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Ein Koi kommt selten allein

Koi Fische
Nippon Direct – Ein Koi kommt selten allein.

In vielen Teichen werden Koi nicht alleine gehalten, sondern in Vergesellschaftung mit anderen Fischarten. Das sind neben Karpfenartigen (Cypriniden) auch Barschartige und Störe.

Zuweilen werden sogar Forellen oder Schildkröten gemeinsam mit Koi im gleichen Teich gehalten. Diese haben ihre eigenen Ansprüche an die Haltung und die Umweltbedingungen.

Koi in Vergesellschaftung mit anderen Fischarten. Was gibt es zu beachten?

Es kann durchaus sein, dass diese Arten dem Koi unabsichtlich gefährlich werden können, oder auf Medikamente empfindlich reagieren, die für den Koi gut verträglich sind. Aus diesem Grund möchten wir im Folgenden die wichtigsten Arten kurz vorstellen, und auf mögliche Probleme in der Vergesellschaftung mit Koi eingehen, die sich uns in der langjährigen Praxis gezeigt haben.

Goldfisch
Nippon Direct – Goldfisch

 

Goldfisch (Carassius auratus auratus)

Der Goldfisch gehört genau wie der Koi zu den Karpfenfischen (Cyprinidae) und wurde ursprünglich aus dem Giebel durch Selektion herausgezüchtet. Dessen Verbreitungsgebiet ist sehr groß und reicht von Europa bis nach Ostasien (Amurbecken). Von Koi und Karpfen unterscheiden sich die Goldfische durch die fehlenden Barteln. Jungtiere erscheinen braun und färben sich dann meist um. Mittlerweile gibt es sehr viele Zuchtformen. Am bekanntesten ist sicherlich der Schleierschwanz, ebenso wie der Löwenkopf, das Blasenauge oder der Oranda. Viele der mittlerweile erhältlichen Zuchtformen sind mit so starken Missbildungen von Organen (Flossen, Augen, Schwimmblase) verbunden, dass diese Tiere nicht mehr konkurrenztauglich sind und nur noch für eine Aquarienhaltung in Frage kommen. Die Nahrungsansprüche entsprechen im Wesentlichen denen anderer Karpfenartiger, wobei Goldfische sehr gerne Wasserpflanzen aller Art vertilgen. Goldfische laichen in Teichen etwa einen Monat vor den Koi ab. In der Regel kommt die Goldfischbrut gut im Wachstum voran, während die jungen Koi nach und nach von den Goldfischen gefressen werden und schließlich verschwunden sind. Goldfische können so schnell zu einer Plage werden, was auch zu einer Belastung des Wassers führen kann. Manche Goldfischrassen erreichen eine Größe von über 40 cm und ähneln dann in Aussehen und Ansprüchen sehr den Koi. Das Koifutter wird von allen Goldfischen sehr gerne gefressen und führt zu  prächtigen Farben. Auch der Shubunkin ist eine Zuchtform des Goldfisches, die zweifarbig gescheckt ist und keine verdoppelte Schwanzflosse besitzt.

Ein Problem taucht bei gemeinsamer Haltung von Goldfischen und Koi Karpfen dann auf, wenn gegen Saugwürmer behandelt werden muss. Die Unverträglichkeit von Mebendazol („Ovithelmin“) kostete früher schon vielen Goldfischen das Leben. Auch die neuen Wurmmittel Flubendazol und Triclabendazol scheinen ihnen nicht zu bekommen: die Goldfische werden fleckig (Hautschäden!) und sterben zum Teil noch Wochen nach der Behandlung. Oft wird wegen einiger Goldfische im Teich dann gezwungenermaßen gegen vorhandene Hakensaugwürmer mit Praziquantel behandelt, obwohl man sich der Resistenzproblematik bewusst ist. Bei FM-Behandlungen treten in der Regel keine Probleme auf.

