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Beginn des Frühjahrs – Kampf gegen die Algenplage im Koiteich

Koiteich im Frühjahr
Nippon Direct – Beginn des Frühjahrs und Kampf gegen die Algenplage im Koiteich.

Viele Koi-Teich Besitzer starten alljährlich mit Beginn des Frühjahrs aufs Neue den Kampf gegen die Algenplage im Koiteich. Das Wachstum beginnt bereits mit den ersten längeren Tagen und wird neben der direkten Sonneneinstrahlung noch von verschiedenen anderen Faktoren begünstigt.

Eine  Voraussetzung sind genügend Nährstoffe für die Algen. Dazu gehören Phosphat und Nitrat, welche durch belastetes Grundwasser oder durch Zerfallsprozesse in Teichen frei werden können, die über viel organisches Material am Teichgrund verfügen.

Der Koiteich sollte regelmäßig von Schlamm befreit werden.

Über den Winter sammeln sich Nährstoffe aus den Ausscheidungen der Koi, wenn im Winterhalbjahr kein oder nur ganz wenig Wasser gewechselt wurde. Daher sollte der Koiteich regelmäßig von Schlamm befreit werden. Außerdem sollte nicht übermäßig gefüttert werden, da auch über die Ausscheidungsprodukte der Koi Karpfen und über überzähliges Futter letzten Endes durch bakteriellen Abbau Nitrat entsteht, was wiederum den Algen zugute kommt. Als sinnvoll hat es sich erwiesen, direkte Sonneneinstrahlung durch Sonnensegel zu vermeiden. Diese Maßnahme hat aber zur Folge, dass die  Teichtemperatur im Frühjahr langsamer ansteigt als bei direkter Sonneneinstrahlung, was wiederum die Steigerung des Stoffwechsels der Fische verzögert.

Algenfilter für Koiteich
Nippon Direct – Lange Fadenalgen können selbst grossdimmensionierte Algenfilter verstopfen.

 

Allgemein kann man sagen, dass es unzählige Möglichkeiten zur Algenbekämpfung gibt. Häufig eingesetzt werden UV-Wasserklärer. Das UVC-Licht vermag die Schwebealgen im Wasser zu zerstören, was zu einer Wasserklärung führt. Fadenalgen wachsen aber in klarem Wasser umso besser. Entscheidend sind eine dem Koi-Teich angemessene Dimensionierung der Anlage und ein ausreichender Durchfluss. Auch ist nicht zu vergessen, dass die Lampen regelmäßig ausgetauscht werden müssen, und gewartet werden sollten (Kalkschicht entfernen). Die vernichteten Algen können dann durch einen Filter mechanisch entfernt werden, welcher auch in entsprechenden Abständen gereinigt werden muss. Der Wasserklärer hat aber leider keinenEinfluss auf Fadenalgen, da diese fest am Teichrand und im Teich befindlichen Oberflächen sitzen. Neben Möglichkeiten zur mechanischen Entfernung werden auch zahllose Algen vernichtende Substanzen im Handel angeboten. Sie sollten aber nur nach Herstellerangabe und unter Aufsicht angewendet werden, da diese auch den Koi Fischen und gewünschten Teichpflanzen schaden können.  Manche Teichbewohner z.B. Störe reagieren auf Algenvernichtungsaktionen empfindlich. Außerdem sind während der Anwendung die Wasserwerte zu überprüfen, vor allem der Sauerstoffgehalt.

Leider gibt es derzeit noch keine ultimative Lösung des Algenproblems im Koiteich.

Leider gibt es derzeit noch keine ultimative Lösung des Algenproblems. Jeder Teichbesitzer muss für sich eine geeignete Möglichkeit finden. In den meisten Fällen handelt es sich um ein auf das Frühjahr beschränktes Problem, welches sich durch ein Einpendeln des biologischen Gleichgewichts zum Sommer hin löst. Allerdings sollte man nicht vergessen, dass Algen in geringen Mengen durchaus erwünscht sind. Sie können in diesem Fall das Teichklima durchaus günstig beeinflussen und beherbergen unzählige Kleinlebewesen, die wiederum den Speiseplan der Koi bereichern.

Algenfilter für Koiteich
Nippon Direct – Leider gibt es derzeit noch keine ultimative Lösung des Algenproblems.

 

Bei Temperaturen von 22°C bis 26°C funktioniert das Immunsystem der Koi am besten.

