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Algen im Koiteich – Eine faszinierende Plage

Algen
Nippon Direct – Algen im Koiteich – Eine faszinierende Plage

Jedes Jahr im Frühjahr wenn die Temperaturen ansteigen, die Sonne länger scheint und die Koi Fische wieder mehr gefüttert werden, stehen viele Teichbesitzer vor dem altbekannten Algenproblem.

Bei den meisten Teichen legt sich dieses zwar im Laufe des Jahres, doch bis dahin sind die Koi erst mal im Grünen versteckt. Mit verschiedenen Methoden versucht jeder auf seine Weise damit fertig zu werden.

Mittlerweile ist die Teichtechnik sehr weit fort geschritten, die Koi-Teiche werden immer klarer, doch der Großteil der Teichbesitzer kämpft weiterhin mit Algen, besonders mit Fadenalgen. Bei hohen Temperaturen, viel Sonne und gutem Nahrungsangebot wachsen die Algen in rasanter Geschwindigkeit: Es können sich bis zu 500000 Zellen/ ml Wasser bilden.

Koiteich Algen
Nippon Direct – Koiteich mit Algen

Algen – Zellen mit Zellkern

Wenn man nun von den Unannehmlichkeiten, die Algen so mit sich bringen einmal absieht, muss man eingestehen, dass Algen für uns alle unverzichtbar und lebensnotwendig sind und durchaus faszinieren können. Es handelt sich um eukaryotische Lebewesen (Zellen mit Zellkern), die zwar pflanzenartig sind, aber nicht den Pflanzen zugeordnet werden.

Blaualgen – Zellen ohne Zellkern

Blaualgen hingegen sind Prokaryoten (Zellen ohne Zellkern) und werden nicht zu den Pflanzen gerechnet, sondern eher zu den Bakterien.

Fadenalge Zygnema
Nippon Direct – Eine den Teichbesitzern wohlbekannte Grünalge ist die Fadenalge (Zygnema).

 

Der größte Teil der Algen lebt im Salz- und Süßwasser.

Unter dem Begriff „Algen“ versteht man eine sehr heterogene Gruppe, die untereinander nicht unbedingt näher verwandt sind. Sie wurden vielmehr nach äußeren Merkmalen zusammengefasst, bilden aber keine Verwandtschaftsgruppe und je genauer sie genetisch untersucht werden, desto mehr Unterschiede kommen zu Tage. Auch ihre Vorfahren sind völlig unterschiedlich. Derzeit sind ca. 80000 Arten bekannt, es wird aber von der unglaublichen Zahl von 400000 Arten ausgegangen. Im Vergleich dazu besteht der Stamm der Säugetiere derzeit nur aus 5500 rezenten Arten. Der größte Teil lebt im Salz- und Süßwasser. Dort bilden sie das Phytoplankton, die Lebensgrundlage vieler anderer Organismen und das Phytobenthos (die Pflanzen, die den Boden der Gewässer bewohnen).

Algen besiedeln aber andere Lebensräume: Luftalgen (sog. Aerophyten) kommen vor allem in Tropen und Subtropen als Bewuchs höherer Pflanzen vor. So genannte Aufwuchsalgen (aeroterrestrische Algen) finden sich an Schattenseiten von Baumstämmen und auf Gestein, im feuchten Waldboden oder ähnlichem kommen Bodenalgen (terrestrische Algen) vor. Algen sind aber durchaus auch Überlebenskünstler, die an extremen, lebensfeindlichen Standorten wie im Schnee der Antarktis oder im Hochgebirge vorkommen. Hier gibt es zum Beispiel die Art Chlamydomonas nivalis, die aufgrund der roten Farbe den Schnee rot färbt (sogenannter Blutschnee).

Die so genannten Aufwuchsalgen besiedeln die Schattenseiten von Bäumen oder Steinen.

 

Die Lebensformen der Algen sind völlig unterschiedlich.

