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Koifutterzusammensetzung entschlüsselt – Was bedeuten die Angaben auf dem Etikett des Koifutters?

Nippon Direct - Koi Fische im Teich
Nippon Direct – Koi im Teich

Für gewöhnlich ist Koifutter in Beuteln, Säcken oder Eimern verpackt, im Regal des Fachhändlers zu finden. Hier buhlen verschiedenste Hersteller mit schön gestalteten Verpackungen um die Aufmerksamkeit des Kunden.

Schaut dieser nun aber etwas genauer auf die Verpackung, um sich über Inhaltsstoffe und die Zusammensetzung zu informieren, ist es meist vorbei mit der Ästhetik.

Nippon Direct - Koi Fische werden per Hand gefüttert
Nippon Direct – Koi werden per Hand gefüttert

Koifutter Angaben oft zu klein geschrieben

Diese wichtigen Angaben sind meist viel zu klein geschrieben. Beschreibungen in mehreren Sprachen oder im Blocksatz erschweren zudem das Lesen. Dies sind nur einige wenige Bespiele wie Hersteller Inhaltsstoffangaben unverständlich und unleserlich gestalten können. Mitunter könnte man den Eindruck bekommen, dass der Verbraucher sich die Inhaltsstoffangabe bloß nicht genauer ansehen soll. Dabei schreibt der Gesetzgeber genau vor wie die Beschriftung auszusehen hat.

Koifutter Verpackung muss Informationen enthalten

Rein rechtlich regelt die Verordnung (EG) Nr. 767/2009 das Inverkehrbringen und die Verwendung von Futtermitteln in Europa. Demnach muss die Verpackung von in Deutschland verkauften Futtermitteln fest definierte Informationen, in deutscher Sprache und leserlich geschrieben, enthalten. Als Beispiel zur Erklärung dient hier das Etikett des Koifutters “Koi360” von Nutramare.

Nippon Direct -  Etikett des Koifutters "Koi360" von Nutramare.
Nippon Direct – Etikett des Koifutters “Koi360” von Nutramare.

Die Koifutterzusammensetzung entschlüsselt

Immer wieder tauchen in der Zutatenliste von Futtersorten irritierende Begriffe auf wie „Fisch und Fischnebenprodukte“. Was aber verbirgt sich hinter dieser Begrifflichkeit und warum geben die Hersteller die Zutaten so an?

Koifuttermittel Hersteller haben meist kein Patent auf die Rezeptur

Futtermittelhersteller haben meist kein Patent auf die Rezeptur Ihrer Produkte. Für ein Patent müsste der Hersteller die genaue Rezeptur veröffentlichen. Konkurrenten hätten leichtes Spiel, das Futter zu kopieren. Schon eine geringe Abänderung der Rezeptur genügt, um das Patent legal zu umgehen.

Somit stehen die Hersteller vor einem Dilemma. Einerseits sind sie gesetzlich verpflichtet, in der Zutatenliste die Inhaltsstoffe anzugeben, andererseits möchten sie ihre einzigartige Rezeptur nicht den Mitbewerbern offenbaren. Um den Herstellern einen gewissen Schutz vor Nachahmern zu bieten, hat der Gesetzgeber im Heimtierbereich die eine Möglichkeit geschaffen.

Es ist nur die übergeordnete Gruppe der Einzelfuttermittel anzugeben

Es ist zulässig, anstelle der expliziten Zutat nur die übergeordnete Gruppe der Einzelfuttermittel anzugeben. Es werden dabei die folgenden 19 Gruppen unterschieden:

Einzelfuttermittel-Gruppen:

  1. Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse
  2. Milch und Molkereierzeugnisse
  3. Eier und Eiererzeugnisse
  4. Öle und Fette 
  5. Hefen
  6. Fisch und Fischnebenerzeugnisse
  7. Getreide
  8. Gemüse 
  9. Pflanzliche Nebenerzeugnisse
  10. Pflanzliche Eiweißextrakte
  11. Mineralstoffe
  12. Zucker
  13. Früchte
  14. Nüsse
  15. Saaten
  16. Algen
  17. Weich- und Krebstiere
  18. Insekten
  19. Bäckereierzeugnisse

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Muss ein gutes Koifutter teuer sein?