Goldorfe (Leuciscus idus)

Auch die Goldorfe gehört zu den Cypriniden und ist eine orangefarbene Zuchtform der Orfe (auch Aland oder Nerfling genannt). Diese wird meist 30 – 40 cm groß, selten 50 – 60 cm, und ist von Nord- und Mitteleuropa bis nach Asien verbreitet. Die Orfe ist ein Schwarmfisch, der bevorzugt oberflächennah in sauerstoffreichen Fließgewässern und großen Seen vorkommt. Die oberflächennahe Lebensweise und die Ernährung hauptsächlich von Mückenlarven, kleinen Jungfischen und anderer tierischer Kost sind auch der Goldorfe erhalten geblieben. Der höhere Sauerstoffbedarf (im Vergleich zum Koi) kann für die Orfe im Koiteich zum Problem werden. Daher ist gerade für diese Fischart eine ausreichende Belüftung des Teiches erforderlich. Seit Teiche nicht mehr mit Metrifonat behandelt werden, sind auch keine Verformungen der Wirbelsäule bei Orfen zu beobachten. Andere Medikamente scheinen sie in den üblichen Dosierungen zu vertragen. Goldorfen integrieren sich auch sonst gut in die Koigruppe.

Goldorfe (Leuciscus idus)
Nippon Direct – Goldorfe (Leuciscus idus)

 

Goldschleie (Tinca tinca)

Die gelbrote Farbvarietät der einheimischen Schleie wird zuweilen in Gartencentern und Teichwirtschaften angeboten. Es gibt sie auch in hellblauem Farbschlag. Obwohl die Schleie eigentlich ein Aufwuchsfresser ist, kommt sie erstaunlicherweise auch in kahlen Koiteichen irgendwie zurecht. Sie ist zäh und langlebig und wird maximal ca. 50 cm groß. In Teichen mit Seerosenbestand fühlt sie sich richtig wohl. Medikamente werden gut vertragen. Sie wird nicht zahm.

Goldschleie (Tinca Tinca)
Nippon Direct – Goldschleie (Tinca Tinca) | Goldschleie (Tinca Tinca)

 

Wimpelkarpfen (Myxocyprinus asiaticus)

Diese Cyprinidenart aus dem chinesischen Jangtse-Fluss wird in den letzten Jahren immer häufiger angeboten, zum Teil auch unter dem Namen: Fledermausfisch. Der Wimpelkarpfen wird meist bis 60 cm groß, es sind aber auch deutlich größere Exemplare bekannt. Im Aquarium gehalten wird es dem Fisch schnell zu eng. Bei Teichhaltung ist es schwierig die Vorzugstemperaturen von 15 bis 27 °C zu halten. Die Fische sind bei der Futteraufnahme eher zurückhaltend und können sich gegen Goldfische und Koi schlecht behaupten. Also alles in allem ein für unsere Teiche nicht geeigneter Fisch. Über Medikamentenunverträglichkeiten ist noch nichts bekannt.

Graskarpfen (Ctenopharyngodon Idella)
Nippon Direct – Graskarpfen (Ctenopharyngodon Idella) | Graskarpfen (Ctenopharyngodon Idella), CC BY-SA 3.0

 

Graskarpfen (Grasfisch, Ctenopharyngodon idella)

Der Graskarpfen stammt ursprünglich aus China, wo er in ruhigen tiefen Gewässern lebt. Er wird sehr groß, ist aber gar kein richtiger Karpfen! In manchen Seen kann man an der Wasseroberfläche noch alte, ausgesetzte oder entkommene Exemplare aus den 70er und 80er Jahren beobachten, die über 120 cm groß sind. Inzwischen ist das Aussetzen dieser Fische in freier Natur glücklicherweise verboten worden. Der Graskarpfen liebt eher höhere Wassertemperaturen zwischen 22 und 26 °C, was auch der Optimaltemperatur der Koi Fische entspricht. Während die Jungfische noch überwiegend carnivor sind, gehen die älteren Exemplare zu einer herbivoren Ernährung über. Oft werden Graskarpfen eingesetzt, um das Pflanzenwachstum zu regulieren, fressen aber mit zunehmender Größe den Teich kahl, und haben ihrer Nahrungsaufnahme entsprechend vermehrte Ausscheidungen wodurch die Wasserqualität leidet. In Koiteichen ist die Bepflanzung meist schon auf ein Minimum reduziert oder fehlt ganz. So weichen die Grasfische gezwungenermaßen auf die Koipellets aus und kommen gut damit zurecht. Medikamentenbehandlungen vertragen sie meist gut. Von Teichbehandlungsmitteln droht dem Graskarpfen also keine Gefahr. Aber: Das übliche Ende eines Graskarpfens ist der Sprung aus dem Teich auf die Terrasse. Bis dahin sind sie pflegeleicht und eher unauffällig, allerdings schwer zu fangen. Fazit: Wer kein Fan vertrocknender Fische im Garten ist, sollte auf Graskarpfen eher verzichten.