Es gibt ein- und mehrzellige Algen. Sie können beweglich (flagellate Einzeller) oder unbeweglich sein, wobei es auch Arten gibt, die zeitweise beweglich und dann vom Stadium abhängig wieder unbeweglich sind.

Algen bilden aber teilweise auch sehr spezialisierte Lebensformen, wie zum Beispiel Kolonien. Dadurch sind die einzelligen Algen weniger leicht angreifbar. Jede Alge übernimmt in diesem Zellverband spezielle Aufgaben, kann aber ohne Kolonie auch alle anderen Aufgaben selbst erfüllen. Die Koloniebildung bringt auch eine verbesserte Schwebfähigkeit innerhalb des Wassers. Die Grünalge Hydrodictyon reticulatum bildet zum Beispiel eine netzartige Struktur und wird deshalb auch Wassernetz genannt. Auch weitere Formen wie Kugeln und schwebende Platten werden von Algen gebildet.

Algen leben oft in Symbiosen: das grüne Pantoffeltierchen (Paramecium bursaria) trägt in seinem Inneren dauerhaft kuglige Grünalgen mit sich. Die Algen sind so geschützt und das Pantoffeltierchen kann die Energie, die durch die Photosynthese entsteht direkt nutzen.

Unterscheidliche Algenformen unter dem Mikroskop betrachtet.

Das Phytoplankton besteht aus sehr kleinen Lebewesen, die zwischen einem tausendstel Millimeter und einem halben Millimeter groß sind, erreicht in seiner Gesamtheit aber enorme Dimensionen. Es bildet seine Biomasse durch die Photosynthese aus Kohlenstoffdioxid (jährlich vermutlich 45-50 Milliarden Tonnen Kohlenstoff des Kohlendioxids) und Nährstoffen. Im Vergleich dazu lag der Kohlenstoffdioxidausstoß von Baden-Württemberg im Jahre 2008 bei ca. 73 Mio. Tonnen.

Es wird geschätzt, dass wir dem Phytoplankton bis zu 80 % des atmosphärischen Sauerstoffs verdanken und damit unsere eigene Existenz. Etwa 15 % oder 8 Mrd. Tonnen des assimilierten Kohlenstoffes sinkt beim Absterben des Phytoplanktons in die Tiefe. In der Tiefsee entsteht daraus unter hohem Druck Erdgas oder Erdöl. Das Phytoplankton kommt hauptsächlich in kälteren Meeresbereichen (Arktis) und Küstenbereichen vor und in geringerem Umfang in den subtropischen Gewässern. Das Phytoplankton bildet die Grundlage der Nahrungspyramide in stehenden und langsam fließenden Gewässern und wird vom Zooplankton aufgenommen.

Besonders bemerkenswert ist folgende Nahrungskette: Phytoplankton –> Krill –> Wal, die größten Lebewesen der Erde leben also von den kleinsten!

 

 

Fadenalgen
Nippon Direct – Da haben wir den “Salat” – Fadenalgen in schönster Form und Farbe.

 

Algen finden im täglichen Leben der Menschen vielfältig Verwendung

Die wohl in unseren Breiten bekannteste Form, Algen zu verspeisen ist … Sushi!

Als Nahrungsmittel haben Algen besonders im asiatischen Raum eine wichtige Bedeutung: In Asien werden pro Jahr ca. 9 Tonnen Algen verzehrt. Ca. 160 unterschiedliche Arten werden dazu verwendet. Sie enthalten besonders viele Nährstoffe und Spurenelemente, Kohlenhydrate und ungesättigte Fettsäuren, sowie Betacarotinoide. Die wohl in unseren Breiten bekannteste Form, Algen zu verspeisen ist … SUSHI!

