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Temperaturen und deren Auswirkungen im Koiteich

Koi Karpfen
Nippon Direct – Temperaturen und deren Auswirkungen im Koiteich.

Der Koi Karpfen bevorzugt Temperaturen von über 20 °C, ist also mit Sicherheit kein Kaltwasserfisch, sondern ein Warmwasserfisch. Er kann aber in der kalten Jahreszeit der gemäßigten Zonen ein Absinken der Wassertemperatur bis auf etwa 4-5 °C gut ertragen. In dieser Zeit legt der Koi eine Winterruhe ein.

Die geografische Lage Mitteleuropas bedingt, dass jahreszeitlich Außentemperaturen (Luft) von ca. -15 bis +35 Grad Celsius möglich sind, also übers Jahr gesehen ein Bereich von immerhin bis zu 50 Grad! Da die meisten Koi Fische in Außenteichen gehalten werden, ist diese Tatsache bei der Koihaltung zu berücksichtigen.

Bezüglich der Temperaturentwicklung im (riesigem) Naturgewässer/See und vergleichsweise winzigem Koiteich gibt es große Unterschiede: Wenn im September/Oktober die Freigewässer noch gespeicherte Wärme aufweisen (beispielsweise 16 Grad im Bodensee im Oktober) und die Fische recht aktiv sind, haben die Koi in einem ungeheizten Koiteich vielleicht schon den ersten (Kälte-)Schock hinter sich, der ihnen den Appetit verdirbt (ungeheizte Koiteiche z.B. im Oktober um 11 °C) und zu Erkrankungen führt oder sie zumindest begünstigt.

Koiteich
Nippon Direct – Temperaturauswirkungen im Koi Teich

Temperaturbereich der Art Cyprinus carpio (Karpfen, Koi):

  • möglicher Temperaturbereich: zwischen +4 und +30 °C
  • Optimum für Verdauung, Leistung des Immunsystems, Fortpflanzung, Wohlbefinden, etc. im Bereich von +23 °C bis +28 °C
  • Kritischer Bereich: unter +4 °C

Im auf den Herbst folgenden Winter sind die Kälte und die Temperaturschwankungen in den Koiteichen erfahrungsgemäß ein ebenso großes Problem für die Gesundheit der Koi, mit Folgewirkungen noch weit ins nächste Frühjahr hinein. Um Ausfälle in seinem Koibestand möglichst nahe bei Null zu halten, sollte man sich schon zu Beginn der Planung eines Teiches folgende Punkte bedenken:

Unbeheizter Koiteich
Nippon Direct – Unbeheizter Koiteich

1. Temperaturmanagement im Koi-Teich

Letztlich betrifft der Begriff Temperaturmanagement die Frage nach den geplanten oder beabsichtigten Temperaturen im Teich, also die Frage: „Beheizung oder Nicht-Beheizung“? Hier spaltet sich die ansonsten recht friedliche Koigemeinde. Eigentlich zu unrecht, denn beides wird mit Erfolg praktiziert (siehe entsprechende Erfahrungsberichte von Koihaltern in den Koizeitschriften). Wer sein Geld nicht verheizen will, kann mit einer Kaltüberwinterung seinen Koi Ruhe gönnen. Die Überwinterung sollte dann aber unter 8 °C erfolgen. Erfahrungsgemäß haben wir im Herbst und am Beginn des Winters in Deutschland mit gewaltigen Außentemperaturschwankungen zu rechnen (siehe Tabelle von WetterOnline.de für München von Ende Oktober/Anfang November 2006).

Nippon Direct – Lufttemperaturschwankungen vor dem Winter (Quelle: WetterOnline.de)

Wegen sich abwechselnden milden Süd-/Südwestwinden, atlantischen Weststürmen und arktischen Kaltlufteinbrüchen ist mit dem Erreichen einer stabilen Ruhetemperatur im Teich erst ab etwa Januar zu rechnen. Vor diesem Zeitpunkt schwanken die Teichtemperaturen stark, was im (viel größeren!) Naturgewässer so nicht der Fall ist. Das muss man bedenken. Praktisch heißt das, dass die Koi einige Monate im ungünstigen Bereich von 8 bis 14 °C gehalten würden und während dieser Zeit Temperaturschwankungen zu ertragen haben, die sie viel Energie kosten.

Beheitzte Koiteiche!

