohnehin schon knappen Sauerstoff. Dazu kommt dann noch der erhöhte Bedarf der Bakterien, die eventuell durch den Regen eingeschwemmte organische Reste und aufgewirbelten Schlamm abbauen. Schon kurz nach Sonnenuntergang herrscht nun Sauerstoffmangel. Wenn dann Ende Juli und im August die Nächte schon ein klein wenig bzw. deutlich länger werden, findet man am folgenden Morgen nur noch einen Haufen Fischleichen. So ein Sauerstoffdefizit kann sich auch über mehrere Tage kontinuierlich aufbauen und erst zwei/drei Tage nach dem Gewitter zu Verlusten führen – ich weiß leider, wovon ich hier schreibe.

Farbton des Wassers im Koiteich beobachten

In heiklen Koiteichen sieht man schon am sich ändernden Farbton des Wassers, dass hier etwas im Gange ist. Das lässt sich nur schwer beschreiben, aber aus einem freundlichen Grünton wird ein unfreundlich wirkendes dunkleres Braungrün. Dann ist es aber auch schon fast zu spät. Aus Fehlern wird man angeblich klug und so habe ich gelernt, dass bei solchen Wetterlagen gar nicht genug Luft in den Teich gepumpt werden kann. In glasklaren Koiteichen hat man solche Probleme seltener. Hier ist es dann eindeutig die Hitze vor den Gewittern, die die Sauerstoffwerte sinken lässt. Zu möglichen Gegenmaßnahmen gab es schon im letzten Teil ein paar Hinweise, schwierig wird es, wenn das Gewitter für einen Stromausfall gesorgt hat.

Koi im Klimawandel – Stromversorgung

Hier kommt nun die größte Schwachstelle unserer modernen Koiteiche zur Sprache. Ohne elektrische Unterstützung wären viele dicht besetzte Koiteiche nicht funktionsfähig. Belüftung, Filteranlagen und Steuerungssysteme – ohne Stromzufuhr ist man am A…

Die größte Schwachstelle: Stromausfall

Es gibt sicher Koihalter, die denken, dass in unserem Hightech-Land selbst im schlimmsten Fall nur für einige Stunden mit einem Ausfall der Stromversorgung zu rechnen ist. Das mag für kleinere Störungen gelten, beispielsweise wenn während eines Sturms eine Freileitung beschädigt wird. Bei größeren Schadensereignissen, das lehren zumindest die Erfahrungen der letzten Jahrzehnte, sieht die Realität aber anders aus.

Hochspannungsleitungen sind heute meistens nicht in der Erde verbuddelt, sondern werden größtenteils immer noch kostengünstiger als Freileitungen von Mast zu Mast verlegt. Das macht sie störanfällig. Wenn größere Strecken defekt sind, kann die Reparatur dauern. Auch die Transformatoren des Hochspannungsnetzes können zum Problem werden. Wenn diese Dinger ausfallen, ist ein Ersatz nur selten schnell zu organisieren.

Den größten Schaden könnte theoretisch ein Sonnensturm auslösen, der eine Überspannung im gesamten Netz verursacht. Dann wäre möglicherweise mehrere Monate „Schicht im Schacht“. Sonnenstürme sind gar nicht so selten und es gibt beispielsweise in Kanada schon Erfahrungen mit diesem Phänomen, aber wir wollen hier ja nicht gleich mit dem Schlimmsten rechnen.

Vorbereitet sein! Längerer Ausfall des Stromnetzes

Auf jeden Fall wäre es nicht schlecht, wenn man sich als Koihalter auf einen längeren Ausfall des Stromnetzes vorbereitet. Welchen Zeitraum man dafür einplanen soll, ist schwer zu sagen. Die Leute vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe gehen in ihrem Ratgeber für die Notfallvorsorge davon aus, dass man sich 10 Tage selbst versorgen können sollte. Wenn man die Koi so lange am Leben halten kann, wäre das schon eine Leistung. Wenn dann immer noch keine Rettung in Sicht ist, wären die schlechteren Koi-Qualitäten immerhin noch was für den hungrigen Besitzer.

Sauerstoffversorgung hat immer Priorität

Es kann nicht schaden, eine Art Notbetrieb einzuplanen, also ein Betrieb auf dem kleinsten Level. Priorität hat immer die Sauerstoffversorgung. Das gilt sowohl für die Fische als auch für den Biofilter. Und wenn alles auf Sparflamme läuft, dann natürlich auch die Fütterung der Fische.