Algen werden auch zur Energieerzeugug genutzt. Einige Algenarten werden für die Herstellung von Bio-Diesel, Bioethanol, Biogas und Biowasserstoff verwendet. Aus bestimmten Rotalgen wird Agar hergestellt, die Grundlage für die Nährböden, auf denen in der Mikrobiologie Bakterien und Pilze angezüchtet werden. Aus Braunalgen wird Alginsäure hergestellt, welche ein Zusatz für Nahrungsmittel und feuerfeste Textilien ist. Kieselgur aus den Kieselalgen ist die Basis für viele ganz unterschiedliche Produkte. Algen tauchen also in den unterschiedlichsten Bereichen unseres Lebens auf.

Da die Gruppe der Algen mit den bis zu 400000 Arten viel zu groß und uneinheitlich ist, um sie hier ausführlich darzustellen, widmen wir uns nur einigen wenigen Arten. Diese sind uns aus dem Gartenteich oder Aquarium wohl bekannt und haben sicher bei fast allen von uns für Kopfschütteln und Frust gesorgt. Aber auch diese Plage hat faszinierende Seiten:

Fadenalgen
Nippon Direct – Fadenalgen in unterschiedlichen Vergrößerungen.

Kieselalgen

Heute sind etwa 6000 Arten bekannt, es werden aber bis zu 10000 Arten vermutet. Der Name leitet sich aus der Struktur der Hülle ab, welche aus einem Anhydrid der Kieselsäure (Siliziumdioxid) besteht. Diese Algen bestehen nur aus einer Zelle und nur die wenigsten können sich selber fortbewegen. Kieselalgen bilden den Hauptbestandteil des Phytoplanktons und damit den Beginn der marinen Nahrungsketten. Abgestorbene Algen sinken auf den Boden ab und nach dem Abbau der organischen Substanzen bleibt Kieselgur übrig. Kieselgur ist Basis für Verpackungsmaterial, Zahnpasta und reflektierende Fahrbahnmarkierungen, befindet sich in Streichholzköpfen und Poliermittel und ist ein wichtiger Bestandteil von Dynamit. Die glänzende Schicht des austrocknenden Watts enthält viele Kieselalgen. Man findet sie in fast jedem Gewässer, in der Erde von Topfpflanzen, auf Walhaut und auf Wasserflöhen mit dem bloßen Auge werden sie maximal als kleine Punkte oder nur als Wassertrübung wahrgenommen. Unter dem Mikroskop zeigt sich, dass es kleine Kunstwerke sind.

Grünalgen

Unter diesem Begriff sind heute ca. 10 000 Arten zusammengefasst, die aktiv Photosynthese betreiben, die grüne Färbung ist durch das Chlorophyll bedingt. Sie leben hauptsächlich im Süßwasser, aber auch an Land (feuchte Böden, Felsen, Rinden) oder als Symbionten von Pilzen, Protozoen und Coelenteraten (Hohltiere). Sie sind die Vorfahren unserer heutigen Landpflanzen. Eine den Teichbesitzern wohlbekannte Grünalge ist die Fadenalge (Zygnema). Sie finden sich häufig in ruhigen Gewässern, zum Beispiel Teichen und bilden eine freischwebende, fädige Watte. Bei Kohlendioxidknappheit sind sie in der Lage, ionisches Hydrogencarbonat zur Photosynthese zu nutzen. Die dadurch anfallenden Hydroxidionen erhöhen den pH-Wert des Wassers auf bis zu elf.

Blaualgen (Cyanobakterien)

Cyanobakterien gehören zu den ältesten Lebewesen auf der Erde. Es gibt sie vermutlich seit 3,5 Milliarden Jahren. Der moderne Homo sapiens hat erst vor rund 200 000 Jahren die Bühne der Weltgeschichte betreten. Sie gehören zu den Bakterien, haben aber die Besonderheit, dass sie oxygene Photosynthese betreiben können. Sie können sowohl einzellig als auch vielzellig sein. Fast alle der ca. 2000 Arten bilden Toxine. Blaualgen können eine Massenvermehrung, eine so genannte Algenblüte machen. Während dieser Zeit können sich Menschen durch den Verzehr von Fischen oder Muscheln, in denen sich die Toxine über die Nahrungskette angereichert haben, vergiften.

