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Mein Koi ist irgendwie dicker geworden!

Koi Fische im Koiteich
Nippon Direct – Mein Koi ist irgendwie dicker geworden!

Genau wie beim Menschen gleicht auch kein Koi dem anderen. Dies trifft neben der Färbung auch auf den Körperbau zu.

Manche Koi haben eine eher gedrungene Gestalt, andere eine in die Länge gezogene, klassisch torpedoförmige.

Je nach Zuchtlinie wachsen manche Koi Fische sehr und werden größer, andere bleiben kleiner oder brauchen länger, um dieselbe Größe zu erreichen.

Wenn ein Koi immer dicker wird!

Der Körperumfang ist natürlich generell vom Ernährungszustand mit abhängig und variiert daher bei jedem Koi. Es kommen aber auch viele andere Ursachen für eine Veränderung des Köperumfangs in Betracht. Besonderes bei einer schnellen oder asymmetrischen Veränderung der Form sollten sie als Besitzer hellhörig werden.

Hierzu einige Fallbeispiele aus der Koi-Praxis:

Fall 1 – Koi wird dick und dicker

Bei diesem Koi Karpfen bemerkte der Besitzer zuerst, dass das Tier viel ruhte und nicht mehr mit den anderen zum Futter kam. Bei genauerem Hinsehen wirkte dieser Koi dicker. Zuerst ging man davon aus, dass es sich um ein Koi Weibchen handelte. Doch als es innerhalb von 1-2 Tagen noch sehr viel dicker wurde, wurde der Koi untersucht. An der äußeren Haut und im Schlund waren keine Veränderungen feststellbar. Die Kiemen waren blass und verschleimt. Die Leibeshöhle war stark umfangsvermehrt und fluktuierend beim Tasten. Somit handelte es sich um irgendeine Art von Flüssigkeit in der Bauchhöhle. Der Koi Karpfen war mittlerweile leider sehr geschwächt. Für eine genauere Abklärung wurde eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt. Hierbei konnte eine massive Erweiterung des Enddarmes mit Flüssigkeit gefüllt festgestellt werden. Dieser Darm wurde durch eine Umfangvermehrung abgedrückt. Die Körperwand war durch die Dehnung bereits sehr dünn. Aufgrund des schlechten Allgemeinzustandes und der ungünstigen Prognose musste das Tier euthanasiert werden. Zur weiteren Abklärung wurde die Umfangsvermehrung entnommen und bei der feingeweblichen Untersuchung ein von den Keimdrüsen ausgehender Tumor festgestellt.

Koi mit Tumor
Nippon Direct – Koi mit Tumor.

Fall 2 – Goldfisch mit veränderter Körperform

Der Goldfisch fiel durch seine veränderte Körperform auf. Da es sich um einen stark bewachsenen Naturteich mit einem großen Bestand an Goldfischen handelte, war die Veränderung vermutlich sehr spät bemerkt worden. Der Goldfisch zeigte ein leicht verändertes Schwimmverhalten, war aber ansonsten munter und schwamm im Schwarm mit. Bei genauerer Untersuchung des Fisches konnte man feststellen, dass die Rippen schon an die veränderte Körperform angepasst waren. Die Vergrößerung der Leibeshöhle war auf beiden Seiten symmetrisch und beim Tasten fest. Bei der Ultraschalluntersuchung konnte verändertes Nierengewebe festgestellt werden. Es zeigte eine massive Zystenbildung. Da das Tier bei guten Allgemeinbefinden war und der Besitzer keine weitere Abklärung der Ursache wünschte und das Tier auch nicht separat halten wollte, kam der Goldfi sch in den Teich zurück. Bisher schwimmt er dort nun schon seit zwei Jahren.

Goldfisch mit Nierenzysten
Nippon Direct – Goldfisch mit Nierenzysten.

Fall 3 – Koi mit geröteter Ausbeulung an einer Flanke

Dieser Koi wurde uns vorgestellt, da er an einer Flanke ein gerötete „Ausbeulung“ zeigte. Bei der Untersuchung war eine Rötung der gesamten Haut auf einer Fläche von ca. 10 x 15 Zentimetern mit geschwollenen Schuppentaschen im Zentrum sichtbar. Beim Tasten wurde in der Mitte der Veränderung eine harte Stelle und ringsherum Flüssigkeit festgestellt. Nach der Eröffnung der Umfangsvermehrung konnte ein 0,5 x 0,5 Zentimeter großer Kieselstein entfernt werden. Die Wunde wurde aufgefrischt und die Wundhöhle gespült. Der Koi Karpfen wurde antibiotisch versorgt und die Wunde einige Tage weiter gespült. Die Heilung verlief problemlos und bis auf den Verlust von 2 Schuppen ist kaum noch etwas zu erkennen.