Es ist für erwachsene Koi kein Problem, mehrere Tage zu Hungern, aber schlechte Wasserwerte sind immer gefährlich. Fällt die Belüftung eines Biofilters aus, hat man schon nach kurzer Zeit nahezu sauerstofffreies Wasser im Filterbecken. Ist der Filter, wie es heute allgemein üblich ist, recht groß dimensioniert, macht er einen nicht unerheblichen Teil des Teich- Gesamtvolumens aus. Und wenn nun nach einem längeren Stromausfall die Pumpen wieder anspringen, befördern sie große Mengen nahezu sauerstofffreien Wassers in den Teich – mit den entsprechenden Folgen.

Wenn man also im Notfall nur die direkte Sauerstoffversorgung der Fische sicherstellen kann, muss man den Filter abkoppeln können. Ich mache hier für so einen Fall einen verrückt erscheinenden Vorschlag, der aber funktionieren könnte:

Wenn absehbar ist, dass die “Versorgungslücke” etwas größer ausfällt, kann es – das kommt nun auf die Art des Filters an – sogar besser sein, das Wasser aus dem Filter abzulassen. Hält man das Filtermedium feucht, bleiben die Bakterien dank des Luftsauerstoffs noch eine Weile am Leben und gehen erst spät in eine Art Ruhezustand. Immerhin würde so ein “eingemotteter” Filter schneller wieder seine volle Betriebsleistung erreichen als ein total ausgefallenes System. Auf jeden Fall wäre ein Plan nicht schlecht, in dem der Strombedarf des Teichsystems im Notfall genau berechnet wurde. Man weiß dann, welche Strommengen für das Überleben der Koi Karpfen unbedingt nötig sind.

Notstromaggregate, Solarzellen / Akku-Kombinationen

Wo kriegt man den Strom nun her? Benzinbetriebene Notstromaggregate sind eine Lösung, aber nur eine recht kurzfristige. Das ist sicher auch davon abhängig, wie lärmtolerant ihre Nachbarn sind – ob und wie lange sie beispielsweise die nächtliche Geräuschkulisse eines motorgetriebenen Stromerzeugers dulden.

Etwas eleganter, aber natürlich auch teurer, sind Solarzellen / Akku-Kombinationen. Es ist schon nicht schlecht, Strom leise und sauber selbst zu erzeugen und die Nächte oder trübe Tage mit dem eigenen Strom aus dem Akku überbrücken zu können. Der Fachmann nennt so etwas eine Eigenverbrauchserhöhung.

Das Extrem stellt dann die sogenannte Off-Grid-Stromversorgung dar, bei der man sich komplett vom Stromnetz verabschiedet. Für den gehobenen Bedarf sind größere Anlagen nötig. Recht neu auf dem Markt, aber noch eher für gewerbliche Händler und Koihalter mit gut gefüllter Brieftasche geeignet, sind moderne Batterie-Speichersysteme.

Tesvolt Batteriespeicher sind eine gute Absicherung gegen Netzausfälle.
Tesvolt Batteriespeicher sind eine gute Absicherung gegen Netzausfälle.

Sie haben aber verschiedene Vorteile. Die von einigen Herstellern angebotene Modulbauweise lässt bei höherem Bedarf jederzeit eine Erweiterung zu und auch die Ansprechzeiten der Systeme sind kurz.

Es kommt also bei der Umschaltung vom “normalen” Stromnetz zum Batteriesystem bzw. bei Ausfall des Netzes zu keinem Spannungsabfall – viele Steuerungssysteme reagieren darauf etwas empfindlich. Auch die garantierte Lebensdauer dieser Anlagen, manchmal werden mehrere Jahrzehnte angegeben, ist durchaus beachtlich und macht letztlich selbst größere Investitionen rentabel.

In Deutschland soll es mittlerweile mehr als 50 nationale und internationale Anbieter geben. Oft werden Speicher allerdings nur in Verbindung mit Solaranlagen vertrieben und nicht alle Systeme sind für den Notstrom-Betrieb aufrüstbar. Es gibt aber Hersteller, die sich ausschließlich auf den Bereich Batterie-Speichertechnologie spezialisiert haben. Bei den Produkten dieser Firmen gehört die Verwendung als Notstrom-Lieferant zu den mit eingeplanten Einsatzzwecken. Wenn man ein wenig Recherchezeit reinsteckt, wird man sicher einen Anbieter finden, der den eigenen Anforderungen entspricht.