Die steigenden Temperaturen bedeuten auch einige Umstellungen für die Koi. Ein Anstieg der Wassertemperatur um 10°C bewirkt eine Verdoppelung der Stoffwechselrate, wobei zu schnelle Temperatursprünge (über 2 °C pro Tag, oder Temperaturschwankungen über einen längeren Zeitraum) von vielen Fischen nicht gut vertragen werden. Bei größeren Wasservolumina kommen diese weniger vor. Die Wohlfühltemperatur liegt für den Koi bei 22°C bis 26°C. Bei dieser Temperatur funktioniert auch das Immunsystem des Fisches am besten. Bei niedrigeren Temperaturen ist es noch nicht völlig einsatzfähig, was Bakterien wie Pseudomonas oder Aeromonas spp. einen Vorsprung verschafft, da diese sich bei den niedrigeren Wassertemperaturen schon gut vermehren. Dies gilt auch für Parasiten im besonderen Chilodonella. Zwischen 16 und 29 °C muss bei einem Massensterben auch an das Koi-Herpes-Virus gedacht werden, besonders wenn vorher neue Fische eingesetzt wurden und als Überträger fungiert haben könnten. Zum Glück sind KHV-Ausbrüche in Teichen aber selten. Meist liegt das Problem bei einem Massensterben ganz woanders: zu denken ist in erster Linie an Überfütterung, Sauerstoffmangel, Zusammenbruch eines klein dimensionierten Filters nach dem Ablaichen großer Koi.

Koi Parasitenbefall mit Bakterien
Nippon Direct – Koi Parasitenbefall mit Bakterien

 

Im Frühjahr sollte eher leichtverdauliches Futter verwendet werden, um dem Energiemangel vorzubeugen, der bei ausgezehrten Koi Fischen nach dem Winter vorkommen kann. Da dieses auch bei noch niedrigen Teichtemperaturen eine ausreichende Verdaulichkeit ermöglicht. So können die Koi Karpfen ihre Energiereserven schnell wieder auffüllen und das Wasser wird nicht unnötig durch unverdaute Futterbestandteile belastet. Die Futtermenge sollte so gewählt sein, dass alles in zwei Minuten gefressen ist. Sind die Wassertemperaturen dauerhaft warm, so sollte auf ein energieärmeres Futterumgestellt werden.

Es besteht das Risiko, dass sich Koi einen Sonnenbrand zuziehen!

Besonders im Frühjahr wenn die Koi warme, flache Uferbereiche aufsuchen, besteht das Risiko, dass sich Koi einen Sonnenbrand zuziehen. Dies geschieht, wenn die Fische längere Zeit ungeschützt nah an der Wasseroberfläche stehen. Besonders Koi mit einem hohen Weißanteil sind gefährdet. Neben der großflächigen Verbrennung der Haut, können den Koi zusätzlich noch Keime, die hier eine Eintrittspforte finden, bedrohen. Hier kann das oben genannte Sonnensegel sinnvoll eingesetzt werden, gerade bei Flachwasserzonen.

Da auch das Ablaichen in dieser Jahreszeit stattfindet, sollten hier ausreichend Möglichkeiten für die Koi Fische (Flachwasserzonen, Laichbürsten, Pflanzen …) angeboten werden, da es sonst einige Monate später zu einer Laichverhärtung kommen kann, was lebensbedrohlich werden könnte. Nicht zu unterschätzen ist die Belastung des Wassers durch den Fischlaich. Jedes weibliche Tier kann bis zu zwei Millionen Eier ablegen, welche ebenso wie die Spermien aus hochkonzentriertem Eiweiß bestehen, und somit das Wasser belasten. Während dieser Zeit sollte die Fütterung weitgehend eingestellt werden, da ein Großteil der Eier von den Fischen selber wieder gefressen wird. Zusätzlich sollten die Wasserparameter Ammoniak und Nitrit regelmäßig überprüft werden und der Filter möglichst oft gespült werden, damit dieser seine Filterleistung aufrechterhalten kann. Während der Ablaichphase müssen auch die Koi unter stetiger Kontrolle sein, da sie durch ihr Verhalten in dieser Zeit öfters Verletzungen erleiden oder einfach durch den Stress und den Energieaufwand für Laichanbildung und –ablage ausgelaugt sind. Nach erfolgtem Ablaichen tut den Koi ein großzügiger Teilwasserwechsel oft gut.