Koi mit deutlich sichtbarer Umfangsvermehrung
Nippon Direct – Koi mit deutlich sichtbarer Umfangsvermehrung.

Dies war nun ein kleiner Einblick in die Praxis, im Folgenden werden wir noch einige weitere Gründe ausführen, warum die Körperform von Koi verändert aussehen kann.

Physiologische Laichanbildung bei Koi

Weibliche Koi bilden im Frühjahr und eventuell im Laufe des Sommers nochmals Laich an. Diese Laichanbildung ist größtenteils unabhängig von der Anwesenheit männlicher Koi im Teich. Dadurch nehmen die Fische an Umfang zu, allerdings symmetrisch auf beiden Seiten. Für das Ablaichen sind einige Stimuli (Reize) notwendig, wie zum Beispiel Pflanzen in der Uferzone oder Laichbürsten als Pflanzenersatz. Auch eine sich schnell erwärmende Flachwasserzone ist für die Ablage des Laiches förderlich. Zudem müssen männliche Koi im Teich vorhaben sein, um ein physiologisches Ablaichen zu ermöglichen. Finden die Tiere keine geeigneten Ablaichbedingungen oder handelt es sich um einen kranken oder geschwächten Fisch, so gibt es nun zwei Möglichkeiten, wie der Körper reagiert. Der Laich kann wieder resorbiert, also vom Organismus abgebaut und dem Körper wieder zugeführt werden. Wenn dies nicht gelingt, kann es zu einem Laichstau kommen.

Ultraschalluntersuchung von Koi
Nippon Direct – Ultraschalluntersuchung von Koi.

Laichverhalten (Laichstau) bei Koi

Das Laichverhalten ist ein krankhafter Zustand, den der Koi nicht mehr alleine regulieren kann und der durchaus lebensbedrohlich werden kann. Im Zuge von Laichverhärtungen konnten wir auch mehrmals eine tumoröse Entartung des ovariellen Gewebes beobachten. Laichverhalten lässt sich von anderen raumfordernden Prozessen teilweise schon durch Abtasten und noch sicherer durch eine Ultraschalluntersuchung unterscheiden. Meist ist eine Veränderung im Schwimmverhalten, bedingt durch die veränderte Körperform und vermehrtes Ruhen zu beobachten. Je nach Stadium der Erkrankung und Allgemeinbefinden des Koi Karpfen hat die operative Behandlung, eine Entfernung der Eierstöcke, eine relativ gute Prognose. Ein länger bestehendes Laichverhalten ist für den betroffenen Koi eine an die Substanz gehende Erkrankung und hat den Abbau von Körpersubstanz zur Folge.

Ultraschalluntersuchung von Koi
Nippon Direct – Ultraschalluntersuchung von Koi.

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Gasbildung / Aufgasung bei Koi

Die Volumenzunahme eines Koi Fisches kann auch durch Gasansammlungen entstehen. Diese haben pathologische Veränderungen als Hintergrund, welche zu einer Ansammlung von Gas im Fischkörper führen. Gehen diese vom Darm aus, sind eine Enteritis (Darmentzündung), eine Verlegung oder Verschlingung des Darmrohres mit einer nachfolgenden Veränderung der Darmflora und einer sich daraus ergebenden Gasbildung häufig die Ursache. Das Gas ist in diesem Fall nicht unbedingt gleichmäßig verteilt, sondern kann zu ein- oder beidseitigen Ausbeulungen führen, die den Koi durch den ungleichmäßigen Auftrieb schief schwimmen lassen und/oder Probleme beim Abtauchen verursachen. Da das Schwimmen dadurch deutlich erschwert wird, sieht dieses häufig mühsam und ruckartig aus. Oft stellen die Tiere die Futteraufnahme ein und das Kotbild verändert sich oder es ist gar kein Kotabsatz mehr möglich. Zur Abklärung ist eine Kotuntersuchung auf Endoparasiten nötig, hier finden sich oft auch Schleimbeimengungen. Bildgebende Diagnostik wie Röntgen oder Ultraschall ermöglichen die Diagnosestellung. Je nach Ursache sieht die Therapie unterschiedlich aus. Im Falle von Endoparasiten ist eine entsprechende Behandlung erforderlich und in schweren Fällen, wenn zusätzlich eine Enteritis besteht auch eine begleitende Antibiotikagabe.