Mengenmäßig häufigste Zutat stets an erster Stelle

Egal ob die Gruppen der Einzelfuttermittel oder die direkte Zutat angegeben werden, es muss stets die mengenmäßig häufigste Zutat an erster Stelle aufgeführt werden. Die im Anschluss folgende Zutat ist dann die mengenmäßig zweithäufigste Zutat. Dies setzt sich bis zur anteilsmäßig am geringsten eingesetzten Zutat fort. Demnach lassen sich die ersten Schlüsse für ein qualitativ hochwertiges Futter ziehen.

Pflanzliche Proteine preislich viel günstiger

Finden sich in der Zusammensetzung an den vorderen Stellen keine tierischen Zutaten, sondern nur Pflanzliche, ist dies ein Indiz für einen hohen Einsatz pflanzlicher Rohstoffe. Proteine pflanzlichen Ursprunges sind für den Koi schlechter verwertbar als die tierischen Proteine. Da diese pflanzlichen Proteine preislich viel günstiger sind werden diese gern von Herstellern eingesetzt, um den Produktionspreis zu senken.

Rohstoffe für ein hochwertiges Koifutter haben einen gewissen Preis

Betrachtet man nun die Rohstoffpreise wird schnell klar, dass die Rohstoffe für ein gesundes qualitativ hochwertiges Koifutter einen gewissen Preis haben.

Hochpreisige Koifutter Komponenten

  • Fischmehl ca. 1800 €/t
  • Fischöl ca. 1600 €/t
  • Spirulina ca. 5000-7000 €/t
  • Weich und Krustentiermehl ca. 4000 €/t
  • Carotinoide ca. 1450 €/kg
  • Hämoglobinkonzentrat ca. 1100 €/t

Preisgünstige Koifutter Komponenten

  • Weizen ca. 170 €/t
  • Rapsöl ca. 790 €/t
  • Soja ca. 350 €/t
  • Sonnenblumenschrot ca. 250 €/t

* Beispielpreise ohne Gewähr auf Basis von www.indexmundi.com

Nippon Direct - Koifutter in Pellets Form
Nippon Direct – Koifutter in Pellets Form

Die Mythen zur Koifutterzusammensetzung

Hoher pflanzlicher Anteil bedeutet oftmals zugleich einen hohen Anteil an Kohlenhydraten

Finden sich viele der linksseitigen Komponenten an den vorderen Zutatenplätzen ist es unumgänglich, dass das Futter teurer ist als ein Futter mit vielen Komponenten der rechten Tabellenspalte. Zudem bedeutet ein hoher pflanzlicher Anteil oftmals zugleich einen hohen Anteil an Kohlenhydraten. Ein zu hoher Kohlenhydratanteil im Futter ist meist für die Koi langfristig nicht optimal.

Kohlenhydratanteil jedoch produktionstechnisch unumgänglich

Ein gewisser Kohlenhydratanteil ist bei extrudierten Futtermitteln jedoch produktionstechnisch unumgänglich. Meist werden min. 15 % Stärke benötigt, um ein Futter überhaupt produzieren zu können. Aus diesem Grund finden sich in den meisten Fischfuttersorten Getreide oder eine vergleichbare Stärkequelle wieder.

Nebenerzeugnisse sind hochwertige Proteinquellen

In diesem Kontext werden in der Bevölkerung auch sogenannte „Nebenerzeugnisse“ oftmals noch zu Unrecht als minderwertige Schlachtabfälle angesehen. Egal ob Tier- oder Fischnebenerzeugnisse, handelt es sich um, ernährungsphysiologisch gesehen, sehr hochwertige Proteinquellen.