Stichlinge: Dreistachliger Stichling (Gasterosteus aculeatus), Zwergstichling (Pungitius pungitius)

Sie sind eigentlich auf der gesamten Nordhalbkugel beheimatet und bewohnen entsprechend ihres weiten Verbreitungsgebietes nicht nur Süßwasser, sondern auch Brack- und Meerwasser. Der Stichling ernährt sich von Kleinstlebewesen. Sie sind sehr kleine, interessante Fische mit einer Gesamtlänge von 4 – 8 cm, so dass sie leicht in Skimmern oder Bodenabläufen verschwinden können. Sie betreiben Nestbau. Den Namen tragen sie aufgrund der zu Stacheln umgewandelten Flossenstrahlen der Rücken- aber auch der Bauchflossen. Dies führt immer wieder zu Unfällen, da der Stichling aufgrund seiner Größe manchmal irrtümlich mit eingesaugt wird und sich mit seinen Stacheln im Maul-Schlundbereich verhakt, die ohne fremde Hilfe oft tödlich für beide enden. Auf keinen Fall sollte man einfach am Stichling „ziehen“, da es so zu massiven Verletzungen der Maulschleimhaut des Koi (und des gesamten Stichlings) kommt. Häufig ist hier eine zeitaufwändige tierärztliche Versorgung in Narkose nötig mit anschließender Nachbehandlung. Stichlinge eignen sich mehr für naturnahe Zierteiche oder Biotopteiche bzw. Tümpel.

Stör (Acipenser Baerii)
Nippon Direct – Stör (Acipenser Baerii) | Stör, CC BY-SA 3.0, Von Haplochromis

 

Störe

Sie gehören zur Ordnung der Störartigen (Acipenseriformes), die wiederum zu den Knochenfischen gehören. Störe sind ausgesprochene Kaltwasserfische und haben mit ihrer Körperform und den Knochenplatten ein absolut charakteristisches Aussehen. Einige Arten bewohnen in den gemäßigten Breiten der Nordhalbkugel ausschließlich Süßwasser, andere führen Wanderungen durch, wie sie auch beim Lachs bekannt sind. Vom Ort der Geburt wandern sie ins Meer ab, und kehren erst nach vielen Jahren (Geschlechtsreife der Weibchen teilweise erst mit 20 Jahren) stromaufwärts wieder in das  Geburtsgewässer zurück. Während der wildlebende Stör stark vom Aussterben bedroht ist, hat die Störzucht mittlerweile eine große Bedeutung gewonnen. Im Koiteich werden heute vorwiegend die Arten: Sterlet (Acipenser ruthenus, bis 120 cm), Sibirischer Stör (Acipenser baeri, bis 200 cm), Waxdick  (Acipenser gueldenstaedti, Russischer Stör, über 200 cm), Sternhausen (Acipenser stellatus, über 200 cm) und deren Hybriden gehalten.