Bei einer rein bakteriell bedingten Darmentzündung ist eine antibiotische Therapie notwendig. In den beiden Fällen verbessert sich die Prognose mit zunehmenden Wassertemperaturen und ist ab ca. 16 °C relativ günstig. Bei einer Verlegung oder Verschlingung ist die Prognose ungünstig, da es bei länger bestehendem Problem durch Druckeinwirkung und die daraus folgende Minderdurchblutung zu einer Zerstörung des Darmgewebes kommt. Bei akuten Fällen kann hier ein chirurgisches Eingreifen versucht werden. Meist wird die Erkrankung jedoch erst relativ spät erkannt, wodurch dann oft keine Hilfe mehr möglich ist.

Vom klinischen Bild ähnlich zeigt sich auch eine Aufgasung der Schwimmblase. Sie kann zum Beispiel von Entzündungen mit nachfolgender Aufgasung oder einer Verlegung des Ductus (Ausführungsganges) ausgehen. Dieses Krankheitsbild tritt häufiger bei niedrigen Wassertemperaturen auf und führt ebenfalls zu Schwimmproblemen, die sich in ruckartiger Fortbewegung oder Problemen beim Abtauchen äußern können. Die Diagnose lässt sich über ein Röntgenbild stellen. Je nach Ursache kann das Erwärmen des Wassers der eine Antibiose hilfreich sein. Um den Koi zu entlasten und Drucknekrosen durch vermehrtes Liegen sowie einen hohen Energieverlust durch kräftezehrendes Schwimmen vorzubeugen, kann eine externe Schwimmhilfe angebracht werden. Dabei ist darauf zu achten, dass diese genau eingestellt wird, da ein problemloses Abtauchen auch mit der Schwimmhilfe möglich sein muss.

Koi mit asymetrischer Verdickung mit geringgradiger Schuppensträube
Nippon Direct – Koi mit asymetrischer Verdickung mit geringgradiger Schuppensträube.

Schwimmblasenverlagerung bei Koi

Durch die oben erwähnte Entzündung und Aufgasung der Schwimmblase oder durch raumfordernde Prozesse kann es zu einer Verlagerung kommen, die eine meist einseitige Ausbeulung des Fischkörpers zur Folge hat. Je nach Ausprägung der Verlagerung wird die Fortbewegung des Koi unterschiedlich stark beeinträchtigt und kann sich in schrägem oder ruckartigen Schwimmen äußern. Mittels einer Röntgenuntersuchung mit Aufnahmen in zwei Ebenen lässt sich die Verlagerung gut darstellen. Eventuell hilft je nach Ursache und Umfang des zu Grunde liegenden Problems eine Operation. Wenn das Problem ausschließlich von der Schwimmblase selbst ausgeht, kann auch hier in speziellen Fällen eine externe Schwimmhilfe sinnvoll sein.

Tumore bei Koi

Immer wieder sind Tumoren die Ursache für Umfangsvermehrungen des Fischkörpers. Sie sind Neubildungen (Neoplasien) von Körpergeweben, die durch Fehlregulation des Zellwachstums entstehen. Prinzipiell können diese Neoplasien jegliche Art von Gewebe betreffen. Nicht selten kommt es im Zusammenhang mit Laichverhärtung oder Hormonbehandlungen zu tumorösen Entartungen der weiblichen Keimdrüsen. In den letzten Jahren fiel auf, dass auch das Hodengewebe relativ häufig der Ausgangspunkt von Entartungen war. Die Veränderung der Körpersilhouette erfolgt meist einseitig. Wenn es sich um solide Tumoren handelt sind diese gut tastbar. Wie beim Menschen und beim Säugetier ist es beim Koi wichtig, die Diagnose frühzeitig zu stellen, was mittels Ultraschall erfolgt. Dann ist die Prognose nach einer Entfernung im Rahmen einer Operation gut. Auch Fettgewebstumoren sind nicht selten. Hierbei handelt es sich um Lipome von der Unterhaut oder inneren Organen ausgehend. Sie sind gutartig und nicht invasiv. Falls sie aufgrund ihrer Lage kein mechanisches Problem darstellen, müssen sie nicht zwingend entfernt werden.