Blaualgen in unterschiedlichen Vergrößerungen.

 

Beseitigung oder Reduzierung der Algenplage in Koiteich

Die vorangegangene Beschreibung zeigt, dass es „die Alge“ so nicht gibt und dass man es hier beim Kampf um den Koiteich mit einem hartnäckigen, großen, vielschichtigen Gegner zu tun hat. Zur Beseitigung oder Reduzierung der Algenplage in Teich und Aquarium gibt es ganz unterschiedliche Ansätze. Es gibt nicht die EINE Methode, die immer funktioniert, denn es spielen bei jedem einzelnen Teich so viele Faktoren eine Rolle, dass letztendlich jeder durch Versuch und Irrtum zu seiner effektivsten Bekämpfung finden muss.

Veränderungen der Umwelt der Algen

Eine Beschattung des Teiches mindert zum einen den Sonneneinfluss und hält zum anderen die Teichtemperatur niedriger. Je mehr Sonnenlicht den Algen zur Verfügung steht, desto mehr Photosynthese können sie betreiben, dadurch haben sie mehr Energie und wachsen noch effektiver. Außerdem haben auch höhere Temperaturen einen positiven Einfluss auf das Wachstum der Algen, wie bei anderen Pflanzen auch.

Eine Beschattung des Koiteich ist auch für die Koi Fische nützlich.

Darüber hinaus ist eine Beschattung auch für die Fische nützlich, da die Haut der Koi nicht für eine intensive Sonneneinstrahlung gemacht ist. Dies lässt sich auch durch die Vorfahren und Verwandten der Koi schon herleiten, denn Karpfen bewohnen bevorzugt schlammige Teiche mit trübem Wasser. In Japan leben die Koi zur Aufzucht in typischen Mudponds, deren Wasser trübe und von grünbräunlicher Farbe ist, was sich hauptsächlich auf Grünalgen und Schwebteilchen im Wasser zurückführen lässt. Nach dem Import nach Deutschland werden die Koi bei den Händlern meist in Innenhaltung gehältert, ein glasklarer Teich ist somit für die Fische der erste Kontakt mit intensiver Sonneneinstrahlung. Gerade bei den unpigmentierten Fischen, oder an pigmentlosen Stellen kommt es oft zu Sonnenbrand. Im Gegensatz zum Menschen haben Koi nicht die Möglichkeit unter Sonneneinfluss als Schutz Pigmente einzulagern.

Bei der Verwendung von Beschattung ist es nicht unbedingt einfach, den Spagat zwischen genügend Schatten und ausreichend hohen Wassertemperaturen zu meistern.

Mit der vorübergehenden Reduzierung der Futtermenge gelangen auch weniger Nährstoffe ins Wasser, also haben die Algen schlechtere Wachstumsbedingungen. Auch ein großes Wasservolumen mit wenigen Fischen ist für Algen ein schlechterer Aufenthaltsort. Verschlammte Flachwasserzonen und Schlamm am Grund des Teiches sorgen ebenfalls für einen erhöhten Nährstoffeintrag in den Teich. Der Schlamm besteht zu großen Teilen aus sich zersetzendem organischen Material wie Blättern oder eben abgestorbenen Algen. Beim Zerfall bleiben Nährstoffe übrig, genau wie bei der Humusbildung an Land auch. Besonders wenn dieser Schlamm aufgewirbelt wird, gelangen die Stoffe in das Teichwasser.

Fadenalgen
Nippon Direct – Fadenalgen in unterschiedlichen
Vergrößerungen.

 

Fadenalgen lassen sich gut mechanisch entfernen, doch selbst mit verschiedenen Hilfsmitteln ist das eine schweißtreibende Arbeit.