 

Stör
Nippon Direct – Stör

 

Durch ihre Kältetoleranz aufgrund ihres Herkunftsgebietes sind sie auch bei niedrigen Wassertemperaturen noch deutlich aktiver als die Koi und stören so die Winterruhe dieser nachhaltig, was zu Stress und einem daraus resultierenden Energiemangelproblem führen kann. Andererseits wird wegen der Störe laufend zusätzliches Sinkfutter in den Teich gegeben und den Koi drohen Verfettung oder Kiemenschäden. Es ist zu überlegen, ob in unseren Teichen überhaupt eine für den Stör artgerechte Haltung möglich ist: Die Teichtemperatur im Sommer übersteigt die Wohlfühltemperatur des Störs bei weitem. Des Weiteren sind sie Fische, die in freier Wildbahn aus ihrem Geburtsgewässer abwandern und erst nach vielen Jahren wieder zurückkehren. Aufgrund ihrer teilweise enormen Endgröße muss die Anschaffung eines solchen Fisches reiflich überlegt werden.

Medikamente und Algenbekämpfungsmittel werden von Stören sehr schlecht vertragen: Der Stör wird „ohnmächtig“. Kann man ihn dann schnell in einen anderen Teich oder Behälter mit frischem Wasser umsetzen, überlebt er oft (gut belüften!). Das Herausnehmen des Störs vor einer Teichbehandlung wird oft empfohlen, doch kann das spätere Zurücksetzen dazu führen, dass die Parasitenbehandlung nicht 100%ig erfolgreich ist. Also: Störe stören im Koiteich! Besser Hände weg von diesen interessanten Fischen.

Katzenwels
Nippon Direct – Katzenwels | Von http://www.usda.gov/oc/photo/94cs2419.htm, Gemeinfrei, Katzenwels

 

Katzenwels (Zwergwels, lat.: Ameiurus nebulosus, früher: Ictalurus nebulosus)

Der Katzenwels ist hin und wieder in Vergesellschaftung mit Koi anzutreffen. Er stammt aus Nordamerika und gleicht in der ökologischen Nische unserem heimischen Wels, unterscheidet sich von diesem durch ein Bartelpaar mehr, hat somit 8 Barteln, was ihn wohl entfernt wie eine Katze aussehen lässt. Er wird bis 50 cm groß. Da der Katzenwels hauptsächlich von Fischen, Amphibien und Würmern lebt, geht er – vor allem nachts – auf Raubzug. So kommt es zu einer Beunruhigung im Teich. Diesen Stress sollte man seinen Koi nicht antun!

Europäischer Wels (Silurus glanis)

Auch europäische Welse haben im Koiteich nichts zu suchen. Sie sind ebenfalls nachtaktive Räuber und werden zudem weit über 2 Meter lang. Wurmmittel werden von ihnen nicht gut vertragen.

Blauer Antennenwels
Nippon Direct – Blauer Antennenwels | Von Graf zu PappenheimEigenes Werk, CC BY-SA 4.0, Blauer Antennenwels

 

Blauer Antennenwels (Ancistrus dolichopterus)

In Innenhälterungen / Aquarien finden sich immer wieder Antennenwelse, die mit Koi vergesellschaftet sind. Der Blaue Antennenwels kommt aus dem Amazonas und bevorzugt dementsprechend hohe Temperaturen von 22 – 26 °C. Er ist rein bodenbewohnend und nachtaktiv und wird bis zu 15 cm lang. Er ernährt sich von Algen und Mikroorganismen. Seine Körperoberfläche ist hart und gegen die Strichrichtung rau; bei Bedrohung können die Kiemen ausgestülpt werden und verhaken sich. Dies führt zum selben Problem wie beim Stichling, dass sich ein irrtümlich eingesaugter Wels irreversibel verhakt.

Rotfedern (Scardinius erythrophthalmus) und Rotaugen (Plötze, Rutilus rutilus)

Wenn Rotfedern und/oder Rotaugen einmal in den Koiteich gelangt sind, halten sie sich dort erstaunlich gut, vermehren sich und werden etwa handgroß. Diese Weißfischarten koexistieren gut mit Koi. Auch im Hinblick auf Medikamentenbehandlungen im Teich sind Rotfedern und Rotaugen recht zäh. Man sollte jedoch bedenken, dass diese agilen Fische den Koi das teure Futter wegfressen und den Filter nicht unerheblich belasten.

