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Mein Koi frisst nicht – Dem Koi ins Maul geschaut!

Gelber Koi mit offenem Maul
Nippon Direct – Dem Koi ins Maul geschaut.

Anfang dieses Jahres wurde im Rahmen eines Teichbesuches ein Sushui mit einer Umfangsvermehrung im Maul vorgestellt .

Aufgefallen war den Besitzern, dass der Koi sich beim Fressen schwer tat und häufig die Futteraufnahme verweigerte oder das Futter wieder ausspuckte.

Der Sushui Koi zeigte sich in gutem Zustand, war aktiv und wirkte nicht abgemagert. Andere Fische des Bestandes waren nicht betroffen.

Ringförmige Zubildung im Schlund des Sushui Koi

Für eine genaue Untersuchung wurde der Koi aus dem Koiteich genommen und in Narkose gelegt. Bei der Untersuchung der Maulhöhle zeigte sich eine ringförmige Zubildung im Schlund.

Da diese den Koi Karpfen nachhaltig behinderte, wurde sie eine Woche später in Narkose mit Schmerzausschaltung entfernt. Während der Operation war eine eindeutige Unterscheidung zwischen gesundem und verändertem Gewebe nicht möglich, daher ist davon aus zu gehen, dass die Entfernung nicht vollständig geschah. Auch fehlte an dieser Stelle einfach der Platz für eine großflächige Entfernung. Das entfernte Gewebe zeigte derbe Konsistenz.

Koi mit Verengung im Schlund
Nippon Direct – Ringförmige Zubildung im Schlund des Koi.

Nicht-Steroidales Antiphlogistikum (NSAID)

Postoperativ bekam der Koi ein nicht-steroidales Antiphlogistikum (NSAID). NSAIDs besitzen sowohl entzündungshemmende als auch schmerzlindernde Eigenschaften. Darüber hinaus wurde ein Antibiotikum verabreicht. Von der entfernten Umfangsvermehrung wurden Proben zur histologischen Untersuchung eingeschickt. Die Wundheilung verlief problemlos, der Sushui Koi konnte bereits kurz nach der Operation wieder normal fressen. Bis heute trat kein Rezidiv auf. Es zeigte sich nach der Operation auch keine funktionelle oder motorische Beeinträchtigung des Mauls.

Epitheliale Hyperplasie und lymphohistiozytäre Entzündung

Histologisch wurde eine epitheliale Hyperplasie festgestellt, mit einer subepithelialen lymphohistiozytären Entzündung. Eine Hyperplasie bezeichnet eine Zunahme an Gewebemasse, die durch vermehrte Zellteilung entsteht. Oft ist diese Art der Läsion nach Ausbleiben des auslösenden Reizes reversibel. Eine lymphohistiozytäre Entzündung ist eine körpereigene Reaktion beispielsweise auf einen länger bestehenden Reiz.

Sicht von der Kiemenseite des Koi
Nippon Direct – Sicht von der Kiemenseite des Koi.

Der Koi frisst nicht!

Immer wieder kommt es vor, dass Koi nicht fressen. Einerseits kann dies ein Hinweis auf eine schwerwiegende Erkrankung sein, die zu einem gestörten Allgemeinbefinden führt, andererseits kann aber auch ein lokales Problem im Maul-/ Schlundbereich die Ursache sein. Eine genaue Abklärung ist normalerweise nur in Narkose möglich, welche es ermöglicht, die Maulhöhle genau zu untersuchen.

Es gibt verschiedene Erkrankungen oder Veränderungen, die dazu führen können, dass Koi Probleme beim Fressen haben, oder gar die Futteraufnahme einstellen.

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Koipocken können die Futteraufnahme einschränken

Koipocken können die Futteraufnahme einschränken, wenn sie von außen am Maul bis in die Maulhöhle reichen. Da es sich bei den Koipocken um eine Herpesviruserkrankung (CHV-1) handelt, müssen alle Kois des Bestandes potentiell als dauerhafte Virusträger gelten. Allerdings zeigen immer nur einige Tiere Symptome wie milchige Hautveränderungen und den namensgebenden erhabenen Koipocken, die häufig an den Flossen sitzen. Das Auftreten von Symptomen wird ausgelöst durch eine Schwächung des Immunsystems, wodurch sich das Virus in der Haut vermehren kann. Hier kommen zu niedrige Wassertemperaturen in Frage, Temperaturschwankungen, ungünstige Wasserparameter, Stress in der Laichperiode, Umzug oder Neubesatz, mangelhaftes Futter und vieles mehr. Am häufigsten tritt diese Erkrankung im Frühjahr auf und verschwindet im Laufe des Sommers bei höheren Wassertemperaturen und besseren äußeren Bedingungen wieder.