Der (zumindest zeitweise) beheizte Koiteich bietet die Möglichkeit, die Schwankungen unserer Herbstmonate mit Außentemperaturen von 0 bis 28 °C auszugleichen und so zufällige Wassertemperaturen durch planmäßige Temperaturwerte zu ersetzen.

Einbau einer Bodenheizung im Koi Teich
Nippon Direct – Einbau einer Bodenheizung im Koi Teich

Die Zieltemperaturen wären dann in Anlehnung an Hilble/Langfeldt-Feldmann (Faszinierende Koi, 2000):

Monat & Zieltemperatur:

  • September: noch 20 °C
  • Oktober: 15 °C bis Ende des Monats halten
  • November: 10-12 °C bis zum Monatsende halten
  • Dezember: langsam auf 6 °C gehen
  • Januar: ca. 6 °C
  • Februar: ca. 6 °C
  • März: Ende des Monats sollten ca. 13 °C erreicht sein
  • April: bis Ende April auf 18-20 °Chochheizen

Durch zeitweise Beheizung bleiben Koi weitgehend vor widrigen Wetterverhältnissen im Herbst und zeitigen Frühjahr verschont und damit vor Stress durch Temperaturschwankungen. Was bleibt ist dann nur der „Kernwinter“ mit etwa 3 Monaten Dauer. Als positive Nebenwirkung einer Heizung ergibt sich zudem die Möglichkeit, erforderliche Parasitenbehandlungen vornehmen zu können. Im unbeheizten Teich ist dies ein halbes Jahr lang praktisch nicht möglich!

Eine eingebaute Heizung kann die Temperaturen im Koiteich zwar positiv beeinflussen, aber noch viel wichtiger ist die Verhinderung von Energieverlusten durch geeignete Isolierungsmaßnahmen. Bei laufend steigenden Energiepreisen und absehbarer Rohstoffverknappung ist eine gut durchdachte Isolierung nach unten und oben mehr als die „halbe Miete“ und wird sich langfristig lohnen. Die Heizung isolierter Teiche schaltet sich nur selten ein und man heizt nicht in die Atmosphäre. Wer handwerklich etwas geschickt ist, kann seinen Teich selbst winterfest machen.

Teichabdeckung Koi-Teich
Nippon Direct – Eine Teichabdeckung für einen Koi-Teich entsteht.

2. Temperatur und Fütterung der Koi

Dieser Komplex betrifft die beiden Fragen, ob die Koi Karpfen noch Nahrung aufnehmen und ob sie sie – wenn sie gefressen haben – überhaupt verdauen, d.h. verwerten können. Was soll gefüttert werden? Wieviel und wie oft?

In Seen, Naturteichen und Flüssen frisst der Karpfen prinzipiell das ganze Jahr über – auch im Winter. Er nimmt Nahrung auf, die vorwiegend aus Zuckmückenlarven und Ruderfußkrebsen, Hüpferlingen, Wasserflöhen, Schnecken und Würmern sowie aus pflanzlichen Stoffen besteht. Angler fangen das ganze Jahr über Karpfen an der Angel, was beweist, dass sie wirklich ganzjährig Nahrung aufnehmen! Die Pflege unserer Koi muss sich an diesen Gegebenheiten orientieren.

Das Futter der Karpfen im Naturgewässer lebt zudem, das heißt es ist immer frisch, kann nicht verderben oder verfaulen. Im Koiteich bekommen die Koi Futter, das aber “tot“ ist. Der Koihalter muss deshalb genau abschätzen, wieviel seine Pfleglinge gerade benötigen! Wenn nicht gefressenes Sinkfutter am Teichgrund liegen bleibt, verdirbt es das Wasser.

Die Aufnahme von Futter hat den Sinn, Nutzen daraus zu ziehen. Der Nährstoffbedarf des Koi Karpfen hängt ab von den Faktoren: Verdaulichkeit, Rohprotein/Energie-Relation, Rohproteinqualität, Partikelgröße, Wassertemperatur. Koi Fische sind wechselwarme Tiere. Mit sinkender Temperatur arbeiten die verschiedenen Verdauungsenzyme träger, also schlechter. Eine optimale Futterverwertung erfolgt bei 23 bis 25 °C. Davon ist man im Winter weit entfernt. Das im Winter verfütterte Koifutter sollte auf die niedrigen Temperaturen abgestimmt sein. Da der Teichfilter bei kühlen Temperaturen seine Reinigungskraft verliert, zuviel gefüttertes Futter im Teich das Wasser verderben kann und die Koi unverdautes Futter auch so ausscheiden, wie sie es aufgenommen haben, muss man im Winterhalbjahr noch genauer bedenken was und wieviel man füttert.