Fadenalgen sind besonders ungern gesehen und können zudem auch den Bodenablauf oder den Filter verstopfen. Man kann sich nun streiten, ob sie prinzipiell entfernt werden sollen oder nicht. Verbleiben sie im Teich muss man beachten, dass sie in der Nacht, wenn sie keine Photosynthese betreiben, Sauerstoff zehren. Der Teich muss also vor allem nachts sehr gut belüftet sein, wenn ein Algenproblem besteht.

Fadenalgen sind aber auch durchaus nützlich: sie filtern überschüssige Nährstoffe (Nitrat und Phosphat) aus dem Wasser. Sie lassen sich gut mechanisch entfernen, doch selbst mit verschiedenen Hilfsmitteln ist das eine schweißtreibende Arbeit und auch für die Fische nicht gerade das Wohlfühlprogramm.

Fadenalgen sind besonders ungern gesehen und können zudem auch den Bodenablauf oder den Filter verstopfen.

 

Die chemische Keule und andere Hausmittelchen

Die Halbwertszeit ist bei vielen Algenvernichtungsmitteln nicht bekannt und eine Nachdosierung somit schwierig.

Messgeraet pH-Wert
Nippon Direct – Das Messgerät liefert das Ergebnis in Zahlen.

Chemische Hilfsmittel sind im Koiteich immer kritisch zu bewerten, da sie nicht nur für die Algen sondern auch die Fische eine Belastung darstellen. Aus dieser Gruppe gibt es Stoffe, die die Algen vergiften, nachdem sie von ihnen aufgenommen worden sind und andere, die als Kontaktgift wirken. Auch ist bei vielen Algenvernichtungsmitteln die Halbwertszeit nicht bekannt und eine Nachdosierung somit schwierig. Das Angebot solcher Präparate ist nahezu unendlich, die Inhaltsstoffe, die Anwendung und die Dosierung sollten vor Gebrauch genau studiert werden.

Kupfer wird in der Algenbekämpfung ebenfalls angewendet, da Algen dieses Metall nicht vertragen. und absterben. In zu hoher Dosierung kann Kupfer aber auch für den Fisch vor allem im Winter gefährlich werden, da es in der kalten Jahreszeit kaum abgebaut wird. Die Anwendung von Salzsäure basiert auf folgendem Prinzip: Algen benötigen zu ihrem Wachstum Calcium, dieses wir durch die Salzsäure gebunden und steht damit den Algen nicht mehr zur Verfügung. Die Salzsäure zerfällt dabei zu ungiftigen Bestandteilen, es kommt somit nicht zu Rückständen im Wasser. Es muss chemisch reine Salzsäure verwendet werden.

Auch hier ist eine genaue Kontrolle wichtig, denn bei Überdosierung kann es zu Verätzungen kommen. Es sollte daher eine Salzsäuredosieranlage verwendet werden. Auch die Absenkung des pH-Wertes durch die Salzsäure oder andere Säuren trägt zur Reduzierung des Algenwachstums bei. Die Anwendung der Salzsäure muss streng überwacht werden, da es bei Überdosierung zu einem pHSchock kommt, was zu schweren Entgleisungen des Elektrolythaushaltes des Fisches führen kann, was durchaus tödlich verlaufen kann. Wie oben bereits erwähnt kann es bei mit Mensch und Tier zu Verätzungen kommen.

Durch die Anwendung von Salz werden alle Arten von Algen ebenfalls abgetötet oder zumindest geschädigt. Dies trifft aber auch für erwünschte Pflanzen zu.

Koi Kiemen überhöhter pH-Wert
Nippon Direct – Die Kiemen zeigen es deutlich – der pH-Wert ist zu hoch.

 

Algen Bekämpfung mit Elektrizität in Form von Strom und Licht

Algen mit elektrischer Spannung im Wasser zu bekämpfen, erfordert sehr viel Fingerspitzengefühl, denn die Spanne, bei der die Methode noch wirksam ist, aber die Fische nicht gefährdet sind, ist sehr schmal. Ob es bei den Koi zu Langzeitfolgen kommt, ist nicht untersucht.