Koi mit Karpfenpocken
Nippon Direct – Koi mit Karpfenpocken.

Verformungen der knöchernen und knorpeligen Grundlage des Mauls

Verformungen der knöchernen und knorpeligen Grundlage des Mauls können die Saugfunktion des Maules so einschränken, dass eine Futteraufnahme nur noch schwer oder gar nicht mehr möglich ist.

Ästchen oder ein Stein im Schlund des Koi

In einigen Fällen kommt es vor, dass beispielsweise kleines Ästchen oder ein Stein im Schlund des Koi stecken bleiben und ihn teilweise oder ganz verstopfen. Wird dies nicht früh genug entdeckt, kann es zu Entzündungen und Absterben von Gewebe kommen.

Koi mit Stein im Schlund
Nippon Direct – Koi mit Stein im Schlund.

Bienen, Wespen- oder Hornissenstich?

Ein Bienen, Wespen- oder Hornissenstich im Schlund- oder Maulbereich des Koi kann auch Probleme bei der Futteraufnahme verursachen. Schlucken die Koi ein lebendes Insekt und werden von ihm gestochen, kann die daraus resultierende Schwellung Probleme verursachen.

Wechsel der  Schlundzähne

Wenn ein Koi Karpfen gerade seine Schlundzähne wechselt, kann sich dies ebenfalls in einer schlechten Futteraufnahme niederschlagen. Der Koi kann dann kein hartes Futter zerkleinern.

Koi kann das Futter nur mühsam oder gar nicht aufnehmen

Bei den bisher genannten möglichen Ursachen kann man beobachten, dass betroffene Koi hungrig sind, ans Futter gehen, dieses dann aber nur mühsam oder gar nicht aufnehmen können. Zusätzlich kann die Futteraufnahme für die Koi schmerzhaft sein und sie fressen aus diesem Grund nicht oder nur wenig. Wenn die oben genannten Probleme länger bestehen, kann es möglicherweise zu einer sekundären Infektion kommen. Insofern diese den ganzen Körper betrifft, fressen die Tiere infolge des schlechten Allgemeinbefindens nicht mehr.

Koi mit Veränderung am Maul
Nippon Direct – Koi mit Veränderung am Maul.

Bakterielle Infektionen des Koi

Die Aufgrund der Keimbelastung des Wassers sind die häufigsten Komplikationen bakterielle Infektionen. Wichtig ist hier die eigentliche Ursache zu finden und zu beseitigen, falls sich beispielsweise ein Fremdkörper eingespießt hat, und den Koi Karpfen mit einem geeigneten Antibiotikum abzudecken. Falls möglich, kann eine Tupferprobe genommen werden, um eine Keimbestimmung mit Resistenztest machen zu lassen. Zur Abdeckung der Verletzung kann in Narkose lokal auch eine Salbe für Verletzungen im Maulbereich aufgetragen werden, welche länger anhaftet. Während der Abheilung kann es von Vorteil sein, weicheres Futter oder kleinere Pellets zu füttern, um das Gewebe weniger zu belasten.

Regelmäßige Beobachtung der Koi

Das betroffene Tier sollte, bevor es zur Untersuchung aus dem Teich genommen wird, beim ungestörten Fressen beobachtet werden. So kann man schon unterscheiden ob ein Tier nicht fressen kann oder keinen Appetit hat. Auch von Seiten des Koihalters ist es gut die Fische während des Fressens regelmäßig zu beobachten. So fällt ein schlecht fressender Koi frühzeitig auf und kann zeitnah untersucht werden. Wenn bereits eine Abmagerung zu sehen ist, ist der Zustand meist schon sehr fortgeschritten und die Heilungschancen deutlich schlechter.

Im Unterschied zu den oben erwähnten Ursachen aufgrund derer das Tier nicht fressen kann, stellt ein Koi mit gestörtem Allgemeinbefinden auch das Fressen ein. Hier muss dann anders untersucht werden um die Grundursache zu finden.

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Quelle: Koi Kurier Ausgabe 89 – Dem Koi ins Maul geschaut | Text & Bilder: Dr. med. vet. Werner Hoedt, Dr. med. vet. Friederike Weinzierl, Tierärztin Maite Schneider;
Bildnachweis: Holly Bartley | Lizensiert via Unsplash

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