Während der Montage der Tesvolt Batteriespeicher kann man den Aufbau mit Batteriemodulen erkennen. Solche Systeme lassen sich gut an den individuellen Bedarf anpassen.
Während der Montage der Tesvolt Batteriespeicher kann man den Aufbau mit Batteriemodulen erkennen. Solche Systeme lassen sich gut an den individuellen Bedarf anpassen.

Koi im Klimawandel – Schnee

Der Winter hat sich verabschiedet, aber in einigen Regionen sorgte er zeitweise für viel Chaos. Wie man mit Kälte umgeht, haben die meisten Koihalter schon gelernt. Meistens ist schließlich ein zu kleiner / flacher Teich der Grund für den Bau des ersten richtigen Koiteiches.

Was tun bei großen Schneemassen?

Aber wie reagiert man auf große Schneemassen? Die Koi Fische ersticken nicht gleich, aber das Problem der Stromversorgung kann sich auch hier einstellen. Netzausfälle gibt es auch bei winterlichem Extremwetter. Viele Teichbesitzer bauen ihre Teiche im Winter komplett zu. Gern werden auch kleine Kunststoffbälle als Isoliermaterial eingesetzt, die die Oberfläche vollständig bedecken.

Teichabdeckungen unterbinden wichtigen Gasaustausch

Es wäre gut, immer im Hinterkopf zu behalten, dass Abdeckungen den wichtigen Gasaustausch über die Teichoberfläche unterbinden. Wenn man also solche Dämmmaßnahmen durchführt, ist auch eine perfekt funktionierende Belüftung sicherzustellen – auch bei Stromausfall. Sonst können selbst bei niedrigen Temperaturen die Koi an Sauerstoffmangel eingehen. Man bekommt durch die Abdeckungen, besonders wenn viel Schnee liegt, leider erst sehr spät mit, wenn etwas nicht stimmt.

Deutlich gefährdeter als die Koi Fische sind die Bauten rund um den Teich, seien es nun Schutznetze oder flache Dächer von Winterungen und Filteranlagen. Das Problem liegt im hohen Gewicht des Schnees. Ein Kubikmeter Pulverschnee soll etwa einer 5 bis 10 cm hohen Wassersäule entsprechen, bei Nassschnee kommen schon etwa 20 cm zusammen. Frischer Schnee kann, grob aus diversen Angaben zusammengezimmert, zwischen 30 und 200 kg wiegen. Nimmt er noch Feuchtigkeit auf, beispielsweise bei feuchtem Wetter oder weil es vielleicht sogar regnet, kann Schnee noch deutlich schwerer werden.

Abdecknetze bieten Schnee eine große Angriffsfläche

Solche Gewichte müssen die Konstruktionen, mit denen wir Teiche abdecken, erst einmal aushalten. Abdecknetze bzw. Vogelschutznetze bieten Schnee eine große Angriffsfläche. Ich benutze Netze einer Maschenweite von ca. 2 cm.

Schnee kann für Koihalter durch sein Gewicht zur Herausforderung werden, vor allem, wenn man Vogelschutznetze im Einsatz hat.
Schnee kann für Koihalter durch sein Gewicht zur Herausforderung werden, vor allem, wenn man Vogelschutznetze im Einsatz hat.

Egal wie sie hergestellt waren oder aus welchem Material sie auch bestanden, die Netze litten bisher bei jedem Schneefall. Die Maschen setzen sich schnell zu und das Schneegewicht zwingt das Netz in die Knie. Man kann bei Schneetreiben ja auch nicht alle 5 Minuten raus, um die Netze zu schütteln. Wenn man besonders viel Pech hat, friert das Netz in kurzer Zeit auf dem Eis des Teiches fest und bis zum nächsten Tauwetter rührt sich nichts mehr. Sollten Sie keine Probleme mit Eisvögeln haben, sondern nur Reiher abhalten wollen, sind größere Maschenweiten bestimmt schneesicherer – probieren Sie es aus.

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Quellen:

  • Haas,E. (1997): Der Karpfenteich und seine Fische. Leopold Stocker Verlag, Graz.
  • Steffens, W. (1980): Der Karpfen (5. Aufl.). A. Ziemsen Verlag, Lutherstadt Wittenberg.
  • Steffens, W. (1986): Binnenfischerei – Produktionsverfahren. VEB Deutscher Landwirtschaftsverlag, Berlin.
  • Krause, H.-J. (2007): Aquarienwasser (6. Aufl.). bede-Verlag GmbH, Ruhmannsfelden.
  • TESVOLT GmbH, Am Alten Bahnhof 10, 06886 Lutherstadt Wittenberg

Bildnachweis: Lucas Calloch | Marnus Van Der Merwe | Lizensiert via Unsplash

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