Sonnenbarsch (Lepomis Gibbosus)
Nippon Direct – Sonnenbarsch (Lepomis Gibbosus) | Von Tino StraussEigenes Werk, CC BY-SA 3.0, Sonnenbarsch (Lepomis Gibbosus)

 

Sonnenbarsch (Lepomis gibbosus)

Sein Verbreitungsgebiet war ursprünglich entlang der Grenze zwischen Kanada und den USA. Aus einzelnen ausgesetzten Exemplaren hat sich im Laufe der Zeit aufgrund der großen Anpassungsfähigkeit eine stabile Population gebildet, die mittlerweile große Teile Europas besiedelt. Sonnenbarsche werden bis 15 cm groß und sind zur Laichzeit im Mai bis Juli stark territorial und verteidigen ihr Revier gegen Eindringlinge jeder Art. Der Sonnenbarsch ernährt sich rein carnivor von roten Mückenlarven, kleinen Fischen und anderen Insekten.

Sonnenbarsche oder auch einheimische Flussbarsche (Perca fluviatilis) werden oft im Gefolge von Goldfischen, Rotfedern oder ähnlichem in einen Teich gesetzt um diese kurz zu halten, indem sie deren Brut fressen. Wenn man Barsche in den Koiteich einsetzt, muss man bedenken: Meist sind diese Fische aus dem Teich- oder Zoogeschäft nicht parasitenfrei. Sie gefährden also die Koi. Besser ist es bei Überhandnehmen von Kleinfischen den Koiteich von Zeit zu Zeit abzulassen und die unerwünschte Überpopulation mit Keschern zu fangen und zu entfernen. Zoogeschäfte nehmen sie oft ab. Bei Medikamenteneinsatz im Teich muss man zuweilen mit Verlusten bei den Barschen rechnen.

Elritzen (Phoxinus Phoxinus)
Nippon Direct – Elritzen (Phoxinus Phoxinus) | Von Etrusko25Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, Elritzen (Phoxinus Phoxinus)

 

Bitterlinge (Rhodeus sericeus amarus), Elritzen (Phoxinus phoxinus), Moderlieschen (Leucaspius delineatus)

Bitterlinge (Rhodeus sericeus amarus) sind ähnlich wie Stichlinge, Elritzen (Phoxinus phoxinus) und Moderlieschen (Leucaspius delineatus) klein bleibende Biotopfische. Sie fühlen sich in eigenen Teichen und Tümpeln mit Muscheln wohl, nicht jedoch im Koiteich. Für Koiteiche eignen sie sich also nicht. Moderlieschen bilden teilweise große Schwärme. Wer wenig Arbeit und Probleme am und im Teich haben möchte, für den sind solche Kleinfische ideal. Gründlinge sind ebenfalls friedliche Schwarmfische. Wie ihr Name schon aussagt, gründeln sie am Boden und verwerten dort Insektenlarven, Würmer und ähnliches. Teichbehandlungen überleben sie nicht immer (z. B. Flubendazol, Triclabendazol)!

Da Gründlinge (Gobio gobio) und Moderlieschen, wie auch die Bitterlinge in der freien Natur immer seltener werden (Verdrängung durch eingeschleppte Arten!), leistet man durch das Halten solcher Kleinfische gleichzeitig einen Beitrag zum Naturschutz.

Gründlinge (Gobio Ggobio)
Nippon Direct – Gründlinge (Gobio Ggobio) | Von Viridiflavus in der Wikipedia auf Niederländisch(Originaltext: Piet Spaans) – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, Gründlinge (Gobio Ggobio)

 

Wasserschildkröten

Nordamerikanische Wasserschildkröten (z.B. Trachemis, Pseudemis) die über den Sommer mit im Teich schwimmen, können für die Fische eine starke Belastung bedeuten. Durch Kotabsatz und Aufwühlen von Erde wird die Wasserqualität enorm verschlechtert. Kleine Koi, kleinere Fischarten, Amphibien und Wasserpflanzen gehören zum Nahrungsspektrum einer Wasserschildkröte. Vor allem ausgewachsene Exemplare verwandeln einen Naturteich in eine Artenwüste, dauerhaft überleben nur die Schildkröten selbst und große Koi. Des Weiteren sind Wasserschildkröten relativ agile Tiere, die nicht nur den Teich, sondern auch die Umgebung nutzen und durch den Wechsel zwischen Wasser und Land für Unruhe im Teich sorgen. Oben geschilderte Probleme können, wenn auch in abgeschwächter Form, auch auf die europäische Sumpfschildkröte zutreffen. Eine gemeinsame Haltung von Koi und Schildkröten ist nicht tierschutzgerecht!