Tumoren des Verdauungstraktes sind beim Koi Karpfen selten. Wenn dann gehen sie von der Leber (Leberadenome und -karzinome) aus. Es handelt sich hierbei für gewöhnlich um eine Einzeltiererkrankung; chemische Noxen (Aflatoxine, Chlorkohlenwasserstofffe) können der Auslöser sein. Wird der Tumor zu spät entdeckt und hat bereits gestreut, findet man Metastasen in Niere und Milz. Insgesamt ist auf diesem Gebiet „Tumore bei Koi“ leider noch nicht viel erforscht, ein Überblick über die Häufigkeit der einzelnen Tumorarten oder deren Prognose fehlt weitgehend.

Koi mit verheilter OP Wunde
Nippon Direct – Koi mit verheilter OP Wunde.

Zystenniere bei Koi

Bei der Zystenniere handelt es sich um eine Nierenschwellung, die durch eine Proliferation des Tubulusepithels (Zellen der Nierenkanälchen) verursacht wird. Häufiger ist dieses Problem bei Goldfischen zu finden, wo der Parasit Hoferellus carassi ein Auslöser sein kann. Beim Koi bewirkt Hoferellus cyprini ebenfalls solche pathologischen Veränderungen der Niere, meist aber nicht in so erheblichem Umfang wie beim Goldfisch. Der Körperumfang der Fische ist hier beidseitig symmetrisch vergrößert. Es kann durch die Verdrängung von anderen Geweben zu Verformungen der Rippen kommen. Die Diagnosestellung einer zystischen Veränderung der Niere erfolgt per Ultraschall, es ist allerdings äußerst schwierig die eigentliche Ursache fest zu stellen, da nur selten ein Erregernachweis (für Hoferella) gelingt. Daher bleibt oft nur eine Verdachtstherapie, die aber nicht immer anschlägt. Solange der Koi mit der Erkrankung gut zurechtkommt, kann es weiterhin normal gehalten werden, wenn es leidet muss an eine Euthanasie gedacht werden.

Verfettung bei Koi

Verfettung entsteht durch Überfütterung der Koi und ist ebenfalls ein pathologischer Zustand. Die Verfettung ist kein rein kosmetisches Problem sondern hat gravierende Auswirkungen auf die inneren Organe und die Lebensdauer des betroffenen Fisches. Von den Organen ist besonders die Leber betroffen. Es entsteht langfristig eine Fettleber, die in ihrer Funktion beeinträchtigt ist. Dies ist ein leicht zu verhindernder Zustand, daher sollte das Fütterungsmanagement von Zeit zu Zeit überprüft werden, um den Tieren eine solche Erkrankung und damit verbundenes Leiden zu ersparen. Eine Fettleber ist durch Ultraschall von anderen raumfordernden Prozessen abgrenzbar, da sich die Leber und die Fettdepots der Leibeshöhle gut darstellen lassen. Es zeigt sich bei diesem Krankheitsbild eine gleichmäßige Vergrößerung des Abdomens.

Koi mit sehr grossen Fettdepots
Nippon Direct – Koi mit sehr grossen Fettdepots.

Bauchwassersucht bei Koi

Bauchwassersucht ist eigentlich keine Krankheit, sondern nur eine Symptombeschreibung. Es handelt sich hierbei um eine Flüssigkeitsansammlung in der Leibeshöhle, die eine gleichmäßige Verdickung des Abdomens bewirkt, häufig begleitet von Glotzaugen und Schuppensträube, die durch den Druckanstieg im Fischkörper und Wassereinlagerungen in die Schuppentaschen entsteht. Betroffene Koi Fische haben ein gestörtes Allgemeinbefinden, sondern sich oft ab, ruhen viel und weisen bei länger andauernder Erkrankung vom Liegen häufig auch Druckstellen auf. Die Bauchwassersucht wird verursacht durch Bakterien, Stoffwechselerkrankungen oder Umweltfaktoren.