Durch UV-Filter (UV-C) können Bakterien und auch Schwebalgen abgetötet werden, dies setzt allerdings eine weitgehende Partikelfreiheit des Wassers voraus. Wenn zu viele Partikel im Wasser sind kann die UV-Strahlung das Wasser nur in eingeschränktem Maße durchdringen und erst 90- 98 % Transmission reichen aus um Algen abzutöten. Das heißt eine UV-Lampe ist nur im Zusammenhang mit einer guten Vorfilterung wirksam. Aber auch die Besatzdichte und die Bepflanzung, sowie die Umwälzrate und der Abstand der UV-Lampe haben einen Einfluss auf die Effektivität der UV-Filterung. Weiterhin zu beachten ist, dass die Lampe nach längerer Zeit zwar noch sichtbares Licht produziert aber kein oder in geringerem Maße UV-Licht abgibt. Schweblagen sind weitaus leichter zu beherrschen als Fadenalgen.

Konkurrenz und Fraßfeinde

Pflanzenfressende Fische wie zum Beispiel der Graskarpfen werden zur Algenbeseitigung eingesetzt.

Ein Pflanzenfilter kann Fadenalgen reduzieren, da er als Nahrungskonkurrenz fungiert. Pflanzenfressende Fische wie zum Beispiel der Graskarpfen werden zur Algenbeseitigung eingesetzt. Allerdings unterscheiden sie nicht zwischen unerwünschten Algen und gewünschten Pflanzen. Bei Behandlungen des Teichwassers muss auf sie besonders Rücksicht genommen werden, da sie nicht alle Medikamente vertragen, die für Koi eingesetzt werden können.

Algen
Nippon Direct – Pflanzenfressende Fische wie zum Beispiel der Graskarpfen werden zur Algenbeseitigung eingesetzt.

 

Vielleicht kann unser mit einem Augenzwinkern geschriebener Artikel Ihnen über die bitteren Stunden im Griff der Algenplage etwas hinweghelfen oder ihr zumindest einen kleinen positiven Blickwinkel verleihen. Sollten sie mit all den gutgemeinten Ratschlägen von Verkäufern, Internet und Bekannten nicht Herr der Lage werden, so können sie sich damit trösten, dass Algen schon viele Millionen bis Milliarden von Jahren auf der Erde existieren, also sehr viel länger als wir Menschen. Sie sind weder durch Kometen, Vulkanausbrüche oder Eiszeiten ausgestorben. Für das Überdauern einer solchen Zeitspanne und unterschiedlichster Bedingungen gibt es immer einen Grund!

Wir sollten also vielleicht nicht davon ausgehen, das Algen prinzipiell immer böse sind und komplett beseitigt werden müssen, denn das ist kaum zu erreichen, sondern vielmehr versuchen ein miteinander zu erreichen, ein Gleichgewicht.

Das Empfinden einer „Algenplage“ ist mitunter eher eine subjektive Sichtweise des Menschen. Die Sicht der Teichbewohner kann eine völlig andere sein.

Schwebalgen zum Beispiel lassen den Teich immer trüb erscheinen und werden deshalb von uns nicht gerne gesehen. Die Fische fühlen sich im trüben Wasser aber sicher wohler. Algen an der Teichwand entsprechen vielleicht auch nicht unserem ästhetischen Empfinden, sind für Koi aber eine beliebte Bereicherung der Speisekarte.

 

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Algen
Nippon Direct – Der Begriff „Algen“ bezeichnet eine sehr heterogene Gruppe, die untereinander nicht unbedingt näher verwandt sind.

 

Quelle: Koi Kurier Ausgabe 64 – Algen … eine faszinierende Plage | Text & Bilder: Dr. med. vet. Werner Hoedt, Dr. med. vet. Friederike Weinzierl, Tierärztin Maite Schneider;

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