Wer einen Naturteich zur Koihaltung anlegt, muss darauf gefasst sein, dass der Teich nicht nur von den Koi besiedelt bleibt, sondern sich nach und nach auch verschiedene Amphibien und Reptilien wie Ringelnattern, Molche, verschieden Frosch- und Krötenarten sowie Insekten (z. B. Libellen bzw. deren Larven) einfinden. Diese stehen unter strengen Naturschutz, daraus ergibt sich, dass keines dieser Tiere aus dem Teich entfernt, geschweige denn getötet werden darf auch wenn sich daraus Probleme entwickeln können. Das Management eines Naturteiches umfasst also nicht nur die Koi sondern auch alle Lebewesen die sich dort einfinden. Eine Anpassung der Fütterung zur Ablaichzeit der Frösche ist notwendig, die tierärztliche Behandlung der Koi muss auf die anderen Arten abgestimmt werden, über Enten und deren Ausscheidungen können Krankheitserreger in den Teich eingeschleppt werden.

Rotbauch Schildkröte
Nippon Direct – Rotbauch Schildkröte | Von BS Thurner HofEigenes Werk, CC BY-SA 3.0, Rotbauch Schildkröte

 

Koi werden bei Vergesellschaftung mit anderen Fischarten, welche von Natur aus weniger zahm werden, selbst auch weniger zahm.

Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass eine Vergesellschaftung der Koi mit anderen Tieren Probleme bringen kann. Idealerweise sind in einem Koiteich ausschließlich Koi.

Wer ein naturnahes Biotop favorisiert, muss eigentlich auf Koi verzichten. Für Raubfische sind die normalen Koiteich ungeeignet. Es kommen immer neue „exotische“ Fischarten in unsere Teiche. Wenn Teichbesitzer ihrer „überdrüssig“ sind, werden sie oft in der freien Natur ausgesetzt, was zu einer massiven Schädigung der einheimischen Fauna und Flora führt (Grasfische, Sonnenbarsche, Rotwangenschmuckschildkröten). Umgekehrt können Wildfische aus der Natur, im Koiteich eingesetzt, den gesamten Koibestand gefährden, beispielsweise durch eingeschleppte Weißpünktchenkrankheit (Ichthyophthirius) oder eingeschlepptes KHV. Eine Trennung, d.h. separate Haltung oder ein Verzicht auf Begleittiere ist also sicherer!

 

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Quelle: Koi Kurier Ausgabe 60 – Ein Koi kommt selten allein | Text & Bilder: Dr. med. vet. Werner Hoedt, Dr. med. vet. Friederike Weinzierl, Maite Schneider;

Bildnachweis: Foad Memariaan | Lizensiert via Unsplash
lalo Hernandez | Lizensiert via Unsplash
Goldschleie (Tinca Tinca)
Graskarpfen (Ctenopharyngodon Idella), CC BY-SA 3.0
Stör, CC BY-SA 3.0, Von Haplochromis
Von http://www.usda.gov/oc/photo/94cs2419.htm, Gemeinfrei, Katzenwels
Von Graf zu PappenheimEigenes Werk, CC BY-SA 4.0, Blauer Antennenwels
Von Tino StraussEigenes Werk, CC BY-SA 3.0, Sonnenbarsch (Lepomis Gibbosus)
Von Etrusko25Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, Elritzen (Phoxinus Phoxinus)
Von Viridiflavus in der Wikipedia auf Niederländisch(Originaltext: Piet Spaans) – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, Gründlinge (Gobio Ggobio)
Von BS Thurner HofEigenes Werk, CC BY-SA 3.0, Rotbauch Schildkröte

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