Man füttert nur, wenn man vorher und nachher Zeit hat, die Koi zu beobachten. Wenn die Koi Fische sichtlich nach Futter suchen oder betteln, bekommen sie anfangs noch täglich, später nur 2-3 mal in der Woche am Vormittag etwas Futter. Je nach Wassertemperatur können das z.B. bei 5 °C nur 1-4 Körnchen je Koi sein. Sind die (neuen) Koi im Verlauf des Sommers und Herbstes gut zu Kräften gekommen, so wird im Januar und Februar gar nicht gefüttert. Das verhindert eine Verschlechterung der Wasserwerte.

Koi Fische
Nippon Direct – Temperatur und Fütterung der Koi

Wichtige Energieträger für Koi Kapfen sind die aufgenommenen Fette.

Wichtige Energieträger für die Koi sind im Winterhalbjahr die mit der Nahrung aufgenommenen Fette. In der Naturnahrung der Karpfen sind nach wissenschaftlichen Untersuchungen zwischen 8 und 32 % Fett (Trockenmasse) enthalten (Baur/Rapp: Gesunde Fische, 2003).

Das sollte auch für die Koihaltung Berücksichtigung finden. Viele Futter enthalten sehr wenig Fett. Gefüttert wird also am besten ein zusätzlich aufgefettetes Winterfutter (z.B. Weizenkeimfutter) in Form eines Sinkfutters mit geringer Partikelgröße. Das Protein-Fett-Verhältnis sollte um 2 betragen. Das bedeutet, dass bei einem im Vergleich zum Sommerfutter etwas reduzierten Proteinwert von etwa 32 % um die 15 % Fett im Futter enthalten sind. Das Fett sollte möglichst von Fischölen kommen, die gut verdaulich sind, wertvolle ungesättigte Fettsäuren enthalten und genügend Energie liefern. Ein Koi, der sein Körpereiweiß angreifen muss, um die erforderliche Energie zu erhalten, würde über die Ammoniakausscheidung die Kiemen stark belasten.

Verdauliches und gut verwertbares Protein ist in Fischmehl enthalten. Es enthält die Bausteine der Proteine, die Aminosäuren, in einem Verhältnis das hohe Verwertung und damit niedrige Ausscheidung von Ammonium durch die Koi garantiert. Beim Karpfen wird der Aminosäurenbedarf bei Meyer/Bronsch/Leibetseder wie folgt angegeben:

In 1 kg Futter (38 % Rp) sollten die Aminosäuren in folgender Menge vorhanden sein: Arginin 16,3 g, Histidin 8,0 g, Isoleucin 9,5 g, Leucin 12,5 g, Lysin 21,7 g, Methionin 11,8 g, Phenylalanin 13,0 g, Threonin 14,8 g, Tryptophan 3,0 g, Valin 13,7 g. Die Packungsaufkleber der Futter sagen leider meist nichts darüber aus wie der Proteinanteil zustande kommt. So können auch Soja und Mais Proteinlieferanten im Koifutter sein. Diese wären dann nicht so optimal. In der kalten Jahreszeit wächst der Koi nicht. Die Proteine haben in dieser Zeit nicht die große Bedeutung wie in der Wachstumsphase.

Außer Wheatgerm können dann im zeitigen Frühjahr auch etwas gekochter Reis oder Haferflocken, sowie Naturnahrung in Form von gefriergetrockneten Bachflohkrebsen gegeben werden. Die Auffettung sollte, anstatt wie oft empfohlen mit Lebertran, wohl besser mit Fischöl erfolgen. Die Akzeptanz durch die Koi ist bei Fischöl besser und eine Vitaminvergiftung ausgeschlossen. Koihalter schreiben aber auch von guten Erfahrungen mit Lebertran, der in jeder Apotheke für wenig Geld zu bekommen ist. Entscheidet man sich für Fischöl und ist in der Umgebung keines für Koi erhältlich, dann kann auch Lachsöl vom nächsten Supermarkt zum Einmischen verwendet werden. Koifutter sollte immer sehr frisch sein. Im Frühjahr sollten angerissene Futterpackungen vom letzten Jahr im Müll verschwinden und neues Futter gekauft werden.