Nebenerzeugnisse sind genauso nährstoffhaltig

Überwiegend sind dies Partien, die der Mensch nicht essen möchte (z.B. Sehniges Fleisch, Abschnitte oder Blut). Diese Nebenerzeugnisse sind genauso nährstoffhaltig wie die vom Menschen genutzten Partien und aus tierernährerischer und ökologischer Sicht wäre es die reinste Verschwendung, diese nicht zu nutzen. Vor allen wenn man bedenkt, dass diese sowieso in zerkleinerter, getrockneter Mehlform im Mischfutterwerk zum Einsatz kommen.

Irrglaube hält sich hartnäckig seit Jahrzehnten

Auch die Annahme, Koi Fische könnten keine Proteine von Landtieren verwerten, ist überholt. Dieser Irrglaube hält sich hartnäckig seit Jahrzehnten und stammt aus einer Zeit, in der es noch keine so hochwertigen Proteinkonzentrate (wie heute erhältlich) am Markt gab. Damals beinhalteten Futtermittel landtierischen Ursprungs schlechter nutzbare Aminosäurenzusammensetzungen und Fettsäuremuster.

Mikronährstoffe werden im Herstellungsprozess ergänzt

Heutzutage hingegen können Fehlende Aminosäuren, Omega-3 Fettsäuren und andere Mikronährstoffe im Herstellungsprozess ergänzt werden. Hierdurch kann auch für Proteine (landtierischen Ursprungs) eine sehr hohe Verdaulichkeit gewährleistet werden.

Nippon Direct - Fischmehl für die Produktion von qualitativ hochwertigen Koifutter.
Nippon Direct – Fischmehl für die Produktion von qualitativ hochwertigen Koifutter.

Fazit qualitativ hochwertiges Koifutters

Fisch- und Fischnebenerzeugnisse an erster Zutatenposition

Die Qualität eines Koifutters nur anhand der Deklaration zu beurteilen, ist und bleibt recht schwer. Ein Hinweis auf ein Futter mit hochwertigen Rohstoffen stellt die Zusammensetzung dar. An der ersten Zutatenposition sollte sich bei einem hochwertigen Koifutter entweder Fischmehl oder die Gruppe Fisch- und Fischnebenerzeugnisse befinden.

Tierische Zutaten häufig an den vorderen Zutatenstellen

Ebenso stellt die Verwendung von Fischöl, Algen, Weich- und Krebstieren, Insekten, Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse ein Qualitätsmerkmal dar. Allgemein ist es positiv, wenn sich tierische Zutaten häufig an den vorderen Zutatenstellen wiederfinden und pflanzliche Komponenten nicht allzu zahlreich an den vorderen Positionen der Zusammensetzung zu finden sind.

Das einzig wahre Koifutter gibt es nicht

Abschließend ist noch zu sagen: Es gibt nicht „Das einzig wahre Koifutter“. Man sollte stets das Futter auswählen, welches für die eigenen Gegebenheiten den besten Kompromiss darstellt. Gerade in Koiteichen mit sehr unterschiedlichen Koi und somit unterschiedlichen Ansprüchen (Alter, Größe, Varietät) ist die bedarfsgerechte Ernährung immer ein Kompromiss. Es werden dort nie alle Koi 100% gefördert werden können.

Nippon Direct - Koifutter Mischung.
Nippon Direct – Koifutter Mischung.

Auch auf die richtige Futtermenge kommt es an

Hinzu kommt, dass neben der Futterzusammensetzung auch die richtige Futtermenge essentiell für eine gesunde Koiernährung ist.

Sehen Sie hierzu auch unsere Koi Blog Beiträge  Koifutter Tipps & Tricks: Die richtige Fütterung von Koi und Fütterung von Koi Karpfen.

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Quelle: Koi Kurier Ausgabe 101 – Was bedeuten die Angaben auf dem Etikett des Futters? | Text / Bilder: David Otto (M.Sc. Nutztierwissenschaftler) Geschäftsführer bei Nutramare GmbH;

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