Auch eine Entzündung, die ursprünglich von Darm oder Ovar ausging, kann eine Flüssigkeitsansammlung in der Leibeshöhle zur Folge haben. Auch Tumorerkrankungen gehen oft einher mit Flüssigkeitsansammlungen. Bei der Untersuchung fühlt sich die Flüssigkeitsansammlung fluktuierend beim Tasten an, die Kiemen sind oft verschleimt. In diesem Zusammenhang muss auch eine Viruserkrankung, die Frühlingsvirämie der Karpfen genannt werden. Die daran erkrankten Tiere zeigen teilweise unkoordiniertes Schwimmen sowie Glotzaugen und sondern sich ab, die Leibeshöhle schwillt an, oft sind auch Rötungen der Haut und Flossen zu sehen. Das Problem mündet am Ende oft, abhängig von der Ursache, in einem Organversagen.

Bei einer Ultraschalluntersuchung lohnt es sich immer, nach weiteren Veränderungen als eigentliche Ursache zu suchen. Eine Punktion der Leibeshöhle und Abziehen der Flüssigkeit kann den Fisch vorübergehend entlasten. Dauerhaft hilft allerdings nur die Beseitigung der eigentlichen Ursache. Die Untersuchung des Punktates kann hier Aufschlüsse geben.

Koi mit Glotzaugen Fischtuberkolose
Nippon Direct – Fischtuberkolose – Koi mit Glotzaugen.

Abszesse bei Koi

Abszesse können in der Haut oder der Muskulatur auftreten. Die Körpersilhouette ist nur an dieser Stelle verformt. Per Punktion oder Ultraschall kann die Diagnose gestellt werden. Wichtig ist es, in diesem Zusammenhang abzuklären, ob noch ein Fremdkörper in der Wunde steckt. Die Therapie ist das Eröffnen und Spülen des Abszesses; eventuell muss eine Antibiose verabreicht werden.

Fischtuberkulose bei Koi

Die Fischtuberkulose spielt zwar bei Warmwasserzierfischen, also im Aquarium eine größere Rolle als bei Teichfischen, sollte aber im Hinterkopf behalten werden. Die durch Mykobakterien verursachte Krankheit verläuft chronisch und fällt oft sehr lange Zeit nicht auf. Bei latent infizierten Fischen kann die Krankheit bei schlechten Umweltbedingungen oder Stress akut ausbrechen. Dann können Symptome wie Schuppensträube, Glotzaugen und Auftreibung der Leibeshöhle festgestellt werden. Eine antibiotische Behandlung ist meist unwirksam. Bei dieser Krankheit handelt es sich um eine Zoonose. Sie löst beim Menschen zwar nicht dieselben Veränderungen wie beim Koi aus, kann aber zu schlecht heilenden Hautgeschwüren führen. Im Verdachtsfall sollten daher immer Handschuhe getragen werden.

Goldfisch mit Schuppensträube
Nippon Direct – Goldfisch mit Schuppensträube

Der Vorbericht „Mein einer Koi ist irgendwie dick geworden“ kommt relativ häufig vor. Wie oben gezeigt kann das vielfältige Ursachen haben – physiologische wie auch pathologische. Gerade bei den pathologischen Veränderungen ist die Prognose sehr stark davon abhängig, wie frühzeitig das Problem erkannt und behandelt wird. Eine Grundvoraussetzung dafür ist es, die eigenen Fische sehr gut zu kennen und regelmäßig alle Koi genau zu beobachten. Achten sie hierbei nicht nur auf die Aktivität und die Futteraufnahme sondern auch auf die Körpersilhouette. Fallen in der direkten Aufsicht Veränderungen auf oder erscheint ein Koi Fisch verdächtig, so kann es Sinn machen, diesen mit dem Kescher zu fangen, um ihn genauer von allen Seiten zu betrachten und sich ein umfassendes Bild der Lage zu machen.

Falls eine Veränderung im Verhalten oder in der Körperform eines Fisches auffällt, sollte man vor allem im Spätsommer und Herbst nicht zu lange abwarten, bevor man den Tierarzt kontaktiert. Sind die Wassertemperaturen zu tief oder fallen schnell, sinken die Chancen für eine erfolgreiche Behandlung und Heilung.

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Quelle: Koi Kurier Ausgabe 72 –  Der “dicke” Koi / Goldfisch | Text & Bilder: Dr. med. vet. Werner Hoedt, Dr. med. vet. Friederike Weinzierl, Tierärztin Maite Schneider;
Bildnachweis: Jannet Serhan lizensiert via Pexels

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