Koi Karpfen Kälteschäden
Nippon Direct – Koi Kälteschäden im Frühjahr bei Überwinterung nahe am Gefrierpunkt.

Merke:

Das Verhalten der Koi Fische (Umherschwimmen, Gründeln, Suchen, Betteln) bestimmt letztlich, ob gefüttert wird oder nicht. Wenn Futter nicht aufgenommen wird und liegen bleibt, keinesfalls mehr füttern. Bei Nahrungsverweigerung ist aber immer auch eine Krankheit in Betracht zu ziehen. Wasserwerte überprüfen!

Wird in Sonderfällen das ganze Jahr beheizt (beheizte Außenteiche im Winter z.B. 17-19 °C, Zimmerteiche bzw. Großaquarien um 20 °C) und deshalb ununterbrochen gefüttert, so ist zu beachten, dass insgesamt restriktiver zu füttern ist (höchstens 1 % des Körpergewichts der Koi pro Tag; bei einigen hochwertigen Futtern genügen sogar 0,5 % pro Tag!), da sonst langfristig wegen des Fehlens von Hungerperioden eine gefährliche Verfettung droht.

3. Temperaturschwankungen im Teich und Auswirkungen auf die Gesundheit der Koi

Koi in Teichen, die ohne Heizmöglichkeit den Zufällen unseres Wetters ausgesetzt sind, werden deutlich häufiger krank. Das liegt zum einen an den Koi, deren Immunsystem unter 15 °C kaum mehr arbeitet, zum anderen am Filter, der Verschmutzungen immer schlechter abbauen kann und drittens an verschiedenen Krankheitserregern, wie beispielsweise dem SVC-Virus, das im Bereich von etwa 10-17 °C aktiv ist und die Koibestände im Frühjahr bedroht. Das am häufigsten auftretende Problem sind jedoch genau wie im Sommerhalbjahr die Parasiten. Hier sind besonders Costia/Ichthyobodo necatrix und Chilodonella eine Gefahr. Chilodonella bevorzugt Temperaturen von 5-10 °C, sodass für ihn die pauschale Annahme, dass Parasiten sich im kälteren Wasser nicht vermehren würden, nicht gilt. Auch Costia nutzen die von der Kälte geschwächten Koi und stellen eine große Belastung dar.

Koi Karpfen die mit eingefallenen Augen aus der Überwinterung kommen, weisen meist einen starken Costiabefall auf. Kiemenhakensaugwürmer können sich auch noch bei 8 °C vermehren, allerdings dauert die Entwicklung bei dieser Temperatur 4 Wochen, also recht lange. Unter 5 °C vermehrt sich der Kiemenhakensaugwurm nicht mehr.

Häufige Symptome sind bei Kälte und Temperaturschwankungen: Umkippen (Schock), Rötungen an Körper und Flossen sowie Schuppensträube und Glotzaugen. Eine Kontrolle der Temperatur und Anhebung um einige Grad ist dann nötig. Noch besser ist es, erkrankte oder empfindliche Koi in eine Innenhälterung zu überführen und dort aufzupäppeln.

Massenbefall mit Costia
Nippon Direct – Massenbefall mit Costia (Mikroskop, 100fache Vergrößerung)

4. Temperatur und Sauerstoffgehalt im Koi Teich

Die Aufnahmekapazität des Wassers für den lebenswichtigen Sauerstoff hängt ganz stark von der Temperatur ab. Die folgende Grafik soll verdeutlichen, welche Mengen an Sauerstoff in mg O2 pro Liter Wasser normalerweise gelöst sein können.

Wie man aus der Kurve herauslesen kann, steht den Koi in den Wintermonaten in gesättigtem Wasser deutlich mehr Sauerstoff zur Verfügung. Sauerstoff kann sich im Teich aber nur lösen, wenn ein Gasaustausch möglich ist. Der Koiteich sollte also nie komplett zufrieren und auch das Abdecken mit Platten (Styrodur u.ä.) könnte den Sauerstoffeintrag behindern. Oxidatoren versorgen die Koi auch unter einer Eisdecke mit Sauerstoff. Im langen Winter 2005/2006 sind viele Koi einfach unter dem Eis erstickt.