Koi mit Sonnenbrand
Nippon Direct – Sonnenbrand beim Koi und seine Folgen.

 

Im Koiteich sollte sich der pH-Wert in einem Bereich von 6,5 – 8,5 bewegen.

Der pH-Wert ist ein Maß für die Konzentration der Wasserstoffionen. Auf die Beschreibung der Konzentration über den pH-Wert im negativ dekadischen Logarithmus hat man sich geeinigt, da die eigentliche Schreibweise (pH 8 wäre eigentlich 0,00000001) zu unübersichtlich wäre. Ein pHWert von 7 ist neutral, wenn mehr Wasserstoffionen im Wasser sind ist es sauer; bei einem Wert über 7 basisch. Eine Veränderung des pH-Wertes um 1 bedeutet übertragen also eine Änderung des Wasserstoffionengehaltes um den Faktor 10. Im Koiteich sollte sich der Wert in einem Bereich von 6,5 – 8,5 bewegen. Der Wert kann mit den handelsüblichen Nachweismethoden ausreichend genau ermittelt werden. Bei einem extremen pHWert von unter 5,5 kommt es zur Säurekrankheit der Koi Fische, die Schleimhaut wird geschädigt. Bei einem Wert von über 10,5 tritt die sogenannte Laugenkrankheit auf. Die über die Kiemen ausgeschiedenen Ammoniumverbindungen liegen bei steigendem pH zunehmend als Ammoniak vor, welches ein Zellgift ist.

Nennenswerte Änderungen können durch große Mengen sauren Regens zustande kommen, auch bei der Nitrifikation durch Bakterien werden Wasserstoffionen freigesetzt. Ebenfalls den pH-Wert können die Fische selbst, Filterbakterien und starker Pflanzenwuchs (auch Algen) verändern. Dieser Effekt kann über die Pufferkapazität der im Wasser befindlichen Karbonate abgefangen werden. Diese Kapazität wird Karbonathärte genannt. Wenn das Wasser weich, also die Karbonathärte sehr niedrig ist, so ist auch die Pufferkapazität sehr begrenzt und Veränderungen können kaum abgefangen werden. Allerdings kann auch bei einer hohen Karbonathärte die Pufferfähigkeit erschöpft sein, wenn zum Beispiel wiederholt saurer Regen in den Teich kommt. Im Koiteich sollte die Karbonathärte etwa zwischen 3 und 10 °KH liegen, die Gesamthärte um 15 °dGH.

Koi Teich mit Lotus
Nippon Direct – Im Koiteich sollte sich der pH-Wert in einem Bereich von 6,5 – 8,5 bewegen.

Auch der Sauerstoffgehalt wird sich mit steigender Temperatur ändern, da die Bindungskapazität des Wassers mit zunehmender Temperatur immer geringer wird. Zu bedenken ist auch noch, dass auch Pflanzen und Algen nachts Sauerstoff zehren, ebenso wie Bakterien. Eine  Überprüfung sollte früh morgens erfolgen, da hier der Sauerstoffgehalt den niedrigsten Wert hat, aufgrund der nächtlichen Sauerstoffzehrung der im Teich enthaltenen Pflanzen. Bei Sauerstoffmangel halten sich die Fische an Einströmern auf, ebenso wie an der Wasseroberfläche zur Notatmung. Wichtig ist in diesem Fall eine sofortige Zufuhr von Sauerstoff über Springbrunnen, Düsen oder anderen technischen Hilfsmitteln. Allerdings gibt es auch den gegenteiligen Effekt. Bei einer Übersättigung des Wassers mit Sauerstoff kann es zur Ausbildung der Gasblasenkrankheit kommen, welche aber auch durch eine Übersättigung mit anderen Gasen wie zum Beispiel Stickstoff entstehen kann.

Abschließend ist zu beachten, dass alle Faktoren immer in Zusammenhang betrachtet werden sollten.

 

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Quelle: Koi Kurier Ausgabe 55 – Jede Jahreszeit hat ihre Probleme | Text & Bilder: Dr. med. vet. Werner Hoedt, Dr. med. vet. Friederike Weinzierl, Maite Schneider

Koi Karpfen im Koiteich
Nippon Direct – Original Koi aus Japan finden Sie in unserem Online Shop auf Nippon Direct.

Bildnachweis: bady qb | Pham An | Lizensiert via Unsplash

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