Nippon Direct – Sauerstoll in mg je 1 Liter Wasser

5. Temperatur und Gifte im Koi Teich

Bei niederen Temperaturen ist der Ammoniakanteil im Teich deutlich geringer als bei höheren Temperaturen. Das bedeutet, dass in der kalten Jahreszeit die Gefahr einer Ammoniak-Vergiftung deutlich geringer ist als im Sommer. Das folgende Diagramm gibt den prozentualen Anteil von Ammoniak beim Vorliegen verschiedener Temperaturen (5-Grad-Schritte) und einem pH-Wert von 7,0 bzw. einem von 8,0 an:

Wie im Diagramm ersichtlich, ist der Ammoniak-Anteil selbst bei einem pH von 8,0 nur geringfügig über 1 % des im Teich gemessenen Summenwertes aus Ammonium/Ammoniak, sodass die Gefahr einer Ammoniakvergiftung der Schleimhäute im Winter gering ist.

Dagegen können im kalten Teich evtl. verabreichte Medikamente (Formalin, FMC, Wurmmittel) eine Vergiftung hervorrufen. Entweder durch Entstehen fischgiftiger Umbauprodukte durch Kälte wie Paraformaldehyd aus Formaldehydlösungen oder aber durch erhöhte Konzentrationen oder verlängerte Einwirkzeiten die sich daraus ergeben, dass sich die Chemikalien am Teichgrund als Wolke oder Sediment dort ablagern wo im Winter auch die Koi stehen. Behandlungen sollten in der Ruheperiode möglichst unterbleiben.

Nippon Direct – Ammoniakanteil in %

6. Temperatur und Fortpflanzung der Koi Fische

Durch niedere Wassertemperaturen im Winterhalbjahr wird weitgehend verhindert, dass unsere weiblichen Koi übers Jahr gesehen zuviel Rogen (Fischeier) produzieren, die sie vielleicht dann nicht abgeben (können). Zu großer Laichansatz und anschließende Laichverhaltung ist ein nicht seltenes Problem in dauerhaft geheizten Teichen und in Innenhälterungen. Dagegen begünstigen nicht bzw. nur zeitweise beheizte Teiche die Synchronisierung des Ablaichens im späten Frühjahr, weil die Koi dann besser mitbekommen „wann es soweit ist“.

Zusammenfassung:

Jeder Koihalter sollte die Fütterung seinen zufälligen oder gesteuerten Teichtemperaturen sowie der Aktivität seiner Koi anpassen. Obwohl wilde Karpfen das ganze Jahr über fressen, verpassen wir den Koi in den kalten Monaten Januar und Februar eine kleine Hungerpause. Das ertragen sie. Tierquälerische Versuche in der Vergangenheit ergaben, dass Karpfen über 200 Tage ohne Nahrung überleben können. Die Temperatur im Teich sollte jedoch nicht stark schwanken und es ist für die Gesundheit der Koi günstig, den Winter auf ein erträgliches Maß zu verkürzen. Wie man beim Autofahren durch vernünftige Fahrweise Energie einsparen kann, so kann man auch im Koiteich durch einfache, durchdachte Maßnahmen den eigenen Energieverbrauch (Strom, Gas, Öl) wie auch den Energieverbrauch der Koi im Winter verringern:

Isolierung gegen Wärmeverluste des Teiches und Abdeckungen oben oder Unterstände am Grund damit die Koi Fische ungestört “parken” und ruhen können, Beschattung, kein Eislaufen durch Kinder zulassen, keinen Netzeinsatz im Winter, keine Arbeiten am Teich, vor allem kein Eis aufhacken. Oxidatoren einbringen, um die Sauerstoffversorgung zu gewährleisten und den Koi starke Atembewegungen zu ersparen; Reinigungsarbeiten rechtzeitig vor dem Winter durchführen (Laub, Rückschnitt der Uferpflanzen); keine neuen Koi im Herbst in den Teich setzen; Parasitenkontrolle rechtzeitig im September/Oktober, denn auch monatelanges Scheuern kostet den Koi Kraft und bringt Unruhe in den Bestand.

In unserem Koi Online Shop bieten wir eine grosse Auswahl an importierten Japan Kois.

Quelle: Koi Kurier Ausgabe 55 – Temperaturenund deren Auswirkungen im Koiteich | Text & Bilder: Dr. Werner Hoedt

Koi Karpfen Energiemangelsyndrom nach Kälteeinbruch
Nippon Direct – Koi Karpfen Energiemangelsyndrom nach Kälteeinbruch

 

Bildnachweis: Katie McNabb | MusicFox Fx | Lizensiert via Unsplash

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